Die Gemeinde Chablis wurde in 2024 extrem hart von den Naturgewalten getroffen: erst ein heftiger Frost im Frühjahr, dann sehr viel Mehltau schon in der Blütezeit und im Sommer auch noch mit Hagelschlägen in einigen Weinbergen. In Summe war die Ernte bei vielen Domaines zu über 50 bis 90 Prozent verloren. Billaud-Simon war da leider keine Ausnahme, die Crus wurden nur in kleinsten Mengen erzeugt. Es war ein kühles, sehr klassisches Jahr mit Chablis wie früher, ähnlich zu 2021 oder 2014, wobei es in Summe durch die niedrigen Erträge einen Ticken reifer war als diese beiden und auch ein bisschen mehr Schmelz hat. Insgesamt ein wahnsinnig spannendes Jahr für Fans der großen Chablis-Klassik abseits der modernen, mediterranen Jahre zuletzt. Der Village stammt zum Großteil von eigenen Weinbergen der Domaine, ein kleiner Teil wird als Most zugekauft und selbst ausgebaut. Er wird überwiegend im Edelstahl ausgebaut, also ganz klassisch Chablis, nur 5 Prozent Holztouch. Herrlich aromatische Nase und dabei so wunderbar frisch. Ganz klassische, schlanke, salzig unterlegte Frucht mit grünen und gelben Agrumen, Zitronengras, Feuerstein, kalkig, griffig, schön straff. Das ist klassisches Chablis wie eh und je! Wer es etwas runder und weicher mag, sollte eher zu 2023 greifen, denn 2024 ist voller Fokus auf Kühle und mineralische Straffheit, die keine Gefangenen macht. Tolle Länge und Intensität für einen Village Wein. Der kann locker ein paar Jahre liegen. Macht aber durchaus schon Spaß.