Das Weingut Cogno verfügt über circa 12 Hektar Rebfläche. Ravera ist die Amphitheater-Lage direkt neben dem Weingut in Novello und mit beinahe 5 Hektar der größte Einzelbesitz des Weinguts. Mit 70-80 Jahre alten Reben ist es auch eine der ältesten Lagen von Elvio Cogno. Der heutige Ruhm der Lage ist übrigens auch Elvio Cogno zu verdanken, denn sie machten den Anfang hier – alle anderen Weingüter, die hier Parzellen bewirtschaften, kamen erst später! Historisch war das Weingut in La Morra angesiedelt. Die jetzige Besitzerin, Nadia Cogno, ist mit ihrem Mann Valter Fissore und ihrem Vater umgezogen nach Novello, weil die frühere Verbindung mit einem Partner, Marcarini, zerbrochen war. Die Cognos waren damals schon im Besitz ihrer Weinberge in Novello und kauften das alte Bauernhaus dazu, das sie dann mit viel Liebe zum Detail renovierten. Bei Cogno ist die Weinbereitung traditionell. 60 Prozent entrappte Beeren und je nach Jahrgang bis circa 40 Prozent Ganztrauben, also mitsamt ihrer Stiele, werden ungefähr 10 Tage lang im Stahltank vergoren. Die Stiele tragen vor allem in reifen, warmen Jahren zu extra viel Frische im Wein bei. Sobald nur noch ungefähr 40 Gramm Restzucker im vergärenden Wein sind, wird der Barolo-Hut heruntergedrückt. Nicht mehr wie früher mit Holz, sondern mit einem Netz. Der ganze Trester verbleibt weitere sieben Wochen ungefähr 30 bis 40 Zentimeter unter der Weinoberfläche. Am Ende der Gärung gibt es durch diese Herangehensweise zwar reichlich viele Tannine, aber sie sind stets extrem fein und damit sind die Weine auf lange Sicht finessenreicher. Das ist eine ganz historische Barolo-Herstellung, wie sie eben auch bei Bartolo Mascarello, Giuseppe Mascarello und anderen Traditionalisten gemacht wird. Der Ausbau der Weine erfolgt anschließend für über zwei Jahre im großen slawonischen Holzfass. Dieses Jahr wurde Ende August 2025 bei abnehmendem Mond einen Monat später abgefüllt als sonst. Tiefes, leuchtendes Rubinrot mit etwas Orange. Erdig duftende Nase mit gefallenem Herbstlaub, viel erdiger Würze wie duftender Tabak, Teer, gebrannter Ton, frisch geriebene Muskatnuss und schwebende braune Gewürze, auf druckvoll schiebender dunkler Kirsche. Fleisch, Blut, etwas Nelkenpfeffer, ätherische Kräuterwürze und ein Hauch Trüffel. Was für eine wunderbar zart duftende Nase, die sogar noch zugänglicher ist, als für den Ravera gewöhnlich ist, in diesem jugendlichen Stadium. Diese brummende Erdigkeit, rauchige Mineralik und Frische machen den Wein wie immer sehr attraktiv. Nach etwas Zeit im Glas entwickelt sich blaue Frucht wie Zwetschgen, Heidelbeeren, sowie ein Hauch Vanille und Lavendel. Ausgewogenheit und Harmonie sind die Kennzeichen der Lage Ravera. Im Mund hat der Wein viele feine, geschliffene Tannine mit harmonierender, präziser, linearer Frische. Die jungen Tannine klammern sich momentan noch an Zähne und Zunge, bis sie kreidig im Nachhall verschwinden. Reife, rote und süße schwarze Johannisbeere, Pflaumen, süße Brombeeren mit dunkler Schokolade. Ein athletisch definierter Ravera mit weißem Pfeffer und ätherischen Kräutern auf körperreicher Frucht im Spiel mit zarter Würze. Dieses Jahr unterzog Winzer Valter Fissore die Trauben der strengsten Auslese ever, es wurden statt 16.000 Flaschen nur 6.000 Flaschen gemacht! Dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen. Dieser Ravera ist ernster als sonst, er hat im Mund nicht das für gewöhnlich sofort zugängliche saftige »Lecker-Gen«, sondern eher klassisch strukturierte, erhabene Tannine. Die harmonische Balance dieses »Muskel-Ravera« ist herausragend, körperreich und druckvoll! Ein schicker Wein!