Georg Breuer: Riesling Rüdesheimer Berg Rottland 2024

Georg Breuer: Riesling Rüdesheimer Berg Rottland 2024

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2054
mineralisch
frische Säure
Lobenberg: 97/100
Suckling: 98/100
Mosel Fine Wines: 96/100
Galloni: 95/100
Deutschland, Rheingau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Rüdesheimer Berg Rottland 2024

97
/100

Nur Steillage zur Rheinfront. Reine Südexposition, 40 Jahre alte Reben. Ganz klassische Ganztraubenpressung. Spontan vergoren. Ausbau im großen Holz. Es ist schon verblüffend, wie eben genau diese Weine von Breuer so sehr die Weine von Breuer sind. Egal ob es früher beim Vater war oder jetzt die Tochter Theresa. Die Weine haben einen so klaren Antrunk, eine so hohe Mineralität. Die Weine sind eben nicht nur ultrafein, sondern auch ultraklar. Keinerlei Botrytis, super clean. Keine Exotik, sehr viel Tee in der Nase. Feine gelbe, vielleicht auch mehr weiße Früchte. Wir haben im Rottland in einer Reihe mit den anderen Lagen eine offenere und expressivere Frucht, der Rottland ist trotz seiner Steinigkeit schon kein Kostverächter. Gewachste Zitrone, Quittenschale, Jasmin. Die Wärme des Jahrgangs nimmt der Rottland gut auf, stellt seine steinige Spannkraft dagegen, er wirkt nie fett, ist aber schon ein druckvoller Typ. Es wirkt kühler und in sich gekehrter als der Rüdesheimer Ortswein, der mir fast ins Gesicht gesprungen ist. Ich hätte diese Ruhe und Eleganz im Rottland nicht erwartet. Sehr geschliffen, straff im Antrunk. Das kracht richtig, aber nichts tut weh von der Säure her. Wir sind hier nicht zitrisch, wir sind hier nicht in spitzer Säure unterwegs, sondern mehr in einer salzig, mineralischen Länge. Rheingauer Riesling, der mit seiner Breuer’schen, ureigenen Stilistik so eine Art Monopolstellung besitzt.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

98
/100

Suckling über: Riesling Rüdesheimer Berg Rottland

As attractive as this is in the nose and on the front palate, with ripe-citrus, white-peach and chamomile aromas, just wait for the gigantic minerality that plows through from the mid-point on the compact, medium-bodied palate. Incredible crystalline intensity at the super-focused finish. From organically grown grapes with Fair'n Green certification. Drink from release.,,

Verkostungsnotiz
96
/100

Mosel Fine Wines über: Riesling Rüdesheimer Berg Rottland

The Berg Rottland 2024, as it is referred to on the front label, is a bone-dry wine fermented and matured for 11 months in old Stückfass (1,200-liter oak barrel) and Halbstückfass (600-liter oak barrel) which will be commercially released in spring 2026. It offers a very pure, herbal, and smoky nose of minty herbs, herbal tea, flintstone, white flowers, spearmint, verbena, and thyme. The wine is energetic and vibrating on the focused and herbal palate. It proves hugely taut and racy at this early stage yet already has great complexity. This pure, vibrating dry Riesling is splendid, but will need at least a decade to fully deliver.

95
/100

Galloni über: Riesling Rüdesheimer Berg Rottland

The 2024 Riesling Rüdesheimer Berg Rottland rejoiced in the moisture of the year with its well-drained, stony, steep site. Crushed citrus leaf makes the first aromatic impression, leading to a palate where naked stone meets ripe but tart citrus. This is clear-cut, bright and vivid, with a gorgeous aftertaste of salted lemon. (Bone-dry),,,

Mein Winzer

Georg Breuer

Bernhard Breuer zählte zu den ganz großen Vordenkern des Deutschen Weinbaus. Das eigentliche Ausmaß seines Wirkens zeigt sich erst eine Generation später. Breuer war einer, der für Deutschlands Weine lebte und deren Potenzial frühzeitig erkannte.

Riesling Rüdesheimer Berg Rottland 2024