Alle Weine bei Grivot stammen aus eigenen Weinbergen. Die Weinbergsarbeit ist biologisch. Strenge Sortiermaßnahmen sorgen für extrem sauberes Lesegut. Der Ausbau erfolgt in der Regel über 15 Monate in Fässern aus Allier-Eiche, der Neuholzanteil ist eher moderat, in 2023 ein Drittel, ein Drittel in Fässern von 2021 und ein Drittel alte, neutrale Fässer. Die Vinifikation wird je nach Jahrgang leicht angepasst, immer mit vorsichtiger Schwefelung von Beginn an, um ungewollte Weinbergshefen zu unterdrücken und die Kellerhefe zu begünstigen. Gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert unter Berücksichtigung der optimalen Mondphasen. Alle Weine bei Grivot werden zu 100 Prozent entrappt. Das ist eine Besonderheit dieses Weingutes, hier wird nie mit Ganztrauben gearbeitet und alles spontanvergoren auf nahezu 0 Gramm Restzucker. Zuvor gibt es eine rund einwöchige tägige Kaltmazeration nach der Entrappung mit unverletzten Beeren schon im eigentlichen Gärständer. Die kalt am morgen gelesenen Weine kommen so kalt rein, dass der Gärbeginn im kalten Keller automatisch einige Tage in Anspruch nimmt. Ganz klar fruchtdominiert, wie alles hier, komplett entrappt mit einer sehr schonenden Vorgehensweise und einer Maschine „state oft he art“. Diese Tage der Kaltmazeration lösen in den Beeren bereits gewisse Prozesse aus, Hefen und Bakterien arbeiten und das gibt final dann sicherlich einen Kick in Richtung dieser Frische. Obwohl die Weine keine Rappen enthalten weisen sie durchaus dieselbe Frische wie diese auf. Die Nase dieses Chambolle 1er Cru aus der speziellen Lage Combe d’Orveau, die direkt an den Echezeaux Grand Cru angrenzend ist, verspricht einen entsprechend spannungsgeladenen Wein. Wir haben die kühle Saftigkeit des Jahrgangs, die mich wirklich überrascht, aber es war eben kein so heißer Sommer am Ende. Es ist schon übers Gesamtjahr kühler als 2022 gewesen. Er hat diese große Energie im Mund, diese zupackende Kreidigkeit. Dieser Pinot kann häufig durchaus in der Liga der Premiers Crus mitspielen, weil er die Seriösität und die Struktur hat, aber zugleich so unendlich fein und schwebend ist. Er braucht auch im zugänglichen 2023 ein paar Jahre im Keller, aber er ist grandios balanciert, so schick und zart. Totale Verspieltheit, kein Fett, unglaubliche Eleganz. Kein Jahr zum Niederknien, aber eines für die überbordende Freude.