Der Name dieser Cuvée »Très Vieille Vigne«, zu deutsch »sehr alte Reben«, ist hier wirklich Programm. Wir haben hier mindestens 80, aber sogar bis zu 100 Jahre alte Reben, die im Lieu-Dit »Aux Caves« im Beaujolais-Cru Moulin-a-Vent wurzeln. Reiner, massiver Granitboden auf knapp 250 Metern Höhe. Im direkten Vergleich zum »Le Clachet« sind wir hier schon mehr bei Beaujolais. Die Aromatik ist dunkler, fleischiger, aber dennoch fein. Sehr druckvoll und komplex. 2024 ist griffig und kühl, sehr straff gebaut, weniger opulent als 2023, aber nicht weniger konzentriert. Das ist schon sehr fest und dicht im Kern, niedrige Erträge, viel Kraft, aber das Ganze eng zusammengeschnürt auf hauchfeinen Tanninen, die mit gewaltig viel Energie über den Gaumen rauschen. Viel Druck aus dunkler Beerenfrucht, Brombeere, Cassis, Graphitmineral, Rauch. Das ist schon wirklich dicht und engmaschig irgendwo mit dieser zupackenden Tanninstruktur und dem Fruchtdruck, dennoch ist es schlanker und eleganter als die Vorjahre. Ein Jahrgang für Freunde von 2021, von 2016 und 2012. Wenn man die feine Klassik schätzt, kann 2024 sogar noch vor 2023 stehen. 96/100