Lascombes: Chateau Lascombes 2eme Cru 2022

Chateau Lascombes 2eme Cru 2022

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Sauvignon 67%, Merlot 28%, Petit Verdot 5%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2032–2065
Verpackt in: 6er OHK flach
tanninreich
voluminös & kräftig
Lobenberg: 97/100
Terre de Vins: 95–96/100
Falstaff: 95/100
Gerstl: 19+/20
Frankreich, Bordeaux, Margaux
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Lascombes 2eme Cru 2022

97
/100

Lascombes zeigt 2022 eine unglaublich schwarze Farbe und eine superdichte Minz-Eukalyptus-Lakritz-Nase mit unglaublich viel Schub. Reife dunkle Pflaumen, Amarenakirsche, fast Backpflaumen. Was für ein Druck, was für eine Opulenz! Auch im Mund einfach ganz viel Wein. Amarenakirsche, Backflaume, schwarze Kirsche und Cassis, aber auch geflämmtes Holz. Viel Extrakt. Geflämmtes Fleisch und etwas Holzkohle. Ich glaube, dass könnte ein ganz, ganz großer Wein sein. Vielleicht wird er es auch. Aber im jungen Stadium wird deutlich, dass einfach sehr viel dran gearbeitet wurde. Es wird deutlich, dass der neue Direktor Axel Heinz hier auftauchte um mit der nötigen Vorsicht zu Werke zu gehen, aber noch ist das Holz sehr dominant. Dieser 2022er ist auf jeden Fall eine Wuchtbrumme und ein absoluter Powerwein. Aber höchstwahrscheinlich wird er sich nach 10, 12 Jahren fangen und ein ganz großer Margaux werden. Potenzialwertung: 97/100 *** Lascombes hat geniales Terroir, eine perfekte Lage mit großartigen alten Reben. In seiner Ausstattung so, dass es der perfekte Gegenspieler von Rauzan-Ségla sein könnte, aber bisher hat Lascombes das fast nie gepackt. Immer waren die Weine übervinifiziert und überextrahiert. Nun hat aber ein Umdenken eingesetzt. Ab 2022 kam der ehemalige Winemaker und technische Direktor von Ornellaia, Axel Heinz, als neuer Direktor zu Lascombes. Hier soll das Potenzial voll ausgeschöpft werden. Ab 2022 ist Lascombes wieder hauptsächlich Cabernet und nur noch aus den Ursprungsparzellen von 1855. Zurück in die Zukunft. Bie besten Merlots hat Axel ausgegliedert in den neuen Kultwein 'La Cote de Margaux' eine Reminiszenz an seinen früheren 'Masseto' auf Ornellaia. Die schwächeren Lagen des Weinguts gehen nun zu einem weitaus größeren Teil in den Zweitwein.

Jahrgangsbericht

2022 hatte den trockensten Sommer in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen und war insgesamt das heißeste Jahr seit 1947. Nicht so extrem und plötzlich heiß wie 2003, eher harmoniefördernd gleichmäßig warm und eben sehr trocken. Nachdem im November und Dezember 2021 satt Regen fiel, blieb es in den Folgemonaten trocken und warm. Die Reben konnten sich also bei gleichmäßiger Blüte langsam an die Trockenheit gewöhnen. Die Terroirs mit den besten Wasserspeicher-Eigenschaften und den sehr tief wurzelnden alten Reben konnten das Wasser-Reservoir des Winters und Frühjahrs nach früher und sonniger Blüte relativ problemlos durch den trockenen Sommer nutzen. Regen gab es erst wieder im Juni und dann in der zweiten Augusthälfte mit 30 bis 50mm. Danach blieb es sonnig und trocken mit einem langen »Indian Summer« bis weit in den Oktober und sogar November. Jeder konnte auf den perfekten Erntezeitpunkt warten, zumal es dank sommerlicher Stillstände keinen Zucker-Alkoholdruck gab. Wer mit alten Reben und perfekten Terroirs dann noch verschont wurde vom jährlich zunehmendem April-Frost und vom allzu häufigen Hagel des Frühsommers, konnte sich gerade als biologisch arbeitender Winzer über das, ob des Klimas, vollständige Ausbleiben von Fäulnis und Pilzkrankheiten freuen. Niemand musste auch nur irgendwas spritzen. Für Bio-Winzer mit alten Reben und superbem Terroir war 2022 ein so noch nie erlebtes, perfektes Jahr, zumal man sich über die vergangenen 10 extremen Jahre an die besser angepasste Laub- und Bodenarbeit gewöhnt hatte. Saint Emilions und Castillons Kalksteinfelsen, Pomerols und Fronsacs Lehmböden und die dicken Kieslinsen des Medocs hatten bei sehr altem Rebbestand bis auf den Malus kleinerer Erträge kaum Sorgen. Weniger, aber ein überragend intensiver Saft aus kleinen, dickschaligen, kerngesunden Beeren. Aromatisch frischer Most, tiefes und zugleich delikates Tannin, dazu eine überragende Balance. Junge Reben und sandige Böden litten allerdings extrem, da gab es hier und da schon desaströse Ergebnisse. Besonders profitiert haben, neben den o.g. perfekten Böden dazu am linken Ufer, die in sehr nassen Jahren benachteiligten Fluss- und Ufernahen Terroirs des Medocs, des nördlichen Haut Medocs und Saint Estèphes. Die meisten Winzer vergleichen 2022 mit 2018, allerdings war 2022 überwiegend noch deutlich konzentrierter und reicher in der Frucht, vibrierender, cremiger und trotz der extremen Reichhaltigkeit erstaunlich frisch, seidig und harmonisch, das erinnert auch an das Traumjahr 2016. 2022 ist nicht so extrem pikant wie das Hammerjahr 2019 und nicht ganz so tänzelnd finessenreich wie der 2020er. Winzer mit langer Erfahrung sprechen eher von einer deutlich perfekteren Reinkarnation der Jahrgänge 1982, 1961 und 1949. Jean-Philippe Janoueix, eine Instanz am rechten Ufer und Besitzer vieler Châteaux in Pomerol, Saint Emilion und Castillon sagt: »2022 is the more concentrated version of 2018. With deep acidity and rich, soft masses of tannin, 2022 is the much better and long-lived resurrection of the great 1982 and 1961.« Und das mit größerem Know-how, optimaleren Weinstöcken, niedrigeren Erträgen je Stock, besserer biologischer Weinbergsarbeit, dramatisch präziserer Selektion vor der Kelter (Laser und Wasserbad) und einer kenntnisreicheren Kellertechnik als vor vierzig Jahren. Ohne Zweifel ist 2022 also ein historischer Jahrgang. Fakt ist, dass trotz der wohl berechtigten Jubelschreie der allerbesten Winzer das Jahr 2022 auf Kante genäht ist. Junge Reben und nur mittelgute und schwächere Terroirs, und das ist nun mal mit Abstand der Großteil des Bordelais, haben in nassen und noch mehr in solch trocken-heißen Jahren ganz schlechte Karten und üble Zukunftsaussichten. Und leider werden die Jahre trotz einiger, klassischer Ausnahmen wie das Bordelaiser »Normaljahr« 2021 im Schnitt immer extremer. Die wenigen, strahlenden Topwinzer der Appellationen glänzen ob der extraterrestrischen Qualitäten mehr denn je, die große Masse bleibt auf der Strecke. Die Spitze der Pyramide wird noch schmaler und zugleich noch höher. 2022 ist für die Superstars jeder Appellation ein so noch nie dagewesener Qualitätstraum, aber wo soll das für die breite Basis enden? Spanien findet den Ausweg aus den immer extremeren klimatischen Wetterkonditionen in 800 bis 1200 kühlen Höhenmetern, aber wie sieht – neben den weiter vorwärts stürmenden Superstars – die Zukunft des Bordelaiser »Normalwinzers« auf NN aus?

95–96
/100

Terre de Vins über: Chateau Lascombes 2eme Cru

Ein Lascombes 'neuen Stils', sowohl in der Verpackung (neues Etikett) als auch im Inhalt: Mit 67% Cabernet wollten die neuen Besitzer mit diesem Jahrgang 2022 ein Zeichen setzen. Der Wein behält seine füllige Seite bei und erlangt eine neue Dimension, die länger und nachhaltiger, aber auch präziser und eleganter ist. Bleiben Sie dran! 95-96/100

95
/100

Falstaff über: Chateau Lascombes 2eme Cru

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zarte Edelholzwürze, reife Kirschen, etwas Cassis, zartes Nugat, feine Kräuternote ist unterlegt. Komplex, straff und kraftvoll, sehr gute Frische im Kern, schokoladig und anhaftend, reife Pflaumen, zeigt gute Würze im Abgang, sicheres Reifepotenzial. 95/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Lascombes 2eme Cru

Ein Schwall aus schwarzer Kirsche, Lakritze und Brombeere strahlt aus dem Glas. Was für eine Fülle in diesem Lascombes! Beim zweiten Hinriechen Zwetschge und feine rotbeerige Aromen. Hier zeigt sich eine geballte Ladung an Reife, der Duft wirkt dicht und unglaublich reichhaltig. Die Bestätigung folgt am Gaumen mit viel Extraktsüs- se und Frucht. Es ist erstaunlich, wie der Wein trotzdem die Balance halten kann. Die Säure haucht ihm Frische und Saftigkeit ein und lässt ihn plötzlich so tänzerisch leicht erscheinen. Dieses Zusammenspiel ist sicherlich das Faszinierende an diesem Wein, er lädt zum Ent- decken und Geniessen ein. Mit ein paar Jahren der Reifung wird das ein ganz grosses Margaux-Erlebnis. 19+/20

Mein Winzer

Lascombes

Lascombes ist als Deuxième Grand Cru Classé klassifiziert und liegt in Margaux, einem der spannendsten Gebiete im Bordelais. Die Geschichte des Weinbaus reicht bei Château Lascombes bis ins zwölfte Jahrhundert zurück und Château Lascombes besitzt einige der spannendsten Terroirs in Margaux.

Chateau Lascombes 2eme Cru 2022