Die Gemeinde Chablis wurde in 2024 extrem hart von den Naturgewalten getroffen: erst ein heftiger Frost im Frühjahr, dann sehr viel Mehltau schon in der Blütezeit und im Sommer auch noch mit Hagelschlägen in einigen Weinbergen. In Summe war die Ernte bei vielen Domaines zu über 50 bis 90 Prozent verloren. Billaud-Simon war da leider keine Ausnahme, die Crus wurden nur in kleinsten Mengen erzeugt. Es war ein kühles, sehr klassisches Jahr mit Chablis wie früher, ähnlich zu 2021 oder 2014, wobei es in Summe durch die niedrigen Erträge einen Ticken reifer war als diese beiden und auch ein bisschen mehr Schmelz hat. Insgesamt ein wahnsinnig spannendes Jahr für Fans der großen Chablis-Klassik abseits der modernen, mediterranen Jahre zuletzt. Die Domaine hat hier einen guten Besitz von über 2 Hektar auf vier Parzellen verteilt. Die Parzellen laufen von der Straße am Auslauf der Lage bis hoch an den Waldrand, decken also die komplette Breite der Lage ab und geben somit ein sehr balanciertes und komplettes Bild des Weinberges. Aus uralten, über 60 Jahre alten Reben. Ausbau zu einem gewissen Teil in Halbstückfässern, die etwas Würze und Dichte geben, aber immer nur so 20 Prozent. In der Jugend ein ausladender Wein mit tiefer Frucht von Grapefruit, grüner Aprikose, Orangenabrieb und grüner Mandarine. Sehr pikant, griffig und dem Jahrgang entsprechend für diesen etwas kraftvolleren Wein fein und mit viel Zug unter der zart-exotischen Frucht. Immer ein sehr beeindruckender, textureller Chablis Cru neben Billauds sehr rassigem Fourchaume.