Elio Altare: Langhe Rosso Larigi 2022

Elio Altare: Langhe Rosso Larigi 2022

Barbera 100%
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2044
strukturiert
seidig & aromatisch
Lobenberg: 98/100
Falstaff: 96/100
Galloni: 94/100
Jeb Dunnuck: 94/100
Italien, Piemont
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Langhe Rosso Larigi 2022

98
/100

Larigi ist Barbera und einer der traditionellen Weine von Altare, der von Anfang an für das Weingut große Bedeutung hatte. Mit diesem Wein experimentierte Elio seit 1983, damals erstmals mit neuem Holz. Lange Zeit und immer wieder gehörte er zu den absoluten Top-Barbera. Silvia macht leider nur noch drei Fässer von diesem grandiosen Wein. Aus einer Produktion von 3.000 Flaschen wurden 900. Die Weinberge werden nach und nach neu bepflanzt, da die Rebkrankheit Flavescence Doree immer mehr um sich greift. Besonders Barbera ist betroffen, und viele Weingüter bepflanzen die Lagen stattdessen mit Nebbiolo. 1,5 Jahre lang in zu 100 Prozent neuem Barrique ausgebaut. Neben Giarborina und La Villa ist das der einzige Wein des Weinguts mit 100 Prozent Neuholz. Nach drei Jahren kommt der Wein auf den Markt. Der Wein hat eine sehr würzige Nase, nicht so sehr diese zufließende, opulente Frucht, sondern eine hohe Eleganz verströmend. Feine schwarze Kirsche, auch ein bisschen Pfirsich, rote Kirsche und ein kleiner Hauch schwarze Johannisbeere darunter. Voller Finesse, seidig. Im Mund mit einem sensationellen Grip. Wow, da ziehen sich die Augen zusammen! Das ist nicht dieses opulente Barbera-Gefühl, es ist nicht so fette Kirsche, keine Amarena, sondern konzentrierte Schwarzkirsche mit ein bisschen Cassis darunter. Das neue Holz ist aufgrund der sensationellen Frische nicht spürbar. Konzentrierte Zwetschge, Himbeere und Brombeere. Nichts Fettes, einfach nur unendlich fein und lang. Nicht enden wollend. Massive schwarze Lakritze darunter, viel Würze, etwas Koriander in der Unterlage. Aber überhaupt nichts Ordinäres – was Barbera durchaus haben kann. Vielmehr extrem elegant, fast in der Welt eines Top-Barbera von Roberto Voerzio ankommend. Einfach ein großer Wein für ein langes Leben. Der beste Larigi, den ich hier je probiert habe und einer der besten Barbera aller Zeiten in einer superfeinen und hypermodernen Ausführung.

Jahrgangsbericht

2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.

96
/100

Falstaff über: Langhe Rosso Larigi

Sattes, funkelndes Rubinviolett. Warme, ansprechende Nase mit Noten nach Schwarzkirsche, Pflaume, Brombeere und Salzkaramell. Am Gaumen sehr präzise, frische, knackige Frucht, viel Kirsche, geschmeidiges Tannin, hallt lange nach, saftig.

94
/100

Galloni über: Langhe Rosso Larigi

The 2022 Larigi, Altare's 100% Barbera, is a rich, heady wine. A burst of succulent dark plum, spice, mocha, rose petal and a kiss of new oak saturates the palate. Sumptuous and generous, with no hard edges, the 2022 is a total pleasure bomb. All the elements meld together so effortlessly. I would cellar the 2022 for a few years, although it is already pretty delicious today.,,,

94
/100

Jeb Dunnuck über: Langhe Rosso Larigi

Coming from old Barbera vines, the 2022 Langhe Rosso Larigi keeps in the tradition of the estate and was raised in 100% new French oak. In the glass, it’s a youthful dark purple color, while the nose is ripe, pure, and lush with aromas of plum, lavender oils, and vanilla bean. The palate is plush without being heavy and retains ripe tannins and a supple, elegant finish. Larigi is a fantasy name that has no historical reference; rather, it was a name given to the wine by Silvia’s father, Elio, who invented it. Drink 2026-2040.,,

Mein Winzer

Elio Altare

Elio Altare ist das Vorbild für die Erneuerung und die Moderne des Piemonteser Weinbaus. Alle führenden Winzer der Moderne haben von der Weinbergsarbeit bis hin zum Ausbau im Barrique von ihm gelernt.

Langhe Rosso Larigi 2022