Conterno Fantino: Barolo Ginestra Vigna Sori Ginestra 2022
100
- Nebbiolo 100%
- rot, trocken
- 14,5% Vol.
- Trinkreife: 2027–2048
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- seidig & aromatisch
- Lobenberg: 97–98/100
- Suckling: 96/100
- Decanter: 93/100
- Italien, Piemont
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Conterno - Fantino, Via Ginestra, 1, 12065 Monforte d'Alba (CN), ITALIEN
Heiner Lobenberg über:
Barolo Ginestra Vigna Sori Ginestra 2022
/100
Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Bereits seit vielen Jahren wird hier zertifiziert biologisch gearbeitet. Im Keller werden alle Weine komplett entrappt und spontan im Stahl vergoren, die Beeren werden nicht angequetscht. Rund zwei Wochen dauert die Gärung in den Rotofermentern, die hier verwendet werden. Die Häute platzen durch diesen Prozess von selbst auf. Nach zwei Wochen werden die Schalen rausgenommen und der Wein für eine Woche sedimentiert, anschließend geht er direkt ins Barrique. Ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz. Die Malo findet im Barrique statt. Winzer Fabio Fantino schwört darauf, weil es die Farbe stabilisiert und die auftretende Mikrooxidation dem Wein reduktive Noten nimmt – ein Grund, warum die Weine hier im Vergleich zu den Nachbarn deutlich dunkler sind. Nach einem Jahr im Barrique wird die Hälfte des Weins in größere Fässer umgezogen. Alle Baroli werden bei Conterno Fantino so erzeugt und dann im Juli nach 2,5 Jahren auf Flaschen gefüllt. Die Böden in der Lage Ginestra haben einen hohen Anteil an weißem Lehm. Bei diesem Wein sind wir in der Sublage Sori Ginestra auf einer Höhe zwischen 340 und 360 Metern. Die ältesten Reben wurden hier 1971 gepflanzt und sind nach Süden exponiert. Zusammen mit Mosconi ist das die beste Lage des Weinguts, sie hat die meiste Power und gleichzeitig die höchste Finesse und Frische. Das ist nochmal eine Nummer dichter als der Vigna del Gris. Tiefes, elegant leuchtendes Rubinrot. Dieses Jahr hat der Sori Ginestra die tiefste Farbe aller Conterno Fantino-Weine. Die Nase ist bei meiner Probe im Oktober 2025 etwas zurückhaltend und verschlossen, der Wein wurde erst vor wenigen Monaten im Mai 2025 abgefüllt. Dennoch ist er im Mund druckvoll schiebend mit ordentlich Dampf auf dem Kessel! Reife, saftige, dunkle Kirschen, Blaubeeren und Pflaumen im Spiel mit würzigem Nelkenpfeffer, Leder, Lakritz, rauchigem Teer, Blut und frischem Fleisch. Im Mund bildet diese monumental saftige Schwarzkirsche mit süßen Pflaumen den Grundton für all die anderen mächtigen Aromen. Der Wein ist trotz seiner gnadenlos schiebenden Power wohldefiniert und athletisch, mit vielen feinen und griffigen Tanninen. Im Nachhall bleibt diese samtige, dunkle Frucht mit dunkler Schokolade und einem Hauch schwebendem Lavendel auf der Zunge. Dieser wirklich schöne und wohlproportionierte Wein ist trotz des anderen, offeneren Charakters auf dem gleichen Qualitätslevel wie 2021, er wird bereits in wenigen Jahren zugänglich sein.
Jahrgangsbericht
2022 war in ganz Europa ein von Hitze und Trockenheit geprägter Jahrgang. Im Piemont fiel bereits im Winter 2021 kaum Schnee, und es regnete lediglich im Mai und dann wieder im August in sehr kleinen Mengen, was ein wenig zur Erleichterung der Reben beitrug. Vom Austrieb bis zur Lese verlief die Wachstumsperiode ungefähr zwei bis drei Wochen früher als im Durchschnitt. Dieses Jahr war also von extremem Wetter gezeichnet, aber glücklicherweise war es sehr regelmäßig und konstant heiß und trocken – vom Austrieb bis zur Weinlese während des »Indian Summer« – und es gab keine Hitzespitzen. Da die Trockenheit nicht plötzlich eintrat, bildeten die Reben dementsprechend kleinere Blätter und weniger Trauben aus. Vielleicht kamen sie deshalb so erstaunlich gut mit diesen erschwerten Bedingungen klar, weil sie sich seit dem Frühling langsam an diese Situation »gewöhnen« konnten.2022 kann unmöglich generalisiert werden, und jeder Wein verdient es, einzeln betrachtet zu werden. Die etwas kühleren Höhenlagen im Piemont sind häufig auch von durchlässigeren Böden geprägt und dieses Jahr aufgrund der Trockenheit deshalb nicht automatisch besser. So sind 2022 ton- und lehmhaltige Böden mit besserem Wasserhaltevermögen deutlich vorteilhafter als sandigere. Die sonst »besten« Cru-Lagen zeichnen sich durch ihre besonders »perfekte« Ausrichtung zur Sonne und somit noch wärmeren Temperaturen aus. Auch das Alter der Reben und die Herangehensweise jedes Weinguts in den Weinbergen konnte einen entscheidenden Unterschied machen. Wurde durch sanftes Entblättern der Sonnenschutz gewährleistet und die Böden nicht unnötig durch Pflügen geöffnet, was zum stärkeren Verdunsten von Wasser führt, hatten es die Reben bedeutend leichter. Aufgrund der Trockenheit bestand kein Krankheitsdruck, es gab weder Pilzkrankheiten noch Fäulnis, was die Arbeit während der Wachstumsperiode auch erleichterte. In Summe brachten die berühmtesten Lagen 2022 nicht automatisch die besten Weine hervor, wohl aber die kühleren und lehmigeren Böden mit gutem Wasserspeicher der »alten« Terroirs aus Castiglione, Serralunga und Monforte d’Alba, teilweise auch Verduno. 2022 ist laut Aussage von Luca Currado-Vietti vom qualitativen Potenzial her riesig, im Ergebnis aber wegen zweier fehlender Regenschauer im August und September und zwei Grad zu hoher Spitzentemperatur haarscharf unterhalb eines Jahrhundertjahrgangs hängen geblieben. Die Winzer, die viel Zeit in die Weinberge investierten und zudem bereits vor oder bei der Lese gnadenlos aussortiert haben, brachten die beeindruckendsten Weine hervor. Was nicht perfekt oder gar vertrocknet war, gelangte gar nicht erst in den Gärtank. Im Durchschnitt bedeutet das 15 bis 40 Prozent kleine Erträge gesunder und konzentrierter Trauben. Im Keller musste aufgrund des höheren Verhältnisses von Traubenschalen zum Saft sanft extrahiert werden; der Ausbau erfolgte oft ein paar Monate kürzer als sonst und somit etwas reduktiver, um die Frische der Weine zu bewahren.Der Jahrgang 2022 hat einen wunderbaren »Überraschungseffekt«, denn wer überreife Weine erwartet hat, wird das Gegenteil im Glas finden! Die Trockenheit bremste. Aber seit im Jahrgang 2003 ebenfalls Hitze auf Trockenheit traf, haben die Winzer viel dazu gelernt. Was bereits bei den Bordeaux Primeur Proben des Jahrgangs 2022 deutlich wurde, stimmt auch im Piemont: In der Spitze kann 2022 enorm was! Die Weine sind so konzentriert wie 2017, aber mit deutlich mehr Frische ausgestattet. Aromatisch sind sie herrlich intensiv und bereit, eine unwiderstehliche Performance abzuliefern. Die Struktur der Tannine hängt dabei von den oben genannten Faktoren ab. Es gibt strukturiertere Weine, die aber durch ihre Fruchtbalance dennoch meist durchaus harmonisch sind. Ich versichere, dass mit Offenheit ausgestattete Nebbiolo-Liebhaber dieses Jahr mit der ein oder anderen Neuentdeckung belohnt werden, denn 2022 gibt es durchaus viele hervorragende und gar überragende Weine im Piemont, auch wenn 2021 sicher über alle Regionen gesehen harmonischer und gleichmäßiger in seiner Weltklasse rüberkam.
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Suckling über: Barolo Ginestra Vigna Sori Ginestra
Intense and engaging with depth and complexity, showing aromas of bergamot, mint, potpourri and dried cherries alongside licorice, smoky wood and minerals. A perfect mix of modern and traditional styles. Graphite on the palate with firm, dusty yet ripe tannins, crisp acidity and a long, prune-tinged finish. Drinkable now but best from 2027.
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Decanter über: Barolo Ginestra Vigna Sori Ginestra
Just 100 metres apart, Conterno-Fantino’s two single vineyard Ginestra bottlings are convincingly diverse. Vigna Sorì Ginestra sits slightly higher, facing full south. Top notes suggest roasted meat, grilled sage and camphor, giving way to a wonderful depth of dark red cherry accented by lavender and bitter cocoa. Stony through the packed core with cardamom to finish, the compact, grainy tannins demonstrate plenty of vigour but are neither overly massive nor hard; rather, they confer well-drawn boundaries from which this will develop. Needs a couple of years for the oak and frame to integrate.
Conterno Fantino
Mit einer neuen Winzer-Generation wurde die Weinqualität bei Conterno Fantino in die Höhe katapultiert. Stilistisch gesehen sind diese Weine nun druckvolle, moderne Botschafter des grandiosen Monforte-Terroirs.