Tertre Roteboeuf: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2025

Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2052
Verpackt in: 6er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 100+/100
Jane Anson: 98/100
Vinum: 97–99/100
Falstaff: 97/100
Jeff Leve: 96–98/100
Jeb Dunnuck: 96–98/100
Weinwisser: 96–98/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2025

100+
/100

80 Prozent Merlot, 20 Prozent Cabernet Franc. 14,5% Volumenprozent Alkohol. 100 Prozent neues Holz – wie immer. Die Nase ist hochintensiv mit viel Röstaromen. Reich und weich, nicht überreif, aber doch sehr reif. Satte Beerenfrucht, auch Teer darunter, Holzkohle und geröstetes Fleisch. Hochintensive Brombeere mit süßer Maulbeere, unglaublich schiebend! Süße fette schwarze Lakritze dazu und Unterholz. Die Nase ist unglaublich dicht und exotisch mit Moschus und Orangenzesten. Wow, auch im Mund wahnsinnige Röstaromen vom neuen Holz! So weiche Jahre wie 2025 werden bei Tertre Roteboeuf immer zuerst vom neuen Holz dominiert. Trotzdem kommt die Frucht durch. Und die ist wirklich brachial und immens! So viel Beerenfrucht mit Sanddorn darunter. Wieder dieser schwarze Schub aus Lakritze und süßer Maulbeere. Unglaublich süß, auch wenn der Wein keinen Restzucker hat. Moschus und Exotik, süßer Teer – so reich, dicht, opulent und samtig. Satte süße Veilchenmassen und Rosenblätter dazu. Das ist schon ein opulentes, süßes, reiches Teil. Aber der Wein ist nicht zu fett, auch nicht zu überextrahiert. Das glaubt man kaum, wenn man das so spricht. Aber es gibt eine Balance der höheren Art. Der Wein ist auch pikant, hat eine tolle Frische, Säure und eine geniale Länge. Das ist in seiner Reife schon sehr schräg und in seiner seidigen, fast fettsamtigen Tanninstruktur sehr, sehr beachtlich. Was für ein Blockbuster der weichen, abgehoben Art! Das ist einfach ein Viel-Wein, ein opulentes, erotisches, üppiges Teil! Wie bewertet man das? Wenn man ehrlich ist, dann ist es das Ziel aller Weinmacher, so etwas Reifes, Fruchtiges in die Flasche zu bringen. Extrem vollreif sber nicht überreif, gesundes Lesegut. Wie hochreife schwarze Kirschen und sehr reife Brombeeren und Maulbeeren und reife dunkle Pflaumen und Himbeermark zusammen als Fruchtkompott, dazu dunkle Schokosoße, das kann sich jeder sicher vorstellen. Veilchen dazu, Rosenblätter, Moschus, süßer Pfeifentabak, Rosmarin, süpße dunkle Lakritze, Schokotörtchen, Schwarzwälder Kirschtorte. Wow, viel von allem, so intensiv und wunderbar fruchtsüß. Das Holz ist von dieser üppigen, rubenshaft erotischen Frucht komplett absorbiert, die satten Tannine schmelzen wie Butter und sind weich wie Samt. Der Wein ist keinesfalls überextrahiert, hier wurde ganz vorsichtig gearbeitet, der Wein trinkt sich fast wie ein reiner Vorlaufsaft ohne Presse. Die Lese war aber wahrscheinlich extrem spät, hoch hoch reif wie Francois das so sehr liebt. Gleichzeitig könnte das alles fast überfordern in dieser Immensität. Ein Blockbuster der weichen, völlig losgelösten Art – völlig schräg und trotzdem ganz groß! Ich bin nicht sicher, ob dieser Wein wirklich mehr als 20 Jahre gut altern kann. Aber die ersten 15 Jahre ist das mit das Eindrucksvollste, was man ins Glas bekommen kann. DAS hier ist der wahre Vermächtnis-Wein des alternden Magiers Francois Mitjaville! Der reine Wahnsinn! *** Das Weingut von Francois Mitjavile an der Südkante Saint Emilions liegt in Amphitheater-Form auf purem Kalkstein. Der Wein des Großmeisters der Fruchtexpression und Feinheit. Immer einer der besten Saint-Émilion-Produzenten der letzten Jahrzehnte. Immer einer, der besonders spät liest, er kann mit Terroir umgehen wie kaum ein anderer. Nie gegen das Jahr vinifiziert. 80% Merlot, 20% Cabernet Franc ist das Verhältnis hier auf der Tertre Roteboeuf. Francois Mitjavile ist ein absoluter Verfechter der reifen Frucht. Aber niemals der Überreife. Sein Terroir auf reinem Kalkstein ist so perfekt, dass er, obwohl er oft erst Ende September bis Mitte Oktober erntet, also viel später als andere Winzer, nie überreife Frucht im Keller hat. Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn man mit dem Laub gut arbeiten kann und da ist Mitjavile der Großmeister, um die Photosynthese immer auf Volldampf zu halten. Hier auf Tertre Roteboeuf entsteht im Grunde das, was der Charakter des Jahrgangs von Bordeaux ist. Man pflegt hier einen Stil wie zu Zeiten der französischen Kaiser. Üppig, reichlich, großzügig und trotzdem frisch. Francois lehnt die jungen, wilden Winzer ab, die versuchen, dramatisch früh zu ernten und nicht den typischen Bordeaux-Stil vinifizieren möchten, sondern eher Burgund oder Loire im Hinterkopf haben. Das ist zwar auch großartig, aber nach Meinung von Francois entspricht das nicht dem, was Bordeaux ausmacht. Francois nimmt auch jedes Jahr neue Barriquefässer von Radoux. Die Fässer werden sehr heiß und lange getoastet, obwohl man bei Francois nie zu viel frisches Holz schmeckt. Sinn der Sache ist, das Holz von innen bis zu drei Millimeter Tiefe zu durchdringen, um die grünen Elemente der Eiche zu eliminieren. Das geht nur, wenn man heißer und länger toastet. Das alle Weine hier spontan vergoren werden, ist natürlich klar. Die Vergärung geschieht im Zementtank. Francois entrappt immer zu 100 Prozent. Gerade in Jahren der Hitze und Trockenheit kommen die Stärken von Francois besonders zum Tragen. Kaum einer versteht es, so frische, feine und gleichzeitig mediterrane Weine zu erzeugen. Francois Mitjavile – der Künstler aller Weinmacher, der den oxidativen Ausbau liebt. Einer der besten Erklärer des Jahrgangs. Hier wird permanent zusammen fermentiert. Wenn die Merlot schon am Gären ist, wir die Cabernet häufig einfach dazu geworfen. Auch der Ausbau geschieht somit nicht getrennt. Nach der Gärung ist der Blend schon fertig. Es gibt auch keinen Zweitwein, nur diesen einen Wein.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

98
/100

Jane Anson über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

This is right up there at the top of the vintage, there is still the roasted plum aspect of Tertre Roteboeuf but you feel the juice and salinity of the vintage running through it. These guys stick to their beliefs and their style, and we are all the better for it. 14, 3.8ph. September 23, earlier than usual. 100% new oak.

97–99
/100

Vinum über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Was für ein Duft, markante Röstnoten, Eichenwürze über reifer, dunkler Kirschfrucht, dazu Pflaumen, schwarze Johannisbeeren, Zartbitterschokolade und zitrische Noten; am Gaumen mächtig, strukturiert, ungemein kräftig, dabei elegant, die Tannine sind markant, von sehr hoher Qualität, opulent, dabei nicht wuchtig, mit hocharomatischem Abgang auf Brombeerkonfitüre sowie Zartbitterorangen. Ein Wein-Monument im gewohnten Stile des Hauses.

97
/100

Falstaff über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, dezente Randaufhellung. Viel Neuholz. Zwetschge, etwas Steinobst, aber auch rote Johannisbeere und Pfaume, MIlchschokolade, kräuterwürzige Untertöne. Die Gaumenstruktur ist trotz ihrer opulenten Anlage gut im Fokus und verbindet eine satte Dosis makellos reifen Tannins und Cremigkeit mit ausreichend Saft, um den Körper zu tragen. Eine Opulenz mit Eleganz, und sehr guter Länge. (U.S.)

Verkostungsnotiz
96–98
/100

Jeff Leve über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

The perfume pops with notes of flowers, crushed raspberries, sweet cherries, plums, chocolate, and a touch of espresso beans. On the palate, the wine is soft, plush, elegant, and creamy. The texture, vibrancy, and purity of the fruits, along with a touch of crushed stones, stand out. With just 1-2 years in the bottle, this is going to offer stellar drinking for decades. The blend is 80% Merlot and 20% Cabernet Franc, with 14.5% ABV. Harvesting took place September 19 - September 26. Yields were 27 hectoliters per hectare. Drink from 2030-2060.

96–98
/100

Jeb Dunnuck über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Cassis, sweet tobacco, graphite, and lead pencil notes all shine from the 2025 Château Tertre Roteboeuf, and it's just brilliant, offering everything you look for in a great bottle of wine. Full-bodied on the palate, it has an elegant, seamless mouthfeel, ultra-fine tannins, and that freshness and purity of the vintage.

96–98
/100

Weinwisser über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

2025 Tertre Rôteboeuf: betörendes reifes Walderdbeerenbouquet, satter Veilchenstrauß, Tabak und Orangenzeste. Am komplexen Gaumen mit samtiger Textur, engmaschigem, kakaoartigem Tanningerüst, balancierter Rasse und perfekt geformtem Körper. Im katapultartigen Finale rote getrocknete Beeren, frisch gemahlener Kaffee, salziges Karamell, reifer, feinpudriger Extrakt.

20
/20

Gerstl über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

Edler kann ein Wein nicht duften, ein zartes aber immens vielfältiges Parfüm, eher rorbeerig, von Kirsche bis zu einem Hauch burgundischen Himbeere, da sind auch schwarze Trüffel, nicht ganz so intensiv wie bei Le Pin, aber es geht etwas in diese Richtung, hat auch etwas erotisches an sich. Wow ist das eine Maschine, eine gewaltige Ladung beinahe opulent süsse Frucht, die Süsse wird von erfrischender Säure ausgeglichen, der Wein ist beinahe überladen mit hochkonzentrierten Aromen. Einen Moment habe ich das Gefühl es sei von Allem zu viel, dann geht es immer mehr in die Länge wird schlanker, die Eleganz kommt zum Vorschein, das ist der konzentrierteste Tretre den ich kenne, der 2025er Jahrgang steckt das weg, bringt es ins Gleichgewicht, der braucht etwas Zeit, aber das wird gross, das ist keine Frage. (mg)

Mein Winzer

Tertre Roteboeuf

Francois Mitjavile, Besitzer, Weinmacher, Önologe und Weinbergsarbeiter in Personalunion, ist eine lebende Legende. Der Mann ist weltoffen und redegewandt, dennoch in seiner selbstgewählten ausschließlichen Fixierung auf seine Weingüter und auf die Merlottraube fast etwas schrullig und skuril, er...

Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2025