Die Mineralität von Sancerre haut komplett rein, in diesem extremen Jahr 2024. Die Visitenkarte des Hauses kann eigentlich nicht als solche bezeichnet werden. Der “einfache” Sancerre ist unglaublich ergiebig und komplex, sehr erwachsen. Leicht hefig ein bisschen Aprikose. Nachdem 2024 für viele Domaines der Region ein Schlag war, ging es den meisten in 2025 nicht unbedingt besser. Erneut ein unglaublicher Pilzdruck und fehlende Reife. In der Nase dieses Sancerre merkt man aber das Fingerspitzengefühl und das generelle Know-How der Vacherons. 2025 war das erste Jahr in dem Jean-Do’s Sohn, Joseph Verantwortung im Weingut übernommen hat. Aprikose, Mirabelle und Clementine. Es legt sich ein bisschen Kräuterwürze hinzu, mit fermentiertem Grüntee und Salbei. Der Sancerre von Vacheron ist ziemlich highend, wenn man ihn mit anderen Villages vergleicht. Er sticht schon durch seine hohe Reife bei gleichzeitiger ernormer Spannung heraus. Die Domaine legt extrem viel Wert auf diesen Wein, er bekommt dieselbe Behandlung wie die Lagenweine. Die Frucht springt hier zwischen der knackigen Frische und einer charmanten Gelbfrucht. In 2025 ist die Exotik nochmal eine ganze Schippe eleganter und feiner. Die Säure ist wunderbar animierend und zeigt sich direkt im Speichelfluss. Ja, genau so wollte man Sancerre immer haben, beschwingt frisch, puristisch, mineralisch und hedonistisch zugleich.