2025 steht für Familie Dönnhoff am ehesten mit 2015 und 2005 in einer Reihe durch die hohe Dichte und Vollreife bei zugleich kerniger, aber total reifer Säurestruktur. Die Spätlese entsteht aus grün-gelben und goldgelben Beeren, die noch diese stramme Säurestruktur behalten und dann eben mit einem Hauch Botrytis, aber tatsächlich recht wenig in 2025. Cornelius geht es vor allem um die maximale Frische bei physiologischer Reife. Es gab Botrytis an der Nahe, allerdings nur wenig, was man verwenden konnte. Die Spätlesen sind nicht ganz Botrytis frei, aber es war wirklich nur eine feine Selektion möglich, viel saubere Botrytis gab es nicht. Die Hermannshöhle Spätlese ist ein Meisterstück in 2025. Das ist ganz großes Kino. Schon der Duft vibriert und spannt, Mirabelle, englische Bitterorangenkonfitüre im Duft, aber ohne jede Bitternis, dann Grapefruit, Blutorange, Lavendel. Atemberaubend komplex selbst im jungen Stadium. Es bleibt bis ganz hinten absolut fokussiert und staff, geht null in die Breite trotz ungeheuerlicher Energie und Substanz. Herbsaftig, zupackend, eine göttliche Spätlese, die durch ihren vibrierenden Charakter sogar trockener wirkt als sie ist. Die Hermannshöhle ist für mich das Paradestück in den Spätlesen in 2025.