Domaine de Chevalier: Domaine de Chevalier rouge 2025

Domaine de Chevalier rouge 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 65%, Merlot 30%, Petit Verdot 3%, Cabernet Franc 2%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2033–2055
Verpackt in: 12er OHK
tanninreich
voluminös & kräftig
Lobenberg: 97–100/100
Suckling: 97–98/100
Jeff Leve: 96–98/100
Yves Beck: 95–97/100
Galloni: 95–97/100
Lisa Perrotti Brown: 95–97/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Domaine de Chevalier rouge 2025

97–100
/100

Super Schliff schon in der Nase! Viel rote Frucht, aber sehr fein… Feine Lakritze und feiner Blütenduft darüber – von Rosen über Veilchen und Flieder. Sehr schwebend und luftig leicht! Dazu viel rote und etwas schwarze Kirsche. Eine schöne Seidigkeit schon in der Nase. Der Mund ist sehr verspielt und pikant. Große Frische trifft auf rote Fruchtsüße und relativ viel Tannin, das aber weich und seidig ist. Ein sehr harmonischer, tänzelnder und balancierter Domaine de Chevalier. Nicht besser als die großen Jahre 2022 und 2023. Nur anders – ein bisschen feiner und spielerischer im Tannin, dabei total seidig duftig. Ein toller Wert, eine Ode an die Freude! *** Die Domaine de Chevalier ist seit 2009, aber so richtig erst seit 2015, eines der Topweingüter aus Pessac-Léognan. Es steht für mich inzwischen auf einer Stufe mit den Superstars Smith Haut Lafitte, Seguin und Haut Bailly. Im Weingut wird komplett biodynamisch gearbeitet, es ist aber nicht zertifiziert. Sehr alte Reben, Dichtpflanzung, winzige Erträge von unter 500 Gramm je Stock. Seit einigen Jahren nun ist Stéphane Derenoncourt, Starönologe aus Saint-Émilion, Berater und Önologe auf dem Weingut. Alles wird komplett entrappt und gesunde braune Rappen später wieder selektiv hinzugegeben, um die Full-Bunch-Würze und Frische zu erreichen. Es sollen aber auf keinen Fall grüne Aromen dazukommen. Die Vergärung geschieht spontan in offenen Holzgärständern. Sehr moderates Überpumpen, aber auf keinen Fall hartes Runterstoßen, keine starke Extraktion. Die Ernte läuft in vielen Lesegängen, um wirklich optimal reife Trauben zu holen. Die vollständig entrappten Beeren werden dann per Laseroptik auf optimale Reife untersucht – nur das Beste kommt ins Töpfchen. Die spontane Gärung erfolgt dann temperaturkontrolliert über einen langen Zeitraum. Der Ausbau dann später in diversen Gebinden, von Betoneiern über Amphoren und Tonneaux bis zu Stückfässern und klassischen Barriques, zum Teil neues Holz. Die Zukunft der Domaine de Chevalier hat spätestens mit 2015 begonnen.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

97–98
/100

Suckling über: Domaine de Chevalier rouge

The depth of fruit comes through clearly, with a medium body and plenty of berry, chocolate, walnut and bark aromas. Creamy and polished, with a lovely texture and a long and rather endless finish. Soft and precise. 65% cabernet sauvignon, 30% merlot and 5% petit verdot.

Verkostungsnotiz
96–98
/100

Jeff Leve über: Domaine de Chevalier rouge

Mesquite wood, black cherries, cigar box, blue fruits, espresso, and spice fill the aromatics. There is freshness, purity, and elegance here that is impossible to ignore. On the palate, the fruit is clean, with a smoky edge, a hint of spice, and a vibrancy that adds to the length and precision. Give it just a few years in the bottle, and this promises to be a beauty. According to Olivier Bernard, the key to the vintage was the warm, dry summer, followed by the refreshing September rains. The wine blends 65% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, 5% Petit Verdot and 5% Cabernet Franc.12.5% ABV, pH 3.71. Yields were 34 hectoliters per hectare. Harvest took place September 11-September 26. This is the earliest finish to a harvest in the history of Domaine de Chevalier. Drink from 2029-2060.

Verkostungsnotiz
95–97
/100

Yves Beck über: Domaine de Chevalier rouge

Das Bouquet von Domaine de Chevalier 2025 besticht durch seine Intensität, seine Vielfalt und seine Fähigkeit, eine Verbindung zwischen Noten reifer Früchte und blumigen Nuancen herzustellen, während die Reifung subtil im Hintergrund mitschwingt. Der cremige Auftakt bereitet den Weg für einen linearen und harmonischen Verlauf. Die Tannine entfalten sich nach und nach und erreichen ihre Amplitude im letzten Teil des Gaumens. Sie bieten ein hervorragendes Rückgrat zusammen mit einer ebenso strukturierenden wie erfrischenden Säure. Ein vollmundiger, prägnanter und ausdrucksstarker Wein.

95–97
/100

Galloni über: Domaine de Chevalier rouge

The 2025 Domaine de Chevalier is a total stunner. The oak imprint is a bit strong, but the 2025 possesses notable richness and textural depth to handle it all. Signature red-toned fruit and floral overtones soar through the layered, expansive close.

Verkostungsnotiz
95–97
/100

Lisa Perrotti Brown über: Domaine de Chevalier rouge

Intense, Bright, Black Fruit, Dried Herbs, Pencil Lead, Violets, Medium bodied, Refreshing Acidity, Subtle Oak, Velvety Texture, High Tannin, Needs Time

20
/20

Gerstl über: Domaine de Chevalier rouge

Schon dieser sagenhaft edle, präzise Duft fesselt mich total, das sie eine himmlische Duftwolke von eindrücklicher Komplexität und Tiefe, aromatisch brilliant, Frucht, florale Noten, Kräuter, Gewürze, Leder, Tabak, Trüffel, da sind Aromen im Überfluss, nichts ist zu viel, alles fügt sich nahtlos ins edle Duftbild ein. Am Gaumen ein Gedicht, das ist eindrückliche Präzision und Klarheit, superelegant und verführerisch, die Tannine sind sagenhaft fein, der Wein streicht wie eine Feder über die Zunge, man spürt ihn kaum, hat aber einen Mund voll himmlische Aromen. Der raffinierteste Chevalier, den ich kenne ist auch einer der konzentriertesten und komplexesten. (mg)

Falstaff über: Domaine de Chevalier rouge

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zart nach Gewürznelken und Kardamom, dunkles Beerenkonfit, reife Kirschen, schwarze Kirschen, Edelholztouch. Stoffig, Brombeeren, reife Tannine, gute Frische, bleibt lange haften, harmonisch, sicheres Zukunftsversprechen.

Vinum über: Domaine de Chevalier rouge

Reiffruchtige Nase, Tabakwürze, Mokka, Brombeeren, Schwarzkirschen; fruchtiger Auftakt, baut dann aus, cremige Textur, opulent, jedoch nicht schwerfällig, satte Frucht, feinmaschiges Tannin, sehr gute Säurestruktur; langes, vom Barrique geprägtes Finale. Hat sehr gute Anlagen. (Trinken von 2030 bis 2060)

Mein Winzer

Domaine de Chevalier

Die Domaine de Chevalier ist seit Jahren ein zuverlässiger Produzent, der in einer anderen Gewichtsklasse spielt, als seine Preise vermuten lassen – das gilt nicht nur für den Rotwein, sondern auch für den fabelhaften Weißen.

Domaine de Chevalier rouge 2025