Alle Weine bei Grivot stammen aus eigenen Weinbergen. Die Weinbergsarbeit ist biologisch. Strenge Sortiermaßnahmen sorgen für extrem sauberes Lesegut. Der Ausbau erfolgt in der Regel über 15 Monate in Fässern aus Allier-Eiche, der Neuholzanteil ist eher moderat, in 2023 ein Drittel, ein Drittel in Fässern von 2021 und ein Drittel alte, neutrale Fässer. Die Vinifikation wird je nach Jahrgang leicht angepasst, immer mit vorsichtiger Schwefelung von Beginn an, um ungewollte Weinbergshefen zu unterdrücken und die Kellerhefe zu begünstigen. Gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert unter Berücksichtigung der optimalen Mondphasen. Alle Weine bei Grivot werden zu 100% entrappt. Das ist eine Besonderheit dieses Weingutes, hier wird nie mit Ganztrauben gearbeitet und alles spontanvergoren auf nahezu 0 Gramm Restzucker. Zuvor gibt es eine 3 bis 5 tägige Kaltmazeration nach der Entrappung mit unverletzten Beeren schon im eigentlichen Gärständer. Die kalt am morgen gelesenen Weine kommen so kalt rein, dass der Gärbeginn im kalten Keller automatisch einige Tage in Anspruch nimmt. Ganz klar fruchtdominiert, wie alles hier, komplett entrappt mit einer sehr schonenden Vorgehensweise und einer Maschine „state oft he art“. Diese Tage der Kaltmazeration lösen in den Beeren bereits gewisse Prozesse aus, Hefen und Bakterien arbeiten und das gibt final dann sicherlich einen Kick in Richtung dieser Frische. Obwohl die Weine keine Rappen enthalten weisen sie durchaus dieselbe Frische wie diese auf. Bei manchen Erzeugern ist der Clos de Vougeot ein schwacher Grand Cru, bei manchen ein strahlendes Highlight. Natürlich muss sich bei Grivot der Clos-Vougeot dem Richebourg beugen, manchmal sogar dem Echezeaux. Aber insgesamt gehört dieser Wein potenziell zu den ganz großen Weinen des Burgunds. Grivots Plot ist zwar im unteren Teil des Weinbergs, der auf dem Papier als schwächer gilt, aber der Plot ist sehr lang. Die Parzelle beginnt direkt unterhalb des Château bis an die Straße, somit wechselt das Terroir innerhalb der Parzelle quasi drei mal. Mit feineren, spannungsreichen Trauben oben und reichen, harmonischen Trauben unten. Der Blend ist dann die perfekte Vermählung, was Grivots Clos de Vougeot immer zu einem der allerbesten macht. 2023 ist der Jahrgang, der beweist, dass der Clos de Vougeot auch freundlich sein kann, dass er charming sein kann – und das schon in der Jugend. Ich kann mich an keinen Clos Vougeot erinnern, der so zugänglich und delikat war, bei dem die Tannine so cremig und samtig dahingeschmolzen sind, dass man ihn einfach aus dem Fass heraus schon gerne trinken mag. Er hat genug Substanz und Struktur, um den Test der Zeit zu bestehen, das ist es gar nicht, aber er ist so köstlich, so umarmend und reich in seiner blumigen Süße mit etwas Bitterschokolade und Creme de Cassis, dass man sich wirklich von den Kellerreserven fernhalten muss, um das überhaupt herauszufinden. Wir haben sogar etwas Mango und Orangenschale in diesem Stoff. Diese Exotik der 2023er ist wirklich etwas, das man nicht alle Tage findet. Die Sauerkirsche sucht man jedenfalls vergebens in diesem Jahrgang. Eine Ode an die Freude. ,