Ein Wein, der schon im Namen zeigt, worum es hier geht. ErDELuftGRAsundreBEN – ein kleines Spiel, eine versteckte Botschaft, ein klarer Hinweis auf die Herkunft. Wer genauer hinschaut, erkennt die Lage dahinter: Edelgraben, ein Südosthang oberhalb von Breitenbrunn am Neusiedlersee. Offiziell darf sie hier nicht draufstehen, denn dieser Wein geht bewusst einen anderen Weg und wird als Landwein gefüllt. Unkonventionell gedacht, ungeschönt im Ausdruck.,Claus Preisinger macht hier genau das, wofür er steht: radikal natürlich, kompromisslos im Weinberg wie im Keller. Rund zwei Wochen Maischestandzeit, spontane Vergärung im großen Holz, keine Schönung, keine Filtration, keine Schwefelgabe. Das Ergebnis ist ein Grüner Veltliner, der nichts beschönigt – sondern Herkunft zeigt, mit all ihren Ecken und Kanten. In der Nase direkt diese besondere Mischung aus Reife und Würze. Quitte, gelber Apfel, ein Hauch Bienenwachs, dazu ganz leichte exotische Anklänge – etwas grüne Mango, vielleicht auch Kumquat. Dahinter eine feine, herbe Frische: salzige Zitrone, Zitronenmelisse, Kamille, weißer Tee. Dazu kommt eine leicht rauchige, steinige Note und eine wilde Kräuterwürze, die dem Wein richtig Charakter gibt.,Am Gaumen dann kraftvoll und strukturiert. Die Maischestandzeit bringt Grip, eine feine Gerbstoffstruktur, die sich durchzieht und dem Wein Tiefe verleiht. Gleichzeitig bleibt er saftig, getragen von einer frischen, zitrischen Ader. Die Frucht ist eher gelb und herb, nie süß, immer präzise eingebunden. Was hier besonders auffällt, ist dieses Spiel aus Saftigkeit und Struktur, aus Frucht und Würze. Der Wein wirkt ungezähmt, fast ein bisschen wild, bleibt aber immer balanciert. Mit Luft wird er offener, vielschichtiger, legt immer neue Facetten frei. Im Finale dann salzig, leicht herb, würzig, mit anhaltender Frische und einem Nachhall, der lange stehen bleibt. Das ist kein klassischer Grüner Veltliner, sondern ein eigenständiger Charakterwein. Roh, ehrlich, tiefgründig – und genau deshalb so faszinierend.