Coutet: Chateau Coutet 2025

Chateau Coutet 2025 6,0 l

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 60%, Cabernet Franc 30%, Cabernet Sauvignon 5%, Malbec 5%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2055
Verpackt in: 1er OHK
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 97–99/100
Gerstl: 20/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Coutet 2025

97–99
/100

60 Prozent Merlot, 30 Prozent Cabernet Franc, fünf Prozent Malbec und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. Nach gutem Frühjahr mit ausreichend Feuchtigkeit und gesunder Blüte hat es dann zwischen Mitte Juli und Ende August hier nicht mehr geregnet, erst Mitte und Ende August gab es zwei kleinere Schauer, die letztlich dem Jahrgang Rettung und Strahlkraft brachten. Der Ertrag lag bei knapp 40 Hektolitern pro Hektar. Das ist sehr ordentlich für dieses extrem biologisch arbeitende Weingut, denn der Blütenansatz war als Folge des das schwierigen Jahres 2024 (Pflanzengedächtnis sagen die biologischen Winzer) eher klein, aber die Reben haben hier von den Wurzeln her ordentlich Power mitgebracht aus dem unterforderten Vorjahr. Dunkles Rubinrot mit schwarzen Reflexen im Glas. Eine enorm dichte Nase nach sehr reifer Zwetschge und Walderdbeere, auch Waldhimbeere. Tief und würzig. Beide, Erdbeeren und Himbeeren, sind aber geschmacklich nicht zu vergleichen mit unseren kaufbaren Beeren, weil sie einfach viel würziger, säurebeladener und tiefer sind. Darunter dann auch Schattenmorellen und würzige Sauerkirsche. Enorm dicht, reich und samtig, nichts Raues! Das reichlich vorhandene Tannin ist so sanft und trotzdem dicht als Samtteppich vorhanden. Die Winzer Adrien und Mathieu vergleichen den Wein in der Aromatik und der Power durchaus mit 2022. Sie sagen aber dazu, dass 2022 nicht so seidige, weiche Tannine hatte. Das liegt an den Regenschauern Mitte und Ende August, die 2025 so sehr nach oben katapultiert haben in der Geschmeidigkeit und Seidigkeit und in der charmanten Üppigkeit. Enorme Fruchtmassen kommen dazu, trotzdem ist der Wein nicht kitschig, sondern einfach nur unglaublich saftig. Das ist wirklich ein geschmacklich reiner Naturwein mit immenser Frucht. Sehr weinig, sehr saftig, sehr intensiv! Der Wein steht extrem lange im Mund und bleibt dabei immer lecker. Luftig, beschwingt und so ätherisch! Ein totales Leckerli mit dichter, fokussierter roter Frucht in der Mitte. Einfach nur wunderschön. Everybody’s Darling mit Pikanz! Jeder wird ihn mögen, weil er so dicht, fruchtig und reich ist. Ohne dabei jemals anzustrengen. Das ist das Gegenteil von einem Wein, bei dem man sagt: «Das wird noch was!». Nein – da muss gar nichts werden, DA. IST. ALLES! Perfektion vom ersten Schluck an, direkt vom Fass. Und das wird so bleiben. Eine unglaubliche Schönheit! Das wird niemals anstrengend werden und jeder wird ihn mögen, obwohl er so anders ist als unsere Erfahrungen der schwarzen Frucht mit Vanille und amerikanisch anmutendem Holz der Standard-Saint-Emilions. Man muss nicht niederknien, aber so ist es eigentlich ein ziemlich perfekter, charmant rotfruchtiger Zechwein. Grandios! *** Das 15 Hektar große Weingut (12 Hektar Reben) war bis 1985 Grand Cru Classé und möchte das heute aufgrund erbrechtlicher Steuer-Problematiken nicht mehr sein. Die Weitergabe an die nächste Generation wird dadurch viel zu teuer. Heute nur Grand Cru. Château Coutet liegt direkt oberhalb von Château Angélus an den Südhängen des Kalksteinfelsens von Saint-Émilion. Die weiteren direkten Nachbarn sind Beausejour Duffau, Château Bellevue und Château Beauséjour Bécot. Viel besser geht es vom Terroir her kaum. Ein Drittel dieser Hanglage ist ganz oben gelegen und reines Kalksteinplateau, ein Drittel Lehmböden am oberen Hang, und der untere Teil ist sandig-kiesiger Boden. Dreifaltigkeit. Da kann man richtig spielen in der Komposition des Erstweins. Uralter Bestand an Reben. Zum Teil weit über 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Reben beträgt annähernd 50 Jahre. Coutet ist das älteste Bioweingut in ganz Bordeaux. Es besteht seit 1453 (laut Jurade-Buch von Saint-Émilion) und es ist seit 1680 im Besitz der Familie David-Beaulieu, also seit unzähligen Generationen. Adrien David-Beaulieu führt das Weingut heute. Coutet wird vom ersten Tag (1453) an biologisch-organisch bearbeitet. Es wurden über die Jahrhunderte nie Herbizide oder Pestizide oder künstliche Dünger verwendet. Hier existieren längst ausgestorbene Blumenarten und eigentlich ausgestorbene Kröten und Salamander. Wenn es woanders nur grün, oder später braun ist in der Natur, ist es hier immer noch bunt. Naturkundler der ganzen Welt geben sich zur Besichtigung die Klinke in die Hand. Die Familie gehörte immer der naturalistischen Bewegung an. Wir sind hier also im Herzen des natürlichen und biologischen Arbeitens der Weingüter von Bordeaux. Trotzdem hat sich das Weingut erst 2012 biologisch-organisch zertifizieren lassen, da die Generationen zuvor das für nicht nötig hielten. Die Besonderheit des Weins besteht auch aus der Art der Merlot, welche aus Jahrhunderte altem, ausgestorbenem Ursprungsbestand der Rebsorte kommt, und eine viel kleinbeerigere Merlot ist. Das Verhältnis von Saft zur Schale ist also viel geringer, Adrien David-Beaulieu kann somit mit wesentlich weniger Extraktion arbeiten. Dazu kommt, dass nur diese Merlotform auch ohne Schalenkontakt über roten Saft verfügt. Eine Merlotform, wie es sie andernorts schon lange nicht mehr gibt. Einige Nachbarn haben sich eine Selection Massale von hier gesichert. Ansonsten ist diese Form seit dem Zweiten Weltkrieg ausgestorben. Die Entrappung erfolgt hier maschinell, aber es wird mit 12 Leuten von Hand nachsortiert, sodass alle grünen Elemente sowie Stiele und Stängel herausgenommen werden. Auch unreife und überreife Beeren. Nur die Cuvée Demoiselle wird komplett händisch entrappt und sortiert. Die Fermentation geschieht selbstverständlich spontan. Das Ganze passiert im Stahltank und wird dann lange Wochen auf den Schalen und der Hefe belassen. Hier wird nicht wirklich gepresst, nur der natürlich auslaufende Saft wird verwendet. Der Ausbau geschieht zu 20 % im neuen Barrique, zu 45 % im gebrauchten Barrique und zu 35 % im gebrauchten großen Holzfass.

Jahrgangsbericht

2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogensten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein!

20
/20

Gerstl über: Chateau Coutet

Der Duft von Coutet, das ist so einzigartig, so viel Tiefe findet man nicht oft, Noten von Teer, Trüffel und Tabak stehen im Vordergrund, die Frucht scheint in diese Aromen eingebunden zu sein, alles ist aus einem Guss, die Vielfalt ist enorm, nichts sticht hervor. Ein Traum am Gaumen, herrliche Süsse geniale Frische, jede Menge samtene Tannine, alles ist von eindrücklicher Präzision, der strotzt vor Rasse und Frische, da ist vibrierende mineralische Spannung und das trinkt sich so leicht, hyperelegant und (...) die betörende Leichtigkeit des Seins, das ist der eleganteste Coutet, den ich kenne, gleichzeitig ist da Konzentration ohne Ende, ein minutenlanges nicht mehr enden wollendes Rückaroma. Das ist dieses Jahr auch eine für Jedermann nachvollziehbare Weinschönheit, ohne dass er die spezielle Coutet Aromatik verleugnen würde. Und wie viele 25er wird auch der ganz jung schon Hochgenuss bieten. (mg)

Mein Winzer

Coutet

Château Coutet ist das älteste Bioweingut in ganz Bordeaux. Dieses Weingut gibt es seit 1599 und es ist seit dem im Besitz der Familie David Beaulieu, also seit unzähligen Generationen. Und vom ersten Tag an biologisch organisch bearbeitet. Es wurden über Jahrhunderte nie Herbizide oder Pestizide...

Chateau Coutet 2025