Ganz alte Weinberge in Hanglange, 500 Meter weit weg vom Fluss. Kies und Quarzit im Boden, anders als Oberhausen und Niederhausen. Kreuznach ist etwas früher dran mit der Reife als die mittlere Nahe, rund eine Woche vorgezogen. Die Weine aus Kreuznach sind etwas an Rheinhessen angelehnt in der Art, sind nicht so extrem karg, etwas umgänglicher in der Art. Das ist vom Feeling schon ein ganz anderes Jahr als 2024, weil es eben keine Frostschäden gab. Die Reben waren entspannt, der Fruchtansatz war gut, das Frühjahr lief relativ sauber durch und der Sommer war sonnig und warm mit ausreichend Wasserverfügbarkeit.” Die Trauben haben am Ende doch weniger Saftausbeute gebracht als gedacht. Der Ertrag war leicht unterdurchschnittlich, obwohl es Anfang des Jahres nach viel mehr aussah. “Es war eine der frühsten Ernten, an die ich mich erinnern kann.”, sagt Helmut Dönnhoff. Anfang September ging es schon los, selbst beim Riesling, der Großteil der Ernte war also vor dem größeren Regen schon drin. Es wurde mit 80 Leuten gelesen am Ende, um den Turbo reinzukriegen. Der Kahlenberg ist ein Herzensweinberg von Helmut Dönnhoff, in dieser Lage hat er in der Weinbauschule schon gearbeitet, später konnte er ein Stück erwerben. Etwas Besonderes für die Familie also. Die Frucht ist etwas kräuteriger geprägt, dann auch steinig, monolithischer in seinem Ausdruck, nicht so fein-verspielt wie die mittlere Nahe hier am Weingut, sondern kerniger und packender. Nicht ganz so wild wie etwa der Höllenpfad, bleibt mehr im Geradeauslauf, hat immer viel Zitrusfrucht, aber diese geniale, reife, sehr harmonische Säurespur. Wenn sich der kleine Prinz wünschte, zeichne mir einen Riesling, dann käme wohl ein Kahlenberg von Dönnhoff heraus. Die große Klassik! Ein kühler Riesling mit feiner Struktur, schön zupackend und fest.