Alle Weine bei Grivot stammen aus eigenen Weinbergen. Die Weinbergsarbeit ist biologisch. Strenge Sortiermaßnahmen sorgen für extrem sauberes Lesegut. Der Ausbau erfolgt in der Regel über 15 Monate in Fässern aus Allier-Eiche, der Neuholzanteil ist eher moderat, in der Regel maximal ein Drittel. Die Vinifikation wird je nach Jahrgang leicht angepasst, immer mit vorsichtiger Schwefelung von Beginn an, um ungewollte Weinbergshefen zu unterdrücken und die Kellerhefe zu begünstigen. Gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert unter Berücksichtigung der optimalen Mondphasen. Alle Weine bei Grivot werden zu 100% entrappt. Das ist eine Besonderheit dieses Weingutes, hier wird nie mit Ganztrauben gearbeitet und alles spontanvergoren auf nahezu 0 Gramm Restzucker. Zuvor gibt es eine 3 bis 5 tägige Kaltmazeration nach der Entrappung mit unverletzten Beeren schon im eigentlichen Gärständer. Die kalt am morgen gelesenen Weine kommen so kalt rein, dass der Gärbeginn im kalten Keller automatisch einige Tage in Anspruch nimmt. Ganz klar fruchtdominiert, wie alles hier, komplett entrappt mit einer sehr schonenden Vorgehensweise und einer Maschine „state of the art“. Diese Tage der Kaltmazeration lösen in den Beeren bereits gewisse Prozesse aus, Hefen und Bakterien arbeiten und das gibt final dann sicherlich einen Kick in Richtung dieser Frische. Obwohl die Weine keine Rappen enthalten weisen sie durchaus dieselbe Frische wie diese auf. Diesen Richebourg nach dem Clos de Vougeot und dem Echezeaux zu probieren, zeigt immer auch wieder das Beste von diesen anderen Weinen, denn der Richebourg vereint diese monolithische, druckvolle Hedonismus des Clos-Vougeot mit der Kraft und Süße des Echezeaux. Und das kuriose ist, dass Richebourg von allem mehr hat. Viele halten Richebourg für den besten Grand Cru überhaupt, manche stehen zum Chambertin, manche finden die Weine der Domaine Romanée-Conti spannender. Aber der Richebourg ist so unglaublich reichhaltig, druckvoll, intensiv, und dennoch voller Vibration und Feinheit. In diesem Jahr der Köstlichkeit, das 2023 ist, kommt er mit duftiger Exotik aus dem Glas. Was für eine Rakete! Wir haben Brombeerstrauch und Herbstlaub, warmen Stein und süßes Pumpernickel, Orangenschale und Mango. Ein gigantischer Wein für diesen Jahrgang. Er ist nicht wuchtig, nicht üppig, sondern total feingliedrig und seidig-zart bis zum Gehtnichtmehr. Süße Gewürze rollen im Nachhall durch, Lebkuchen, Pain d’Epices. Er steht für Minuten im Mund, schiebt immer weiter an mit seinen wärmenden Händen im Rücken. Für einen so zarten Wein ist er unerhört lang. Ein Richebourg für den Hedonismus.