Brisson: Chateau Brisson 2025

Chateau Brisson 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 85%, Cabernet Sauvignon 15%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2043
Verpackt in: 12er OHK
seidig & aromatisch
saftig
pikant & würzig
Lobenberg: 94+/100
Gerstl: 18+/20
Frankreich, Bordeaux, Cotes de Castillon
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Brisson 2025

94+
/100

Château Brisson 2025. In diesem heißen Jahr 85 % Merlot, 15 % Cabernet Sauvignon. Komplett im Holz ausgebaut, ein Viertel davon neu. Wir haben hier 14,5 Volumenprozent im Glas. Das ist sehr reich, sehr reifes Lesegut, voll auf dem Punkt gelesen. In die Nase strömt eine wunderbare Herzkirsche, tief, komplett einnehmend, füllend und sofort präsent. Darunter legt sich eine ganz feine Mineralität mit zartem Graphit, sehr elegant und subtil verwoben. Ein richtiges Leckerli in der Nase. Dazu ein wenig Holunder, ganz zurückhaltend auch etwas Eukalyptus, der für eine kleine Frische sorgt. Alles wirkt wunderbar harmonisch und einladend. Der Mund wird direkt von diesem tollen hedonistischen Aroma eingenommen. Gestützt von ultrasamtigen Tanninen, fast pudrig, den Gaumen vollständig umschließend und sehr geschmeidig. Es kommt erneut die Herzkirsche zum Vorschein, saftig und präzise. In ihrer leckeren, leckeren Fülle. Der Alkohol ist überhaupt nicht spürbar, sondern bringt in Kombination mit dem perfekt reifem, in Massen vorhandenem Extrakt, das Hedonistische, das ungemein Leckere voll und ganz zum Vorschein. Dazu gesellt sich eine feine Würze aus dem Holz, die dem Ganzen zusätzliche Tiefe verleiht. Die Intensität ist wirklich beeindruckend und bleibt lange am Gaumen präsent. In dieser Fülle geht jedoch die Eleganz, die Feinheit nicht verloren. Denn nichts wirkt schwer, nichts wirkt überladen, alles bleibt fast spielerisch in diesem satten hedonistischen Stil. Die Balance zwischen Kraft und Charme ist hier wirklich bemerkenswert gelungen. Ein wirklich toller, beeindruckender Leckerli-Wein, der sehr viel Trinkfreude verspricht.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

18+
/20

Gerstl über: Chateau Brisson

Das ist dieses wunderschöne Fruchtbündel, so kenne ich Brisson seit vielen Jahren, immer zuverlässig gut, auf Grund des Duftes findet man wenig Unterschiede zwischen den Jahrgängen, die herrlich kühle Ausstrahlung ist auch keine Überraschung. Am Gaumen zeigt er sich deutlich leichtfüssiger als die letzten Jahre, gleichzeitig ist die Konzentration eher eine Spur höher und was für eine wunderbare Extraktsüsse, das ist ein Prachtswein, in Sachen Eleganz stellt er alle grossen Jahrgänge der letzten Jahre in den Schatten, ein grosser Wein für extrem wenig Geld. (mg)

Mein Winzer

Brisson

Das Weingut ist im Besitz von Cedric Valade, der auch inzwischen ein kleines Weingut in Saint-Émilion hat. Ein kleines Weingut der n Castillon mit drei verschiedenen Weinbergen. Roter Lehm auf Kalkstein bei Chateau d'Aiguilhe, in der Gemeinde d'Aiguilhe, und der andere Teil auf Kreide-Kalkstein mit...

Chateau Brisson 2025