Die Trauben stammen aus zwei kontrastreichen Weinbergen in Central Otago, der südlichsten Weinregion Neuseelands: dem kargen und steinigen Northburn sowie dem lehmigen Calvert. Alles Lesegut wird streng selektiert – nur perfekte Trauben kommen in den Gärtank. Dann wird mit natürlichen, wilden Hefen vergoren und anschließend 12 Monate lang in zu 30 Prozent neuen französischen Barriques ausgebaut. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit eingefärbten, dicken Tränen am Glasrand. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder aus Marlborough hat dieser Wein sowohl optisch als auch organoleptisch eine deutlich größere Konzentration. Die Nase schiebt mit dichten, dunklen Aromen beinahe wuchtig aus dem Glas. Reife Schwarzkirschen und Brombeeren, aber auch ein Hauch sauer geladener Hibiskusblüten, eine zart rauchige, graphitartige Mineralik, rostiges Eisen, ätherische Oliven-Tapenade und sogar ein Hauch erfrischender Minze sind hier verwoben. Der Holzausbau wurde im Vergleich zu früher deutlich zurückgeschraubt und ist wunderbar harmonisch und stimmig. Er zeigt sich in Form von erdigen Aromen wie Schwarztee, braunen Gewürzen und zart rauchigen Noten von Rauchfleisch und geflammtem Holz. Im Mund ist der Te Wahi opulent und saftig. Die Tannine sind reif und rund geschliffen; sie gleiten samtig in der überschwänglichen Frucht über die Zunge. Reife Brombeere, zartbittere Schokolade, würzig-frische Gartenkräuter und ein ganz subtiler Hauch feuriger Chili im Nachhall. Im Alter von fünfeinhalb Jahren ist der Wein erstaunlich jugendlich und erst am Anfang seines Trinkfensters. Cloudy Bay macht mittlerweile auch wirklich ernst zu nehmende Rotweine.