Elvio Cogno: Barolo Ravera 2022

Elvio Cogno: Barolo Ravera 2022

Holzkiste

Zum Winzer

Nebbiolo 100%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2044
Verpackt in: 6er OHK
strukturiert
saftig
pikant & würzig
Lobenberg: 97/100
Parker: 94/100
Decanter: 94/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Ravera 2022

97
/100

Das Weingut Cogno verfügt über circa 12 Hektar Rebfläche. Ravera ist die Amphitheater-Lage direkt neben dem Weingut in Novello und mit beinahe 5 Hektar der größte Einzelbesitz des Weinguts. Mit 70-80 Jahre alten Reben ist es auch eine der ältesten Lagen von Elvio Cogno. Der heutige Ruhm der Lage ist übrigens auch Elvio Cogno zu verdanken, denn sie machten den Anfang hier – alle anderen Weingüter, die hier Parzellen bewirtschaften, kamen erst später! Historisch war das Weingut in La Morra angesiedelt. Die jetzige Besitzerin, Nadia Cogno, ist mit ihrem Mann Valter Fissore und ihrem Vater umgezogen nach Novello, weil die frühere Verbindung mit einem Partner, Marcarini, zerbrochen war. Die Cognos waren damals schon im Besitz ihrer Weinberge in Novello und kauften das alte Bauernhaus dazu, das sie dann mit viel Liebe zum Detail renovierten. Bei Cogno ist die Weinbereitung traditionell. 60 Prozent entrappte Beeren und je nach Jahrgang bis circa 40 Prozent Ganztrauben, also mitsamt ihrer Stiele, werden ungefähr 10 Tage lang im Stahltank vergoren. Die Stiele tragen vor allem in reifen, warmen Jahren zu extra viel Frische im Wein bei. Sobald nur noch ungefähr 40 Gramm Restzucker im vergärenden Wein sind, wird der Barolo-Hut heruntergedrückt. Nicht mehr wie früher mit Holz, sondern mit einem Netz. Der ganze Trester verbleibt weitere sieben Wochen ungefähr 30 bis 40 Zentimeter unter der Weinoberfläche. Am Ende der Gärung gibt es durch diese Herangehensweise zwar reichlich viele Tannine, aber sie sind stets extrem fein und damit sind die Weine auf lange Sicht finessenreicher. Das ist eine ganz historische Barolo-Herstellung, wie sie eben auch bei Bartolo Mascarello, Giuseppe Mascarello und anderen Traditionalisten gemacht wird. Der Ausbau der Weine erfolgt anschließend für über zwei Jahre im großen slawonischen Holzfass. Dieses Jahr wurde Ende August 2025 bei abnehmendem Mond einen Monat später abgefüllt als sonst. Tiefes, leuchtendes Rubinrot mit etwas Orange. Erdig duftende Nase mit gefallenem Herbstlaub, viel erdiger Würze wie duftender Tabak, Teer, gebrannter Ton, frisch geriebene Muskatnuss und schwebende braune Gewürze, auf druckvoll schiebender dunkler Kirsche. Fleisch, Blut, etwas Nelkenpfeffer, ätherische Kräuterwürze und ein Hauch Trüffel. Was für eine wunderbar zart duftende Nase, die sogar noch zugänglicher ist, als für den Ravera gewöhnlich ist, in diesem jugendlichen Stadium. Diese brummende Erdigkeit, rauchige Mineralik und Frische machen den Wein wie immer sehr attraktiv. Nach etwas Zeit im Glas entwickelt sich blaue Frucht wie Zwetschgen, Heidelbeeren, sowie ein Hauch Vanille und Lavendel. Ausgewogenheit und Harmonie sind die Kennzeichen der Lage Ravera. Im Mund hat der Wein viele feine, geschliffene Tannine mit harmonierender, präziser, linearer Frische. Die jungen Tannine klammern sich momentan noch an Zähne und Zunge, bis sie kreidig im Nachhall verschwinden. Reife, rote und süße schwarze Johannisbeere, Pflaumen, süße Brombeeren mit dunkler Schokolade. Ein athletisch definierter Ravera mit weißem Pfeffer und ätherischen Kräutern auf körperreicher Frucht im Spiel mit zarter Würze. Dieses Jahr unterzog Winzer Valter Fissore die Trauben der strengsten Auslese ever, es wurden statt 16.000 Flaschen nur 6.000 Flaschen gemacht! Dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen. Dieser Ravera ist ernster als sonst, er hat im Mund nicht das für gewöhnlich sofort zugängliche saftige »Lecker-Gen«, sondern eher klassisch strukturierte, erhabene Tannine. Die harmonische Balance dieses »Muskel-Ravera« ist herausragend, körperreich und druckvoll! Ein schicker Wein!

Jahrgangsbericht

Der kontrastreiche Extrem-Jahrgang 2022 haarscharf unterhalb der Jahrhundert-Klasse verzaubert im Piemont mit unerwarteter Frische. Auf lehmigen alten Top-Terroirs lieferten perfekt präparierte Reben nach sanfter Extraktion hocharomatische, intensiv konzentrierte Meisterwerke voller Saft und Harmonie.

94
/100

Parker über: Barolo Ravera

From the prized MGA site in Novello, the Elvio Cogno 2022 Barolo Ravera is initially shy and benefits from a long decant. With time, it reveals aromas of dark fruit, iron ore, dried violet and iris and hints of dried fig, reflecting the warmth of the vintage. The wine is lean and direct on the palate, showing dry, fine-grained tannins and medium length. Made from 100% Nebbiolo, primarily the Lampia and Michet sub-varieties, it comes from 2.5 hectares of vineyards at 380 meters above sea level. Fermented in stainless steel and aged for 24 months in large Slavonian oak botti, production totals 7,800 bottles.

94
/100

Decanter über: Barolo Ravera

Tightly wound, this is one of the few 2022s that demands ageing, hinting at white blossom and dark red berries. Vertical in progression, the palate is measured in power and judiciously concentrated but not rich. Base notes of earth, creosote and stone lurk at its depths, while thrilling, grainy tannins are textured and in step with the fruit – though still clenched in an iron fist. Given a harvest of small berries with very thick skins, Valter Fissore avoided including whole bunches with stems, and shortened submerged cap macerations to curb tannin extraction.

Suckling über: Barolo Ravera

Fresh and floral with blood oranges, smashed violets, candied cherries and a whiff of balsamic. Medium-bodied, austere and firm, showing muscular tannins with tight texture and brilliant acidity. Needs time. Try from 2027.

Mein Winzer

Elvio Cogno

Das Traditionsweingut Elvio Cogno verfügt über rund 12 Hektar Eigenbesitz in der Gemeinde Novello, alleine 5 Hektar davon sind in der herausragenden Einzellage Ravera angesiedelt.

Barolo Ravera 2022