Chateau Clos Manou (Médoc) 2025 3,0 l
- Cabernet Sauvignon 47%, Merlot 43%, Petit Verdot 6%, Cabernet Franc 4%
- rot, trocken
- 13,0% Vol.
- Trinkreife: 2033–2055
- Verpackt in: 1er OHK
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- Lobenberg: 97–100/100
- Yves Beck: 94–95/100
- Jane Anson: 94/100
- Gerstl: 19/20
- Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Clos Manou, 7, rue du 19 mars 1962, 33340 Saint Christoly de Medoc, FRANKREICHZutaten:
Trauben Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224)100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 75 kcal / 314 kJ Kohlenhydrate 1,1 g Zucker 0,1 g Enthält geringfügige Mengen von Fett, Fettsäuren, Eiweiß, Salz
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Heiner Lobenberg über:
Chateau Clos Manou (Médoc) 2025
/100
Der Angang hier bei Clos Manou 2025 ist verblüffend! Wir kommen gerade direkt von Château Carmenère und waren so geflasht von dieser extremen Seidigkeit mit einer genialen Frische und beschwingten Leichtigkeit. Und das gleiche haben wir hier bei Clos Manou auch. Das ist diese frappierende Konstanz in 2025 – egal wo man hinschaut, die besten Weine haben diese seidige Leichtigkeit, die Luftigkeit und diese unglaubliche Präzision. Hier bei Clos Manou ist es nur anders im Charakter als bei Chateau Carmenere, weil er deutlich mehr auf der Cabernet-Seite ist und keine Carmenère dabei ist. Clos Manou besteht 2025 aus 47 Prozent Cabernet Sauvignon, 43 Prozent Merlot, sechs Prozent Petit Verdot und vier Prozent Cabernet Franc. Der Ertrag lag 2025 bei sagenhaft guten 45 Hektolitern pro Hektar, allerdings auch bei einer Pflanzdichte von über 10.000 Stöcken pro Hektar. Trotz der Frische ist der Wein total reif, die Nase ist zu 100 Prozent auf roter Frucht laufend mit Walderdbeere, süßer Kirsche und Sauerkirsche. Unendlich fein! So eine Feinheit bei gleichzeitig dieser aromatischen Tiefe bekommt man nur in ganz großen Jahren. Keinerlei grüne Aromen in der Nase, es ist einfach nur reif, schick und schön. Trotzdem ist das mit einem totalen Grip ausgestattet! Das ist die rote Johannisbeere, die stark durchsticht, dazu noch leichte scharfe Chilinoten. Finesse bis zum Abwinken… So etwas Beschwingtes, Luftig Leichtes und Aromatisches! Im Mund deutlich mineralischer Grip mit viel Stein und Salz. Das baut totale Spannung und Vibration auf! Der Wein steht für zwei Minuten, trotzdem ist es wie schon bei Château Carmenère eine konzentrierte Finesse, hier nur mit deutlich mehr Power, Druck und Grip darunter. Das ist genau dieser 2025er-Spagat: Kraft und Struktur, aber verpackt in pure Eleganz und Leichtigkeit. Tannine satt, aber voller Finesse und Seidigkeit. Der Jahrgang 2025 in seiner besten Ausprägung: Eben nichts Maskulines, sondern eine echte Prima Ballerina – drahtig, verspielt und einfach nur wunderschön und schick. Der Wein braucht sicherlich fünf Jahre im Keller, aber anders als die großen Weine aus 2019 und 2020 braucht er eben nicht sieben oder acht. Clos Manou 2025 ist zugänglich und packt trotzdem komplett zu. Alles passt zusammen: Konzentrierte Finesse, Feinheit, satte Frucht, Leichtigkeit, Luftigkeit und Erhabenheit. Einfach nur ein Traum in Rot… Médoc von seiner allerschönsten Seite! *** Das kleine Weingut Clos Manou liegt im äußersten Norden des gesamten Médoc-Gebiets, weit nördlich von Saint-Estèphe. Der Nachbar ist Chateau Haut Maurac. Auch Château Carmenere liegt nicht weit entfernt. Clos Manou wird vom Besitzer Stéphane Dief und seinem Sohn Arthur persönlich bearbeitet. Zwar in einer nicht zertifizierten, aber extrem biologischen Weinbergsbearbeitung, mit winzigen Erträgen. Dichtpflanzung von über 10.000 Stöcke pro Hektar. Ertrag pro Pflanze unter 500 Gramm, winzige Träubchen, sehr tief und nahe am Stamm. Bei 10.000 Stöcken nur 40 Hektoliter pro Hektar, da bleibt nicht viel pro Stock. Wenn man die Arbeit im Keller sieht, die Stephan durchführt, wird einem schwindelig ob dieses wahnsinnigen Einsatzes. Er hat spezielle Rütteltische zur Entrappung, inzwischen sogar optische Laser-Nachsortierung der Trauben. Dann densitometrisches Wasserbad. Ausgebaut wird spontan im Barrique und in Ton- und Betonamphoren. Er macht auch einen Zweit- und einen Drittwein. In diesen Erstwein geht also nur das allerbeste Material. Hier wird nichts unversucht gelassen. Stéphane ist ein echter Fanatiker der Qualität. Und wäre es nicht Haut-Médoc, sondern Pauillac, wären seine Weine zusammen mit Pontet-Canet immer im 100-Euro-Bereich. Das ist seit vielen, vielen Jahren großes Kino und wird auf Grund der Randlage und zahlreicher »nur Etikettentrinker« total unterbewertet. Clos Manou kann man seit den Jahren 09, 10 und vielleicht schon ab 05 nicht mehr mit den normalen Vergleichsmaßstäben des Médoc und Haut Médoc werten. Wer schon mal auf dem Château war, wer gesehen hat wie in dieser Dichtbepflanzung mit den winzigsten Erträgen pro Stock einfach diese extrem feinen Finesseweine gewonnen werden, die gleichzeitig diese irre Spannung aufweisen, der nimmt Abschied von der Klassifikation von Bordeaux. Es geht nämlich am Ende nicht um alteigesessene große Namen, es geht um Rebbestand, es geht um Terroir, das seit der Hinwendung zum mediterranen Klima hier im nördlichen Médoc einfach perfekt geeignet ist. Es geht um die Böden, es geht um die Arbeit. Es gibt rund 65.000 Flaschen von diesem Wein.
Jahrgangsbericht
Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.
/100
Yves Beck über: Chateau Clos Manou (Médoc)
Das Bouquet sorgt sofort für Begeisterung, im Bruchteil einer Sekunde. Es gibt kein dominantes Element, abgesehen von Reinheit und Klarheit! Am Gaumen ist der Auftakt samtig und saftig, lässt aber auch die bevorstehende Kraft erahnen. Der Wein ist cremig und entfaltet seine Tannine am Gaumenende, wo sie sich am besten entfalten und ihre Rolle als tragende Säulen des Weins übernehmen können. Sie gehen Hand in Hand mit einer mundwässernden Spannung und einer prägnanten Säure, während ein Hauch von Herbheit das Finale untermauert und für Frische und Länge sorgt. Ein stimmiger, gut strukturierter, präziser und langanhaltender Wein. Er wird sich gut lagern lassen, aber das hindert niemanden daran, ihn auch jung zu genießen!
/100
Jane Anson über: Chateau Clos Manou (Médoc)
As ever, this sits at the upper end of what you can find in the vintage from the Médoc appellation, chewy and sinewy tannins with lift and kick of white pepper and sage spices, love the balance and the energy, red fruits that are concentrated but not overly intense, they let the light in and have a mouthwatering finish to the red currant and cassis fruits. 3.55 pH. 21% new oak. 5% press wine. Stéphane Dief, now also with his son Arthur, who is taking the lead as Stéphane heads to Picque Caillou.,
/20
Gerstl über: Chateau Clos Manou (Médoc)
Eigentlich ist das hier immer so, der Wein begeistert mit seiner atemberaubenden Tiefe, da sind erdige Aromen ohne Ende, Teer, Tabak, Feuerstein,schwarze Trüffel, die Frucht bleibt dezent im Hintergrund und ist gleichzeitig ein tragendes Element. Das ist ein sagenhaftes Finessenbündel, Tannine wie Samt und Seide sind umhüllt von köstlich süssem Extrakt, der Wein schmeckt absolut köstlich, ein himmlischer Filigrantänzer, gleichzeitig enorm konzentriert und komplex, das ist gross Klasse, der Wein zeigt sich noch um Nuancen feiner und eleganter als in den vergangenen grossen Jahren. (mg)
Galloni über: Chateau Clos Manou (Médoc)
The 2025 Clos Manou is racy, elegant and polished from start to finish. Plush contours wrap around a core of red/purplish fruit, lavender, rose petal, mocha and new leather. This mid-weight, juicy Médoc is impeccable.
Neal Martin über: Chateau Clos Manou (Médoc)
The 2025 Clos Manou was cropped at 45 hl/ha after sorting. This has a sublime bouquet that you really have to just sit and savour, with beautiful blackberry, briar and subtle sous-bois scents, and, like others, it becomes more floral with aeration. The palate is medium-bodied with fine tannins, a slightly more powerful and assertive Clos Manou, but there is control and focus. As such, it is one that I would cellar for two or three years because you can see the potential already. Bon vin.
Clos Manou
Stephane Dief ist ein besessener Winzer. Das muss man wissen, sonst kann man seinen rasanten Aufstieg in nur 20 Jahren nicht verstehen. Zusammen mit seiner akribisch arbeitenden Frau Francoise haben die zwei sich aus dem Nichts ein Vorzeigeweingut von 16 Hektar in ihrem Geburtsort Saint Christoly du...