Der Clos des Papes Blanc wird immer in Betontanks spontan vergoren und ausgebaut, zudem wird die malolaktische Gärung unterbunden, um einen frischeren Stil zu erhalten. Vincent Avril hat im Burgund studiert und liebt die Spannung, er mag keine fetten Weißweine. Obwohl er keinerlei Holz bekommt, hat der Wein eine ungeheure Intensität. Aber eine Intensität aus Spannkraft und karger Mineralität. Der Jahrgang 2025 ist nach dem kühleren Jahr 2024, das toll für Weißweine an der Rhône war, wieder etwas klassischer strukturiert, tiefer und kraftvoller daher. Es ist dem Jahrgang 2015 nicht unähnlich, das heißt hohe Reife bei gleichzeitig hohen Extrakten und vibrierender Säurefrische, die alles zusammenhält. Tiefschürfende Mineralik und feiner Salzbiss unter der exotisch-hellen Frucht. Superb! So schön ein junger Clos des Papes Blanc in seinem vollen Fruchtrausch sein kann, so zeigt sich doch der wahre Charakter dieser eigentlich sehr mineralgetriebenen Weine erst mit 10 Jahren und mehr der Reife. Schon nach vier, fünf Jahren im Keller geht die Frucht zurück und die Würze und das Salz übernehmen. Es wird immer schlanker und mineralischer, rassiger und griffiger mit dem Alter. Eine Frage des Geschmacks, in welchem Alter man die Weine genießen möchte, aber man sollte sie in ihrer Jugend keinesfalls unterschätzen oder für üppige Fruchtbomben halten, denn darunter gibt es noch so viel mehr zu Entdecken.