Leognan: Chateau Leognan 2025

Chateau Leognan 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 68%, Merlot 30%, Petit Verdot 2%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2032–2055
Verpackt in: 12er OHK
strukturiert
pikant & würzig
saftig
Lobenberg: 97–98+/100
Gerstl: 19/20
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Leognan 2025

97–98+
/100

In diesem Jahr ist zum ersten mal etwas Petit Verdot in der Cuvee. Insgesamt haben wir also 68 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot und eben jene 2 % Petit Verdot. Etwa 35 % neues Barrique. Wow, ist die Nase expressiv. Ein echtes Leckerli schon beim allerersten Riechen. Hedonismus pur. Schwarzkirsche, frische Zwetschge und etwas Holunder. Ungemein vielschichtig. Das karge Terroir kommt hier komplett zur Geltung. Dahinter dunkle Beeren, ein Hauch Veilchen und ganz leicht würzige Anklänge mit etwas Trockenfleisch und Zigarrenbox. Alles wirkt sehr offen und gleichzeitig erstaunlich präzise. Die Frucht steht klar im Vordergrund, bleibt aber immer frisch und nicht überreif. Die Harmonie die der gesamte Jahrgang 2025 im Glas zeigt, zeigt sich hier von Ihrer schönsten Seite! Im Mund dann saftig und direkt wieder diese dunkle Frucht. Dazu eine feine Würze und eine ganz leichte erdige Note, die dem Ganzen Tiefe gibt. Alles ist ungemein charmant, nimmt einen in den Arm. Es zeigt sich ein wenig Milchschokolade und Nougat, erneut ungemein viel Veilchen. Dieses Spiel aus Floralität und purer, sagenhaft charmanter Frucht ist berauschend. Die Tannine sind präsent aber vollreif und ungemein seidig. Geben dem Charme ein tolles Gerüst. Alles bleibt im Fluss. Die Säure hält das Ganze schön lebendig und sorgt für richtig guten Trinkzug. Im Abgang bleibt die dunkle Frucht ewig stehen, dazu etwas Würze und ein Hauch Stein. So wunderbar stimmig und unglaublich animierend. Ein Wein, der sofort Spaß macht und gleichzeitig genug Substanz mitbringt. Mehr Weinwert ist schwer im Glas zu finden! Erstmalig gleichwertig mit Domaine de Chevalier. Philippe, der Besitzer, sagt gar: “besser”! Es könnte sogar sein... *** Die reine Fläche von Château Léognan ist 1989 gepflanzt worden, sie umfasst nur sechs Hektar. Die Reben stehen direkt neben jenen der Domaine de Chevalier. Bisher waren sie Bestandteil des Erstweins von Chevalier. Hier stehen 10.000 Stöcke pro Hektar, der Ertrag ist mit unter 500 Gramm Trauben pro Rebe extrem gering. Diese Dichtpflanzung ist State of the Art. Der Besitzer des Château Léognan hat das Weingut vor einigen Jahren gekauft, die Weinberge werden biologisch bearbeitet, sind aber noch nicht zertifiziert. Allerdings sind sie bereits in dem von Landwirtschaftsministerium aufgesetzten HVE3-System aufgenommen und damit in Sachen Umweltjonformität zertifiziert. Die sechs Hektar kamen an den Besitzer, weil der Verkauf des Weinguts an die Domaine de Chevalier nicht zu Stande kam, da diese nur an den Weinbergsflächen, nicht aber an den 80 Hektar Wald und Wiesen interesseiert war. Der neue Besitzer hat alles zusammen gekauft und bewirtschaftet nun auch diese sechs Hektar Top-Reben mit über 30 Jahren Rebalter nach biologischem Vorbild im Weinberg und im Keller. Spontan im Beton vergoren und dann der Ausbau in französischer Eiche für 14 Monate, 50 Prozent Neuholz.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

19
/20

Gerstl über: Chateau Leognan

Der Duft ist überwiegend von floralen Noten getragen, schöne Mineralität dezent reduktiv, die Frucht bildet den Rahmen, steht eher etwas im Hintergrund, das führt zu dieser edlen Ausstrahlung. Auch am Gaumen ist Noblesse ein zentrales Element, der Wein übt sich in nobler Zurückhaltung, feinste köstlich süsse Frucht trifft auf vibrierende Mineralik, getragen von einem edlen, gut stützenden Tannigerüst, gibt der seine verführerischen Aromen erst nach und nach frei, das verleiht Spannung, irgendwie ist das auch ein ziemlich wilder Kerl und gleichzeitig ein verschmitzter Charmeur, ich probiere den Wein immer wieder, es entsteht ein spannender Austausch, der Wein hat viel zu erzählen, es lohnt sich ihm zuzuhören, sein raffiniertes Spiel aufmerksam zu verfolgen. (mg)

Mein Winzer

Leognan

Diese im Jahre 1989 gepflanzten sechs Hektar stehen direkt neben der Domaine de Chevalier, denn sie waren bisher Bestandteil des Erstweins und somit in der Bearbeitung der Domaine de Chevalier. 10.000 Stöcke pro Hektar. Unter 500 Gramm Ertrage je Pflanze, state of the art. Die Familie Bernard von...

Chateau Leognan 2025