Der Duft von Château Grillet kommt einem Riesling häufig nahe, ein bisschen Burgund schwingt auch immer mit. Ein Condrieu, der natürlich nicht Condrieu heißt, denn Château-Grillet ist eine eigene Appellation mit diesen etwas über drei Hektar. Die Winemakerin von Grillet, die Koreanerin Jaeok Chu Cramette, hat Grillet im Jahr 2025 in Richtung Burgund verlassen, sie übernimmt nun bei Domaine d'Eugenie in Vosne. Ihr Nachfolger ist Aloïs Houeto, der von Château Latour in Pauillac kam. Der 2023er ist aber noch unter Jaes Händen entstanden. Es ist wirklich verblüffend wie elegant sich Château-Grillet in heißen Jahren zeigt. Die Nase ist noch reduktiv und in sich gekehrt, braucht wie immer viel Luft, um aufzublühen. 2023 ist feingliedriger und weniger strukturiert als 2022. Die Nase ist steinig und kühl, duftet nach weißem Pfirsich, Netzmelone, Gesteinsmehl, Anis und Lorbeer. Die gesamte Aromatik zieht sich auch in den Mund. Satt und druckvoll am Gaumen, schiebt mächtig an, hat aber etwas mehr Säurefrische als das Vorjahr, was ihn aktuell etwas agiler und zugänglicher wirken lässt. Ein Touch Chablis mit Alsace Riesling Es ist aber dennoch immer ratsam 10 Jahre oder mehr zu warten. Der Wein steht absolut für sich selbst, und es verbietet sich fast, ihn mit irgendeinem anderen Condrieu zu vergleichen, weil es einfach nicht vergleichbar ist und sich auch in keiner Blindprobe wie ein klassischer Condrieu trinkt. Château Grillet und nichts anderes. A class of its own.