Coutet: Chateau Coutet Cuvée Demoiselle 2025

Chateau Coutet Cuvée Demoiselle 2025 1,5 l

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Cabernet Franc 50%, Merlot 50%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2033–2063
Verpackt in: 1er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 100/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Coutet Cuvée Demoiselle 2025

100
/100

50 Prozent Cabernet Franc und 50 Prozent Merlot. Der Ertrag lag bei 24 Hektolitern pro Hektar. Die Nase unterscheidet sich sehr vom normalen Coutet. Das liegt sicherlich auch an den 50 Prozent Cabernet Franc und an der speziellen Form der Merlot, die eben nur in die Cuvée Demoiselle geht. Hochintensive Frucht, hier sind es nur Waldhimbeere und Walderdbeere, dazu süße rote, reife Kirsche. Viel Druck mit heller Lakritze und einem kleinen Hauch Nutella, auch etwas Mango und Maracuja. Eine hochintensive Nase, ohne Ecken und Kanten! Eben total reif, nichts Grünes ist hier dabei. Wow, was ist das dann für ein Mund! Da bleibt mir für einen Moment die Sprache weg. So köstlich! Satte süße rote Kirsche mit satten Walderdbeeren und Himbeeren, auch frische Zwetschgen. Eine tolle Süße in diesem wahnsinnigen Spiel! Das ist ein Leckerli der Extraklasse! Und auch dieser Wein wird schon von Beginn an Everybody’s Darling sein. Die Tannine sind nicht spürbar, auch wenn sie natürlich reichlich vorhanden sind. Alles ist so reif, so fein und verspielt! Dieses Jahr war die Besonderheit – deshalb sind die Tannine vielleicht auch so weich – dass man nach der Fermentation den Saft noch weitere 12 Tage auf den Schalen beließ. Ein immer beliebteres Modell, wie es ja auch im Piemont üblich ist, um Tannine wieder herauszuziehen. Vielleicht ist der Wein auch deshalb so unglaublich weich. Er steht für fast zwei Minuten im Mund mit seiner enormen Fruchtigkeit, Geschmeidigkeit und Leichtigkeit. Dazu diese wahnsinnig intensive Fruchtaromatik… Aber das Ganze erinnert viel weniger an klassischen Wein als an einen hochintensiven, extrem leckeren Fruchtsaft. Hier ist nichts anstrengend, hier heißt es einfach nur: runterschlucken und gefallen. Eine unglaubliche Schönheit, die man im Grunde im Umfeld der ganzen Topweine – denn Demoiselle liegt direkt dort wo Angélus liegt, Beauséjour Duffau oder Beauséjour Bécot – nicht mit diesen Maßstäben messen darf. Der Alkohol ist überhaupt nicht zu spüren. Das trinkt sich nicht wie ein Wein. Man möchte denken, Demoiselle könnte auch ein wunderbarer Kinder-Fruchtsaft sein. Und weil er so unglaublich lecker ist, ist es auch sehr schwer, ihn als Essensbegleiter zu empfehlen, zumindest in der klassischen Kombination zu Gebratenem oder Geschmortem. Dafür ist er einfach zu zart, zu fruchtig, zu lieb. Ich finde es ist ein Stand Alone, ein Wein der anderen Art – ein «Nicht-Wein». Einfach grandios! *** Cuvée Demoiselle kommt aus zwei kleinen Plots aus den höchsten Lagen von Coutet, reiner Kalksteinfelsen ganz oben auf dem Plateau, direkt neben Beausejour-Duffau. Es sind die ältesten Reben des Hauses, über 80 Jahre, zum Teil über 100 Jahre alt, Cabernet Franc und Merlot, aber nur die spezielle, uralte Form der Merlot mit winzigen Beeren und rotem Saft. Und so gehen sie auch in den Wein. Es werden lediglich 2.000 Flaschen erzeugt. Der Name Demoiselle kommt daher, dass der Urgroßvater auf dem Weingut verblieben war, während der Großvater mit den Franzosen in den Indochinakrieg zog. Er blieb dort 20 Jahre. In der Zwischenzeit hielt der Urgroßvater mit den drei Schwestern von Adriens und Mathieus Großvater die Stellung. Die drei Schwestern gaben sich ein Gelübde, niemals zu heiraten und Kinder zu kriegen, um das Weingut nicht zu gefährden. Außerdem haben sie nichts verkauft – es blieb also immer bei den ganz ursprünglichen Rebbeständen und bei der biologischen Bewirtschaftung. So kam es 2014 als Ehrung dieser aufopferungsvollen Arbeit zu dieser Cuvée und ihrem Namen. Diese Supercuvée der Demoiselle wird exakt gleich auch in eine Spezialflasche mit verschweißtem Glas gefüllt. Dann kostet er allerdings 300. Das ist der gleiche Wein. Ein Wein der für Jahrhunderte weggelegt werden soll. Lassen sie uns bei der normalen Flasche bleiben. Diese 50/50 Cuvée aus den ältesten Reben vom besten totalen Bio-Terroir in Saint-Emilion ist schon sehr speziell. In diesem Wein ist eben die Merlot-Form, die einen roten Saft hat. Mit extrem kleinen Beeren. Eine Form, die es nur noch auf Château Coutet gibt. Die Urform der Merlot. Die Reben aus diesem Plot sind über 100 Jahre alt. Winzige Erträge. Das Besondere an diesem speziellen Wein ist, dass er komplett im Holz vergoren wird und bei der Mazeration extrem lange auf den Schalen belassen wird. Es wird alles ohne pumpen bewegt und ohne künstliche Bewegung zu Beginn mit den Füßen getreten. Der Wein verbleibt dann bis zum folgenden April im großen Holzfuder und wird erst dann in Barriques gefüllt. Demoiselle wurde 2017 dann zusätzlich erstmals umgestellt auf eine Entrappung per Hand. In Italien bei Altare nennt man das uno per uno. Das ist eine Methode, wie sie fast nirgends mehr möglich ist. Hier wird wirklich über zwei Tage mit einem Team von 80 Leuten (Freunde des Hauses, Gastronomen, Händler) jede einzelne Traube von Hand entrappt. Es gibt kein einziges grünes Element. Das ist die Quintessenz aller optischen Sortiermaschinen. Perfekter geht es gar nicht. Jede einzelne Beere wird von Hand herausgenommen, gesichtet und entschieden ob ja oder nein. Das ist vielleicht auch die Besonderheit, warum Demoiselle nochmals so viel anders, weicher und in seiner abgehobenen Art extremer ist, aber auch der hohe Eisenanteil in den Böden dieser Lage hat Einfluss auf den speziellen Geschmack. Der Charakter von Demoiselle unterscheidet sich doch recht klar vom normalen Coutet.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

20
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Gerstl über: Chateau Coutet Cuvée Demoiselle

Intensität und Eleganz befinden sich in einem faszinierenden Zusammenspiel. Die rote Frucht von der Merlottraube wird von der schwarzfruchtigen würzigen Cabernetfrucht ideal ergänzt. Sauerkirsche, Johannisbeere, Himbeere, schwarze Kirsche, Cassis, Holunder und Brombeere - dahinter noble Kräuter und zarte florale Aromen. Schon der Duft ist ein wahres Gedicht - getragen von viel Reife und einer strahlenden Frische. Intensiver und saftiger Auftakt wo die Fruchtdichte sofort und eindrücklich zur Geltung kommt. Die ideale Balance bekommt er von der raffinierten Säure, die den Wein lebendig und saftig macht. Eine sinnliche Extraktsüsse verstärkt zusätzlich die Intensität der Aromen. So harmonisch und ausbalanciert haben wir den Cuvée Demoiselles noch nie erlebt - das ist pures Trinkvergnügen. Die Tanninstruktur ist so seidig, fein und doch auch omnipräsent. Was für eine beeindruckende Länge die nach und nach den würzigen Charakter hervorbringt. Ein grosser Wein der schon bald sehr grossen Trinkgenuss bieten wird und auch gut lagerfähig ist. (pb)

Mein Winzer

Coutet

Château Coutet ist das älteste Bioweingut in ganz Bordeaux. Dieses Weingut gibt es seit 1599 und es ist seit dem im Besitz der Familie David Beaulieu, also seit unzähligen Generationen. Und vom ersten Tag an biologisch organisch bearbeitet. Es wurden über Jahrhunderte nie Herbizide oder Pestizide...

Chateau Coutet Cuvée Demoiselle 2025