Domaine Dominique Gruhier: Chablis Premier Cru Montee de Tonnerre 2023

Domaine Dominique Gruhier: Chablis Premier Cru Montee de Tonnerre 2023

Zum Winzer

Chardonnay 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2043
frische Säure
exotisch & aromatisch
voll & rund
Lobenberg: 94–95/100
Weinwisser: 93–95/100
Frankreich, Burgund, Epineuil
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chablis Premier Cru Montee de Tonnerre 2023

94–95
/100

Montee de Tonnerre zählt sicher zu den besten 1er Crus, liegt am großen Hang der Grands Crus in Chablis und ist nicht zuletzt dank Raveneau eine der berühmtesten Lagen der Gemeinde. Die Reben sind uralt, direkt nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in 1945 gepflanzt. Sie stehen weit oben am Waldrand, was die Reife immer gut hinauszögert, sodass er recht spät lesen kann und durch die Abwinde auch gut biologisch arbeiten kann. Sehr dichte Nase mit der typischen Zugänglichkeit und Gourmandise von Gruhier, aber es kommt eine Dimension dazu. Wir haben deutlichen Holzeinfluss in diesem komplett in Demi-muids ausgebauten Cru, das hat man bei Gruhier selten. Das ist natürlich ein bisschen sein Herzstück, diese winzige Parzelle 1er Cru mit den uralten Reben. Da legt er alles rein. Man hat wahnsinnig viel Wein im Mund, er kommt krachend rein, vibrierend, spannungsgeladen. Die Salzigkeit lässt den Speichel fließen. Der Montee de Tonnerre macht keine Gefangenen. Seine Power ist aber keineswegs fett, sondern zieht direkt nach oben in die Vertikale, elektrisierend und vital mit dieser Zitronengras-Limettenzesten-Kombo hintenraus. Leider hat Gruhier nicht viel Besitz in Chablis und die Crus werden nur in mikroskopischen Mengen erzeugt. Wir konnten nur wenige Kisten ergattern, schäzte sich glücklich, wer ein paar Flaschen hat. Der 2023er ist wirklich eine Bombe, gefällt mir noch besser als der 2022er.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2023 präsentiert sich als eine perfekte Symbiose aus Klassik und Moderne. Nach den extremen Hitzejahren der Vergangenheit wirken die 2023er wie ein »tiefes Ausatmen«. Sie sind geprägt von seidiger Textur, cremiger Zugänglichkeit und einer hellen, strahlenden Frucht. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus Transparenz für das jeweilige Terroir und einer verführerischen Extraktsüße. 2023 war für die Winzer im Burgund ein Befreiungsschlag in Sachen Quantität. Trotz der großzügigen Erträge fehlt es den Weinen nicht an Konzentration, da hohe Extraktwerte einer Verwässerung entgegenwirkten. Das Wetter war über den Sommer moderat mit ausreichend Niederschlag, bis eine extreme Hitzewelle kurz vor der Lese im September für den finalen Schub an Reife und Dichte sorgte. Während die Weißweine an die Reichhaltigkeit von 2018 erinnern, bewahren sie durch eine feine Säurefrische ihre klassische Brillanz. Es ist ein Jahrgang des puren Genusses, der bereits in seiner Jugend viel Freude bereiten wird und bei den Rotweinen an die reiche Eleganz von 2019 erinnert.

93–95
/100

Weinwisser über: Chablis Premier Cru Montee de Tonnerre

Grüne Kräuter, Zitronenzesten, feine Gewürze und dezente Röstnoten. Am Gaumen Zitrusfrüchte, leichte Würze, viel Finesse und Potenzial, braucht Zeit.

Mein Winzer

Domaine Dominique Gruhier

Dominique Gruhier gehört ebenso zur kleinen Gruppierung der Vignerons Independants, wie auch zu einer Vereinigung klösterlicher Domänen, die immer noch eigenen Weinbau betreiben. Die Anlage, auch Château d’Epineuil oder Domaine de l'Abbaye du Petit Quincy genannt, ist uralt. Durch eine Schenkung des...

Chablis Premier Cru Montee de Tonnerre 2023