Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Bereits seit vielen Jahren wird hier zertifiziert biologisch gearbeitet. Im Keller werden alle Weine komplett entrappt und spontan im Stahl vergoren, die Beeren werden nicht angequetscht. Rund zwei Wochen dauert die Gärung in den Rotofermentern, die hier verwendet werden. Die Häute platzen durch diesen Prozess von selbst auf. Nach zwei Wochen werden die Schalen rausgenommen und der Wein für eine Woche sedimentiert, anschließend geht er direkt ins Barrique. Ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz. Die Malo findet im Barrique statt. Winzer Fabio Fantino schwört darauf, weil es die Farbe stabilisiert und die auftretende Mikrooxidation dem Wein reduktive Noten nimmt – ein Grund, warum die Weine hier im Vergleich zu den Nachbarn deutlich dunkler sind. Nach einem Jahr im Barrique wird die Hälfte des Weins in größere Fässer umgezogen. Alle Baroli werden bei Conterno Fantino so erzeugt und dann im Juli nach 2,5 Jahren auf Flaschen gefüllt. Die Böden in der Lage Ginestra haben einen hohen Anteil an weißem Lehm. Bei diesem Wein sind wir in der Sublage Sori Ginestra auf einer Höhe zwischen 340 und 360 Metern. Die ältesten Reben wurden hier 1971 gepflanzt und sind nach Süden exponiert. Zusammen mit Mosconi ist das die beste Lage des Weinguts, sie hat die meiste Power und gleichzeitig die höchste Finesse und Frische. Das ist nochmal eine Nummer dichter als der Vigna del Gris. Tiefes, elegant leuchtendes Rubinrot. Dieses Jahr hat der Sori Ginestra die tiefste Farbe aller Conterno Fantino-Weine. Die Nase ist bei meiner Probe im Oktober 2025 etwas zurückhaltend und verschlossen, der Wein wurde erst vor wenigen Monaten im Mai 2025 abgefüllt. Dennoch ist er im Mund druckvoll schiebend mit ordentlich Dampf auf dem Kessel! Reife, saftige, dunkle Kirschen, Blaubeeren und Pflaumen im Spiel mit würzigem Nelkenpfeffer, Leder, Lakritz, rauchigem Teer, Blut und frischem Fleisch. Im Mund bildet diese monumental saftige Schwarzkirsche mit süßen Pflaumen den Grundton für all die anderen mächtigen Aromen. Der Wein ist trotz seiner gnadenlos schiebenden Power wohldefiniert und athletisch, mit vielen feinen und griffigen Tanninen. Im Nachhall bleibt diese samtige, dunkle Frucht mit dunkler Schokolade und einem Hauch schwebendem Lavendel auf der Zunge. Dieser wirklich schöne und wohlproportionierte Wein ist trotz des anderen, offeneren Charakters auf dem gleichen Qualitätslevel wie 2021, er wird bereits in wenigen Jahren zugänglich sein.