David Moret arbeitet nur mit Schwerkraft, kein Pumpen, alles geht direkt ins Fass. Im Sommer wird dann vom Fass in Inox umgezogen vor der Abfüllung im Winter nach einem Jahr Ausbau. Auch die Abfüllung erfolgt ohne pumpen. Alle 1ers Crus bekommen rund 30 Prozent neues Holz. Die Weine verblieben bis November 2025 im Fass, dann wurde abgefüllt. Das ist ganz typisch. Zuerst kommt das leichte Toasting des Holzes. Was man riecht ist die Lage. Charmes ist immer runder, kräftiger, er verträgt auch viel neues Holz, hat immer viel Üppigkeit und saftig-hedonistische gelbe Frucht. Im Mund trotz seiner Kraft mit wahnsinnig intensiver, straffer Mineralik, die die gelbfruchtige Opulenz schön durchschneidet. Grüne Birne, weißer Pfirsich, Hefezopf und ein Hauch Kiwi darunter. Feine Rauchigkeit, schon so als Eigenheit. Am Gaumen ist der Wein rund und kraftvoll, aber nicht übermäßig cremig, es ist deutlich feiner als die Nase vermuten lässt. Sehr präzise, sehr geradlinig und doch mit gewaltigem Schub. Ein mineralischer, frischer Powerwein ohne Schwere. Wunderbar! Das ist eine spur intensiver als Pierre Moreys Charmes, dafür nicht so filigran. Es ist eine Stilfrage. Wer mehr Druck und Holzpower am Gaumen haben will, greift zu diesem Wein, wer etwas mehr Leichtigkeit wünscht, kauft Anne Moreys Charmes.