Ryan Deovlet ist ein biodynamischer Überzeugungstäter in Santa Barbara, Hochlagen, winzige Mengen. Alte Reben. Die Trauben aus der Lage »La Encantada« werden im Gegensatz zum Zotovich Pinot fast ausschließlich entrappt. Während der Gärung arbeitet Ryan Deovlet mit »Pump-overs«, der Saft wird dabei unten aus dem Fass abgezogen und dann wieder über die oben schwimmenden Trester gepumpt um die Farbe der Trauben zu extrahieren und den Trester feucht zu halten. »Punch-downs«, also das Niederdrücken der Trester im Fass, würden zu viel Tannin aus den Trauben dieser Lage, die durch dickere Traubenschalen gekennzeichnet ist, extrahieren. Eine komplett andere Herangehensweise als beim Zotovich Pinot. Der Ausbau erfolgt in Eichenfässern mit 500 Liter und 228 Liter Fassungsvermögen, aber es wird hier nie neues Holz verwendet, weil für Ryan die Tanninstruktur dann nicht stimmig ist. Mittleres Rubinrot. Dichte, kirschige, und intensiv würzige Nase mit intensiver Mineralität. Hier kann man den Eisengehalt im Boden der Lage förmlich aus dem Glas steigen sehen. Salbei, Rosmarin und Blut, würziges Fleisch, schwarzer Tee und Fleischbrühe. Auch Veilchen tauchen irgendwann mal kurz auf. Ultra vielschichtig und spannend – schon aromatisch ist das ein grandioser Wein, der mit allerlei Speisen perfekt harmoniert. Im Mund hat er feine, beinahe kalkige Tannine. Die salzige Frische, die viele Weine von Deovlet auszeichnet taucht auch hier wieder auf. Knackig, beinahe kristallin. Präzise und mega faszinierend. Das könnte auch ein Biodynamiker aus Morey Saint Denis sein. Dujac oder Prieure Roch. Ryan Deovlet ist einer der spannendsten Winzer Kaliforniens. Top Stoff.
Nach drei trockenen Jahrgängen (2020, 2021 und 2022) startete das Jahr 2023 in Kalifornien für die Reben endlich wieder mit ausreichend viel Niederschlag während der Wintermonate, durch den die Wasserreserven der Weinberge größtenteils wieder aufgefüllt werden konnten. Die Temperaturen blieben im Frühjahr lange kühl, was den Austrieb der Reben extrem verzögerte. Zudem beeinträchtigten diese kühlen Frühlingstemperaturen den Fruchtansatz, was je nach Weinberg auf natürliche Art und Weise zu einer niedrigen Erntemenge und somit zu einer größeren Konzentration führte. Durch die Wachstumsperiode hinweg fielen 2023 in guten Abständen Niederschläge, und es gab keinerlei Trockenstress. Der Sommer verlief im Gegensatz zum heißen Vorjahr 2022 mild und die Trauben konnten langsam und gleichmäßig ausreifen. Zugleich konnten sie eine optimale Balance aus Tanninreife, Frucht und Säure erreichen. Im Herbst wurden die angenehmen Tagestemperaturen durch kühle Nächte ausgeglichen – dies bot nahezu perfekte Bedingungen für die Ausbildung eines komplexen Aromenspektrums. Die Weinlese verlief relativ entspannt und konnte ohne Zeitdruck bei idealer Reife durchgeführt werden. Bereits bei der Gärung legten viele Weine eine beeindruckende Intensität an den Tag, wie man sie nur ganz selten erleben kann. 2023 gilt nach 2021 und 2019 wieder als herausragender, großer Jahrgang.