Chateau Belgrave 5eme Cru 2025
- Cabernet Sauvignon 64%, Merlot 36%
- rot, trocken
- 13,5% Vol.
- Trinkreife: 2032–2055
- Verpackt in: 12er OHK
- voluminös & kräftig
- tanninreich
- Lobenberg: 95–96+/100
- Suckling: 93–94/100
- Yves Beck: 94–95/100
- Jane Anson: 94/100
- Gerstl: 19+/20
- Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Belgrave, 35, route de Bordeaux, Parempuyre, 33295 Blancquefort Cedex, FRANKREICH
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Heiner Lobenberg über:
Chateau Belgrave 5eme Cru 2025
/100
64 Prozent Cabernet Sauvignon und 36 Prozent Merlot. Sehr dunkle Farbe, intensiv. Purpur mit schwarzblauen Reflexen. Dicht und samtig schon im Glas schwappend. Hohe Intensität in der Nase. Reiche Schwarzkirsche, süß mit Veilchen. Große Opulenz – erstaunlich für einen Haut-Médoc, dass hier so viel samtig dichte Wucht aus dem Glas steigt. Der Mund kommt mit erstaunlicher Pikanz. Fast nur schwarze Kirsche, aber mit einer tollen Säure darunter. Rote Johannisbeere dazu und sehr viel Salz. Das changiert total pikant zwischen Säure, Süße und Salzigkeit. Der Wein tänzelt vor lauter Finesse. Extrem seidige Tannine… Was für eine intensive, pikante Fruchtbombe. Aber nicht fett! Die Tannine sind satt und reichlich, der Wein wird ein langes Leben vor sich haben. Einer der eindrucksvollsten Haut-Médoc in 2025 mit seiner Opulenz und grandiosen schwarzkirschigen Feinheit. Samt und Seide mit Wucht und Fleisch. Groß und »best ever«, ich bin sehr beeindruckt! *** Das Haut-Médoc-Château liegt direkt neben Château Lagrange aus Saint-Julien. Dementsprechend eindeutig vom Terroir und der ganzen Ausprägung ein Saint-Julien-Wein. Seit mehr als 10 Jahren wird kräftig in die Weinberge investiert. Das Château gehört zum Négociant CVBG, einem der vier größten Négociants des Bordelais. Somit gehört es auch zum Imperium der Champagner-Familie Thienot. Château Belgrave hat 54 Hektar an Weinbergen in Produktion. In den letzten Jahren wurde hier so massiv in die Anpflanzung der Weinberge investiert. Inzwischen stehen hier 10.000 Stöcke pro Hektar. Der Ertrag liegt dementsprechend bei unter 500 Gramm Trauben pro Weinstock. Eng am Stamm wachsende Träubchen, das ist das Ideal. Das Terroir hier sind Kiesböden mit Lehm, eben identisch wie bei Lagrange. Im Weinberg wird biologisch gearbeitet, aber das Weingut ist noch nicht zertifiziert. Spontane Vergärung, Ausbau in überwiegend neuen französischen Barriques. Château Belgrave ist eines der wenigen als Cru klassifizierten Weingüter der Klassifikation von 1855. Also schon seit dieser Zeit ein erfolgreiches Château, denn die Klassifikation von 1855 richtete sich ausschließlich nach dem damals durchschnittlich erzielten Verkaufspreis. Belgrave profitiert wie viele Médoc und Haut-Médoc Weingüter vom sich erwärmenden Klima, denn hier gibt es durchaus kühle Terroirs. Die mediterrane Wärme bekommt den Weinen hier extrem gut.
Jahrgangsbericht
Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.
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Suckling über: Chateau Belgrave 5eme Cru
A precise and characterful wine with aromas of black currants, black cherries and crushed stones. Medium-bodied with a juicy finish. Terrific wine. Only 13% alcohol. Cabernet sauvignon, merlot and petit verdot.
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Yves Beck über: Chateau Belgrave 5eme Cru
Was für eine Präzision und Tiefe im Bouquet von Belgrave 2025! Alles liegt im Detail, nichts in der Üppigkeit! Herrliche Symbiose aus Noten von Lakritz, Eukalyptus, schwarzer Johannisbeere und Minze. Cremig im Auftakt, besticht der Wein durch seinen linearen Charakter und die fleischige Umrahmung seiner Kraft. Dazu trägt natürlich auch die Säurestruktur bei, die für Frische und Temperament sorgt, allerdings auf eine insgesamt subtile Weise. Sehr schön!
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Jane Anson über: Chateau Belgrave 5eme Cru
Deep plum colour, clear intensity and juice, this has the slate and graphite texture of the Left Bank coupled with well handled and impressive crayon, graphite, and cassis character. Harvest September 3 to 19. 32% new oak. Tasted twice, clear austerity that is consistent with an En Primeur sample. First year Penelope Godefroy technical director across the Dourthe Vignobles. 24hl/ha yield.
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Gerstl über: Chateau Belgrave 5eme Cru
Das ist dieser traumhafte Fruchtausdruck, so oder ähnlich duften die besten Weine dieses fantastischen Jahrgangs, intensive schwarzbeerige Frucht begleitet von floralen, würzigen und mineralischen Komponenten, was ist das doch für ein sinnliches Dufterlebnis. Herrlich kühler, gleichzeitig genial süsser Auftakt, superfeine Tannine, hohe Konzentration, verspielte Leichtigkeit, da sind alle Qualitäten versammelt, die man an den grossen Weinen von Bordeaux so liebt, ein Traum. (mg)
Jeff Leve über: Chateau Belgrave 5eme Cru
Tobacco, currants, licorice, flowers, and smoke create the essence of this wine. Medium-bodied, sweet, fresh, lively, and creamy, the vibrant, currant-packed finish lets you know this is already quite nice, and it will only get better as it ages. Drink from 2030-2055.
Colin Hay über: Chateau Belgrave 5eme Cru
(Haut-Médoc; 68% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 2% Petit Verdot; 13% ABV; tasted twice, the second time at the property itself). Always the closest stylistically to a Saint-Julien of the Haut-Médoc classed growths, which is hardly surprising when you look at where it's located. And it's also a classed growth that deserves far more attention than it receives. This is, once again, very well made with some of the opulence and nuttiness of its neighbours towards the river (in Saint-Julien) combined with the cedar and graphite classicism of the Haut-Médoc. There's a delicate florality too that I really like and a plungepool coolness in the mouth. In the mid-palate this is beatifully textured, with tactile tannins that seem to hone in on the details, it's almost as if they serve to highlight and pick out points of interest. Soft, succulent and silkily textured but with its very classical slight sense of austerity, this reminds me of the 2020.
Belgrave
In der Bordeaux-Klassifikation von 1855 als 5ème Cru eingestuft, war Château Belgrave bis 1980 ein eher belangloses Weingut.