47 Prozent Cabernet Sauvignon, 47 Prozent Merlot, vier Prozent Petit Verdot und zwei Prozent Cabernet Franc. Schwarz mit Purpurreflexen im Glas. Hohe Intensität in der Nase mit satter Schlehe und Maulbeere. Erstaunlich süß, reich und dicht! Ein blauschwarzer Samtteppich mit unglaublich Wucht! Fast fett rüberkommend in dieser wahnsinnigen Intensität, Energie und Vibration. Eine famose Nase! Dann ein satter, dichter, fetter Mundeintritt. Auch hier schwarze Kirsche, aber auch reife Himbeere, daneben ganz viel Salz, satte Lakritze, Minze und Eukalyptus. Insgesamt eine ziemliche Wuchtbrumme mit ungeheuren Tanninmassen, die aber voller Samt und Seide sind. Was für eine hohe Intensität und Energie im Mund – beeindruckend! Der Wein steht für zwei Minuten… Das ist Le Boscq in großer Form, mindestens in der Qualität von 2016 und 2022. Und es hat den Charme von 2023 mit der Energie von 2019 – mehr Energie sogar noch! Toller Wein, toller Wert, ein großartiger Saint-Estèphe! *** Château Le Boscq gehört zum Imperium der Thienot Champagner-Familie, zu dem auch Belgrave in Haut-Medoc und La Garde in Pessac-Léognan gehören. Auch einer der größten Négociant hier, CVBG, gehört zu diesem Imperium. Le Boscq ist spätestens seit 2009 und 2010 im Bereich der Verfolger der Spitze angekommen, also oberes Mittelfeld. Natürlich sind Montrose, Cos d´Estournel, Calon Ségur in ihrer Spitzenstellung nicht gefährdet. Aber dann im Reigen der Zweiten von Lafon-Rochet bis Phélan Ségur, von Meyney und eben Le Boscq, ist es ein echter Kampf und mittlerweile ein Gerangel überragender Domaines in dieser Appellation. Gerade in den warmen Jahren, die es ja durch den Klimawandel immer häufiger gibt, ist die hohe Reife gegeben auf einem grundsätzlich eher kühleren Terroir. Das ist dann schon ziemlich perfekt.