Dieser Sauvignon Blanc besteht zu 74 Prozent aus »Sauvignon Blanc Musqué«, einem besonders aromatischen Klon der Rebsorte. Die Reben stehen auf komplexen Vulkanascheböden und werden biodynamisch bewirtschaftet. 2023 setzte das Eisele-Team erstmals eine Schafherde ein, um das Gras zwischen den Rebzeilen kurz zu halten, ohne dabei den feuchten Boden zu verdichten, wie es durch den Einsatz eines Traktors geschehen wäre. Der 12-monatige Ausbau erfolgte auf der Feinhefe in einer Kombination aus 28 Prozent Edelstahleiern, einem kleinen Anteil Betoneiern sowie 26 Prozent gebrauchten und 38 Prozent neuen Eichenfässern. Zartes, leuchtendes Zitronengelb mit öligen Tränen am Glasrand. Dieser unscheinbar aussehende Wein hat mich schon beim ersten Hineinriechen um den Finger gewickelt. Ebenso wie die Rotweine von Eisele hat dieser Stoff eine schlichtweg umwerfende Aromatik. Jede Nuance ist fein dosiert und stimmig – Worte können kaum beschreiben, WIE verführerisch dieser Tropfen ist! Der Dschinni aus der Wunderlampe in Weinform. Genial! Zart schwebende Zitronencreme und Orangenblüten mit eher kühlen, gelben Noten von Steinobst wie Quitte und Mirabelle, dazu reife Mandarine und der Abrieb einer Grapefruit. Ein Hauch Exotik taucht in Form von Galiamelone, Guave und Passionsfrucht auf. Die cremigen Noten von frischem Brotteig, einladenden braunen Gewürzen und einer Brise wunderbar duftender Bourbon-Vanille verschmelzen mit zart grasigen Noten von Minze und Zitronenmelisse, dabei hat der Wein zugleich einen Hauch einer wunderbar harmonischen Reduktion, die sich als Feuerstein-Mineralik offenbart. Beim Mundeintritt schießt der Wein in alle Richtungen. Die klare, zitrische Fraktion schiebt geradeaus über die Zunge – im Nachhall hinterlässt sie Limette, eine salzige Mineralik sowie eine geradlinige und dabei auch »reife« Säure. Trotz aller Definition hat diese perfekte Frische nichts Rohes. Die cremige Fraktion nimmt sogleich die Seiten der Zunge ein, mit frischem Brioche und Vanille-Chantilly. Dieses spannungsgeladene Wechselbad der Aromen ist genauso typisch für Eisele Vineyard wie der durch die Bank unwiderstehliche Sex-Appeal der Weine. Ein Zickzack von geradliniger Salzigkeit hin zu wohlig warmen, verführerischen braunen Gewürzen und mineralischem Sternenstaub, mit der Perfektion genau ausgereifter Frucht dazwischen. Finesse ist dabei seine Superpower. Dieser Wein steht den besten Weißweinen aus Bordeaux in nichts nach. Domaine de Chevalier, Smith Haut Lafitte – selbst mit einem La Mission Haut-Brion Blanc könnte es dieser Stoff aufnehmen. Das Beste an diesem Wein ist aber die Trinkfreude und sein „Lecker-Gen“ – man hat unweigerlich Lust auf den nächsten Schluck. Einfach herrlich!,