In diesem Jahr ist zum ersten mal etwas Petit Verdot in der Cuvee. Insgesamt haben wir also 68 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot und eben jene 2 % Petit Verdot. Etwa 35 % neues Barrique. Wow, ist die Nase expressiv. Ein echtes Leckerli schon beim allerersten Riechen. Hedonismus pur. Schwarzkirsche, frische Zwetschge und etwas Holunder. Ungemein vielschichtig. Das karge Terroir kommt hier komplett zur Geltung. Dahinter dunkle Beeren, ein Hauch Veilchen und ganz leicht würzige Anklänge mit etwas Trockenfleisch und Zigarrenbox. Alles wirkt sehr offen und gleichzeitig erstaunlich präzise. Die Frucht steht klar im Vordergrund, bleibt aber immer frisch und nicht überreif. Die Harmonie die der gesamte Jahrgang 2025 im Glas zeigt, zeigt sich hier von Ihrer schönsten Seite! Im Mund dann saftig und direkt wieder diese dunkle Frucht. Dazu eine feine Würze und eine ganz leichte erdige Note, die dem Ganzen Tiefe gibt. Alles ist ungemein charmant, nimmt einen in den Arm. Es zeigt sich ein wenig Milchschokolade und Nougat, erneut ungemein viel Veilchen. Dieses Spiel aus Floralität und purer, sagenhaft charmanter Frucht ist berauschend. Die Tannine sind präsent aber vollreif und ungemein seidig. Geben dem Charme ein tolles Gerüst. Alles bleibt im Fluss. Die Säure hält das Ganze schön lebendig und sorgt für richtig guten Trinkzug. Im Abgang bleibt die dunkle Frucht ewig stehen, dazu etwas Würze und ein Hauch Stein. So wunderbar stimmig und unglaublich animierend. Ein Wein, der sofort Spaß macht und gleichzeitig genug Substanz mitbringt. Mehr Weinwert ist schwer im Glas zu finden! Erstmalig gleichwertig mit Domaine de Chevalier. Philippe, der Besitzer, sagt gar: “besser”! Es könnte sogar sein... *** Die reine Fläche von Château Léognan ist 1989 gepflanzt worden, sie umfasst nur sechs Hektar. Die Reben stehen direkt neben jenen der Domaine de Chevalier. Bisher waren sie Bestandteil des Erstweins von Chevalier. Hier stehen 10.000 Stöcke pro Hektar, der Ertrag ist mit unter 500 Gramm Trauben pro Rebe extrem gering. Diese Dichtpflanzung ist State of the Art. Der Besitzer des Château Léognan hat das Weingut vor einigen Jahren gekauft, die Weinberge werden biologisch bearbeitet, sind aber noch nicht zertifiziert. Allerdings sind sie bereits in dem von Landwirtschaftsministerium aufgesetzten HVE3-System aufgenommen und damit in Sachen Umweltjonformität zertifiziert. Die sechs Hektar kamen an den Besitzer, weil der Verkauf des Weinguts an die Domaine de Chevalier nicht zu Stande kam, da diese nur an den Weinbergsflächen, nicht aber an den 80 Hektar Wald und Wiesen interesseiert war. Der neue Besitzer hat alles zusammen gekauft und bewirtschaftet nun auch diese sechs Hektar Top-Reben mit über 30 Jahren Rebalter nach biologischem Vorbild im Weinberg und im Keller. Spontan im Beton vergoren und dann der Ausbau in französischer Eiche für 14 Monate, 50 Prozent Neuholz.