Montegrilli ist der Name der Lage von Nadias’ Großvater. Wir haben hier zehn Jahre alte Reben in Südexposition. Sie stehen in Novello auf sandigen Böden und ergeben extrem niedrige Erträge. Der Wein wird ungefähr zu 80 Prozent entrappt, der Rest geht als Ganztrauben in die Fermentation. Vergoren wird im Stahltank, zum Teil auch mit »Maceration Carbonique«, also eine intrazelluläre Gärung innerhalb der Beeren, wie sie zum Beispiel im Beaujolais typischerweise gemacht wird. Dadurch bekommt der Wein mehr Brillanz in seiner intensiven Fruchtigkeit. Die Malo und der ungefähr acht Monate lange Ausbau finden im Stahl statt. Zartes, leuchtendes Rubinrot mit Orange – der junge Wein hat bei meiner Probe im Oktober 2025 bereits einen Hauch Orange in der Farbe. Die kühle, spannungsgeladene ätherische Nase mit Minze vermittelt beim Riechen eine Ganztrauben-Aromatik – wie immer wurden 20 Prozent der Trauben nicht entrappt. Diese herrlich schwebende burgundische Nase verleiht dem Montegrilli einen edlen Fingerabdruck. Erfrischend geradeauslaufende, rote Johannisbeere, Sauerkirsche mit ätherischer Kräuterwürze, schwebende Erdbeeren, Blutorangen-Abrieb und etwas Teer – ein ätherischer, elfenhafter, feiner und aromatisch sehr verführerischer Wein mit salziger Mineralität. Präzise und zugleich saftige rote Kirsche und rote Johannisbeere gleitet im Mund mit fein strukturierten, verführerisch-samtig geschliffenen Tanninen über die Zunge. Definiert und zugänglich, doch zugleich ein tänzelnder Wein, der viel Trinkfreude bietet und zum nächsten Schluck einlädt. Das ist DER Top-Nebbiolo für warme Sommertage, der auch leicht gekühlt richtig viel Freude machen wird.