Der Gutswein kommt meistens aus zwei Lagen, Oberhäuser Kieselberg mit Tonschieferboden und Oberhäuser Felsenberg mit vulkanischem Boden. Das ist vom Feeling schon ein ganz anderes Jahr als 2024, weil es eben keine Frostschäden gab. Die Reben waren entspannt, der Fruchtansatz war gut, das Frühjahr lief relativ sauber durch und der Sommer war sonnig und warm mit ausreichend Wasserverfügbarkeit.” Die Trauben haben am Ende doch weniger Saftausbeute gebracht als gedacht. Der Ertrag war leicht unterdurchschnittlich, obwohl es Anfang des Jahres nach viel mehr aussah. “Es war eine der frühsten Ernten, an die ich mich erinnern kann.”, sagt Helmut Dönnhoff. Anfang September ging es schon los, selbst beim Riesling, der Großteil der Ernte war also vor dem größeren Regen schon drin. Es wurde mit 80 Leuten gelesen am Ende, um den Turbo reinzukriegen. Bei den Gutsweinen fließen sie jetzt hier ein. Zudem kommen auch die Vorlesen aus den Ersten und den Großen Lagen dazu. Die Gutsweine bei den Toperzeugern sind einfach nicht mehr das was sie einmal waren, denn ein heutiger Gutswein würde im Vergleich einen Ortswein von vor 10 oder 15 Jahren locker wegpusten. Der Wein hat einen wunderbar moderaten Alkoholgrad von 11.5% vol., ist nie zu schwer. Wenn ich hier ins Glas rieche bin ich direkt im Dönnhoff-Universum angekommen. Das ist so großartig, so verführerisch, so typisch Dönnhoff. Er wächst primär auf vulkanischem Boden. Er hat eine wunderbare Saftigkeit, gelber Pfirsich, Williamsbirne. Keine anstrengende Zitrusfrucht, wir bleiben europäisch und saftig. Frühlingsblumen und grüner Tee, sehr verspielt. Der Archetyp eines Nahe-Rieslings. Immer einer der genialsten Gutsweine mit seiner schicken Fruchtdimension.