Elio Altare: Barolo 2022 1,5 l
100
- Nebbiolo 100%
- rot, trocken
- 15,0% Vol.
- Trinkreife: 2028–2045
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- pikant & würzig
- Lobenberg: 95+/100
- Jeb Dunnuck zu 2021: 94/100
- Italien, Piemont
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Elio Altare, Fraz. Annunziata, 51, 12064 La Morra (CN), ITALIEN
Heiner Lobenberg über:
Barolo 2022
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Dieser Barolo von Altare hieß früher Barolo La Morra, nun aber nur noch Barolo. Das Weingut hat die Village-Lage La Morra verloren, als die Pacht auslief und ein Konkurrent unglaubliche Beträge dafür gezahlt hat. Die Crus sind glücklicherweise Eigentum des Weinguts! Dieser Barolo Classico besteht nun aus einem Blend der Altare Lagen Pernanno in Castiglione Falletto und Sarmassa in Barolo. Seit dem Jahrgang 2020 kommen zudem Trauben aus einer neuen Parzelle hinzu, die Silvia in Roddi pachten konnte, und ab dem Jahrgang 2021 zudem erstmals auch Trauben der Cru Lage Sorano aus Serralunga. Silvia konnte dort eine 0,8 Hektar Parzelle für einen schwindelerregenden Preis erstehen. Das bedeutet, dass die Zusammenstellung des Blends nun erstmal stabil bleiben wird. Gärung und Malo im Stahltank, dann geht der Wein vor Weihnachten zwei Jahre lang in gebrauchtes Holz. Leuchtendes, zartes Rubinrot. Mmmh! Schon die Nase des Weins trägt diesen immer so herrlich verführerischen Fingerabdruck von Altare mit dieser rot-duftenden Frucht in Verbindung mit zart schwebender Vanille und brauner Gewürze! Es wabern reichhaltige, wunderbar »weinige« Noten aus dem Glas. Dieser Wein duftet komplett! Reife, wollüstig saftige Schattenmorellen, aber auch Noten von erfrischendem Hibiskus-Tee, salzigem Kalkstein, weißer Lakritz sowie schwebender Kräuternoten von Salbei, Anis und weißem Pfeffer. Alles schiebt aromatisch ordentlich, mit voller Breitkante, und die Aromen deuten auf perfekt reife Frucht hin. Hier ist trotz des recht warmen und trockenen Jahrgangs absolut nichts überreif oder geht gar in die Richtung von getrockneter Frucht. Im Mund fasziniert dann diese herrliche Saftigkeit – der Wein ist ein imaginärer Blend aus 2017 und dem wunderbaren attraktiven Jahrgang 2020. Reife rote Kirschen in imposanter Konzentration, die verspielt mit roter Johannisbeere, Cranberry und etwas Hagebutte über die Zunge schieben. Knackige rote und schwarze Johannisbeeren und Brombeere mit salziger Frische. Die Tannine sind sehr, sehr fein und von geschliffener, runder Textur, beinahe puderzuckerartig! Im Nachhall bauen sie sich zart und doch dezent griffig auf der Zunge auf, mit cremiger Milchschokolade und etwas weißem Pfeffer im Schlepptau. Aromen von Vanille und ultra verführerischer, zarter brauner Gewürze und etwas Tonkabohne sind harmonisch verwoben. Sie verleihen dem Wein gemeinsam mit seiner schönen Saftigkeit das einzigartige Lecker-Gen. Der Speichelfluss wird durch die Frische und Spannung angeregt. Eine puristische, aber auch schokoladig reife Schönheit, die sicher bereits in wenigen Jahren herrlich attraktive, einladende Trinkfreude liefern wird.
Jahrgangsbericht
2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.
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Jeb Dunnuck zu 2021 über: Barolo
The 2021 Barolo is a youthful deep red color and is expressive on the nose with notes of candied cherries, cranberries, pressed roses, dusty earth, and fresh herbs. Unlike the previous wines tasted for this report, it was raised without the use of new oak and entirely in used barrels. Medium-bodied, it’s a blend from sites across four communes, including Castiglione Falletto, Sarmassa in Barolo, Bricco Ambrogio in Roddi, and Sorano in Serralunga d’Alba. It has a fantastic and even structure, with a spine of ripe acidity, refined tannins, and salty mineral accents, which bring exceptional energy to the wine. Drink over the next 15 or so years.
Elio Altare
Elio Altare ist das Vorbild für die Erneuerung und die Moderne des Piemonteser Weinbaus. Alle führenden Winzer der Moderne haben von der Weinbergsarbeit bis hin zum Ausbau im Barrique von ihm gelernt.