»Hart« ist die Gewann neben der Ölberg-Kapelle, aus der Christmanns Versteigerungswein kommt und liegt außerdem auch nicht weit vom Idig entfernt. Die Parzellen liegen relativ weit oben am Berg, das sorgt einerseits für Sonne schon in den frühen Morgenstunden, aber auch ausreichend Beschattung gegen Abend. Der Ölberg hat einen etwas kräftigeren kalksteinigen Boden genannt »Terra Fusca«, den man auch in anderen Spitzenlagen wie dem Kallstadter Saumagen vorfindet. Das gibt ihm eine dunkelwürzigere Aromatik als dem Idig. Außerdem ist die Nase etwas pfälzischer in Sachen Fruchtausdruck, vor allem nach der deutlich kargeren Meerspinne probiert, wird das deutlich. Es ist generell immer das freundlichste, zugänglichste GG von Christmann. In der Nase wird man von einer warmen Steinigkeit begrüßt. Warmer Sommerregen, dazu frischer gelber Apfel, satte Pfirsich- und Nektarinennoten und weiße Blüten. Offen und nicht so puristisch und zitrisch wie die die anderen großen Weine von Christmann. Sehr spannend, weil hier eine fast mediterrane Kräutrigkeit dazu kommt – wir haben hier Zitronenthymian und frischen Oregano. Am Gaumen dann am ehesten klassisch Mittelhaardt in dieser fleischigen Frucht, die Säure ist hier auch nicht so fordernd, sondern es ist eher ein ultrafeines Gerbstoffgerüst, was dem Wein die Struktur verleiht. Saftige, reife Rieslingfrucht umspielt von dieser mediterranen Würze sorgt für ein tolles Spiel, dann kommt auch reife, satte, gelbe Zitrusfrucht dazu, der Wein zeigt immer mehr Facetten. Im Finale vibriert die steinige Mineralität noch lang auf der Zunge. Viel Druck, hohe Intensität, knalltrocken, und doch kommt hier schon viel Schub, Konzentration und Saft mit. Eine dezente Extraktsüße verleiht dem Ölberg am Ende seine Zugägnlichkeit, seinen Charme, sein Lecker-Gen. Dennoch ist das überhaupt kein fetter Riesling, sondern vielmehr ein kräftig gebauter Athlet von großer Klasse.