Doniene Gorrondona: XX 2021

Doniene Gorrondona: XX 2021

Neu

Zum Winzer

Hondarribi Zuri 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2036
fruchtbetont
mineralisch
voll & rund
Lobenberg: 94–95/100
Penin zu 2019: 93/100
Spanien, Txakoli
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
XX 2021

94–95
/100

Von diesem Wein gibt es keine 3.000 Flaschen. Schade eigentlich, denn er ist absolut »unique«. Er besteht zu 100 Prozent aus der im Baskenland heimischen Rebsorte »Hondarribi Zuri«. Nach einer sorgfältigen Handlese wird er ausschließlich aus reinem Vorlaufmost (»Mosto de Lágrima«) gewonnen, also ohne jegliches Pressen der Trauben. Es folgt die spontane Gärung mit wilden Hefen und schließlich ein siebenmonatiger Ausbau in 500 Liter fassenden Fässern aus französischer Eiche und Kastanie. Im Glas zeigt er sich in mittlerem, brillant leuchtendem Goldgelb mit viskosen Tränen am Rand. Die Nase ist ein faszinierendes Sammelsurium vielschichtiger Gewürze und reicher Aromen vom Holzausbau auf perfekt reifer, gelber Frucht. Während der »kleine« Hondarribi Zuri des Weinguts an Chablis erinnert, befinden wir uns hier eher an der »Côte de Beaune«. Wahnsinn! Und dabei haben von dieser Rebsorte aufgrund ihrer winzigen Produktion bisher wohl nur die wenigsten gehört. Fein abgestimmte Noten von Vanille, Kokos, Tonkabohne und etwas Zedernholz treffen auf Nougat, weißen Honig, geschälte Mandeln und Zimt. Darunter liegen reife rote und gelbe Äpfel, Orangenfilets, Mandarinen-Käsekuchen, etwas Passionsfrucht und Alphonso-Mango, untermalt von zart rauchigen Röstaromen. Die Nase ist beinahe überschwänglich in ihrer Intensität und zugleich doch harmonisch und attraktiv. Insgesamt wirkt er etwas reifer und fruchtintensiver als ein Meursault, dennoch ist hier nichts »fett« – der Wein steht auf einem festen Fundament aus mineralischer Definition. Am Gaumen ist der Wein mindestens ebenso erstaunlich: saftiger Apfelkuchen mit einem Hauch Zimt und Vanille, aufgepeppt durch eine spannungsgeladene, salzig-mineralische Säure. Die dezent griffige Haptik im Nachhall legt Noten von Zitronen- und Limettenabrieb frei. Die »Holzregler« sind präsent, aber mit Präzision auf Perfektion eingestellt. Ein wirklich toller Wein!

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Verkostungsnotiz
93
/100

Penin zu 2019 über: XX

Leuchtendes Gelb. In der Nase feine Hefen, salzig, blumig und Safran. Ausdrucksvoll und offen. Im Mund voll, lebhaft, geschmackvoll, schöne Säure und würzig.

Verkostungsnotiz

Weingut über: XX

Der Winter war trockener als üblich, was gute Bedingungen für den Rebschnitt bot. Der Frühling begann früh, wie es in den letzten Jahren üblich war. Ende Februar hatten die Knospen der wärmsten und geschütztesten Weinberge bereits ausgetrieben. Der Frühling war mild und sonnig, Der Frühling war mild und sonnig, die Weinberge zeigten eine gute Blüte. Die Blüte begann in der ersten Juniwoche, verlief im Allgemeinen bei gutem Wetter und relativ schnell. Der Hagelsturm am 16. Juni verursachte Schäden in den Weinbergen im östlichsten Teil der Gegend von Basigo, die glücklicherweise gut verheilt sind. Von diesem Datum an und bis zum 20. August herrschte kühles, bewölktes und feuchtes Wetter, jedoch paradoxerweise mit geringen Niederschlagsmengen, sodass sich der Vegetationszyklus auf einigen Parzellen verzögerte und die Reifephase zwischen dem 15. August und dem 5. September uneinheitlich verlief. Die Reifezeit war in ihrer ersten Phase sonnig und im letzten Abschnitt kühler. Die Weinlese erfolgte in drei Phasen zwischen dem 24. September und dem 16. Oktober, je nach Reifegrad der Parzellen und bei für diese Jahreszeit sehr kühlen Temperaturen. Es wurden Trauben aus den Lagen Artatxuzahar, Panadiene und Iturriaga in Bakio ausgewählt, Weinberge in mittlerer Höhe des Tals mit komplexen lehmigen Mergelböden. Zwischen dem 25. September und dem 8. Oktober. Manuelle Lese und Kisten. Die Trauben gelangen innerhalb von maximal 3 Stunden in den Weinkeller. Handlese mit Auswahl gut ausgebildeter Trauben. Die Trauben gelangen innerhalb von maximal drei Stunden in den Weinkeller und durchlaufen eine zweite Auswahl vor dem Entrappen. Kaltmazeration, um eine maximale Aromaextraktion zu erzielen. Herstellung aus Vorlaufmost, Most, der ohne Pressen der Trauben gewonnen wird. Gärung mit eigenen autochthonen Hefen, drei Monate Reifung auf der Hefe im Tank und sieben Monate Reifung in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche und Kastanie. Abfüllung im September 2022. Anschließend Reifung in der Flasche. Dieser Wein wurde XX genannt, in Anlehnung an das zwanzigjährige Bestehen des Weinguts DONIENE GORRONDONA. Im Jahr 1994 begannen die heutigen Eigentümer mit der Wiederbelebung der Txakoli-Tradition in Bakio. Es hat zwanzig Jahre gedauert, bis dieser lagerfähige Wein hergestellt werden konnte. Das Bild auf dem Etikett entspricht dem Gemälde von Adolfo Guiard mit dem Titel „El Aldeano de Bakio” (Der Dorfbewohner von Bakio). Das Weingut hat dieses Bild aufgrund seines künstlerischen Wertes ausgewählt. Adolfo Guiard ist ein Klassiker der baskischen Malerei, der die Neuheit des Impressionismus aus Paris mitbrachte. Er wurde in Bilbao geboren und lebte Ende des 19. Jahrhunderts in Bakio. Er malte dieses Bild im Auftrag von Ramon de la Sota zusammen mit „La Siega” (Die Ernte) und „De promesa” (Das Versprechen). Das Bild, das eine ländliche Szene in Bakio darstellt, sorgte damals für Kontroversen: Es erhielt sowohl Lob als auch Kritik für den impressionistischen Stil des Werks und seine Farbgebung. Das Gemälde gehört heute zum Museum der Schönen Künste in Bilbao, wo es ausgestellt ist. Als dies bekannt wurde, kontaktierte die Weinkellerei über das Museum der Schönen Künste den Eigentümer des Gemäldes – damals ein Nachfahre von Ramon de la Sota –, der die Verwendung für das Design dieses Weins genehmigte. Strohgelb mit zitronengelben Reflexen. Seidigkeit und Salzigkeit sind die Hauptmerkmale dieses Weins. Gute Balance zwischen Säure, Mineralität und Bouquet: Feine und elegante Aromen. Frische und Holz. Ein Wein, der sich gut entwickelt und Mineralität charakterisieren diesen Jahrgang. Süße Noten ausgeprägte und attraktive Tertiäraromen. wie frische Quitte und Crema Catalana. Orange, Gras und Lakritz. Dezente Noten von Butterscotch und gesalzener Butter. Vollmundiger und cremiger Wein mit langem und komplexem Abgang. Präsenz von Zitrusfrüchten wie Orange und Grapefruit.

Mein Winzer

Doniene Gorrondona

Das Weingut Doniene Gorrondona liegt ca. 30 km nordöstlich von Bilbao direkt am Meer im kleinen baskischen Badeort Bakio. Bekannt ist Bakio und die pittoreske, vorgelagerte Insel »San Juan de Gaztelugatxe« als Drehort von »Game of Thrones«. Ureigenste Biskaya und uriges Baskenland, wild und...

XX 2021