Das Weingut Conterno Fantino liegt in Monforte d´Alba. Bereits seit vielen Jahren wird hier zertifiziert biologisch gearbeitet. Im Keller werden alle Weine komplett entrappt und spontan im Stahl vergoren, die Beeren werden nicht angequetscht. Rund zwei Wochen dauert die Gärung in den Rotofermentern, die hier verwendet werden. Die Häute platzen durch diesen Prozess von selbst auf. Nach zwei Wochen werden die Schalen rausgenommen und der Wein für eine Woche sedimentiert, anschließend geht er direkt ins Barrique. Ein Drittel Neuholz, zwei Drittel gebrauchtes Holz. Die Malo findet im Barrique statt. Winzer Fabio Fantino schwört darauf, weil es die Farbe stabilisiert und die auftretende Mikrooxidation dem Wein reduktive Noten nimmt – ein Grund, warum die Weine hier im Vergleich zu den Nachbarn deutlich dunkler sind. Nach einem Jahr im Barrique wird die Hälfte des Weins in größere Fässer umgezogen. Alle Baroli werden bei Conterno Fantino so erzeugt und dann im Juli nach 2,5 Jahren auf Flaschen gefüllt. Der 1,5 Hektar große Ginestra Vigna del Gris liegt in Monforte d´Alba auf einer Höhe zwischen 300 und 320 Metern und ist die Ursprungslage der Familie Conterno Fantino. Die Reben stehen hier in Süd- und Südost-Exposition, die ältesten davon wurden 1978 gepflanzt. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Nach dem schwebend attraktiven und offenherzigen Vigna Pressenda ist der Vigna del Gris momentan eher noch etwas verschlossen in der Nase. Er strotzt dicht und erhaben beinahe brummend mit seiner monumentalen, dunklen Mineralik in Form von zart rauchigen Noten wie Teer, etwas rostigem Eisen sowie würzige Nelke auf reifer roter und dunkler Kirsche, eingelegte ätherische Kräuter und Orangenschale. Im Mund wird die große Menge an reifen, saftigen dunklen Kirschen, Brombeeren und Granatapfel mit unendlich vielen, dezent griffigen Tanninen gezügelt. Die massive Frucht steht dabei in herrlicher Balance 1:1 mit dem intensiven Tannin. Saftige Blaubeeren und Brombeeren mit guter Säure-Balance, die sich in Form von Blutorangen auf die Zunge legt. Im Nachhall vibriert die ganze Frucht dunkel nach, mit Noten wie Teer, Bitterschokolade, einem zarten Hauch Vanille und warmer brauner Gewürze sowie etwas Zedernholz. Trotz all der vielen intensiven und ernsthaften, auch monumentalen Tannine legt der Wein eine wunderbare Eleganz auf die Zunge. 2022 ist bei Conterno Fantino ein druckvoller und sehr schicker, wollüstiger Jahrgang!