Angélus 2021: 60 Prozent Cabernet Franc und 40 Prozent Merlot. 13,5 - 14 Volumenprozent Alkohol. Duftige, feine Nase. Viel Flieder, Veilchen und Schwarzkirsche. Unglaublich schick und sooo viel saftige Frische ausstrahlend. Maulbeere, rote Johannisbeere, wunderbare Würze und eine Touch Rauchigkeit und Himbeere von der Cabernet Franc. Noch nie gab es hier einen so hohen Anteil an Cabernet Franc wie in 2021. Das steht Angélus extrem gut, es gibt dem Wein eine feine, elegante, samtig-noble Note. Viel reife Himbeere und frische Minze. Am Gaumen gleitet er fast Pinot-artig über die Zunge, mit feinpolierter Tanninstruktur und extrem viel Saft. Unglaublich lecker, hedonistisch-fein. Voll auf die Finesse setzend. Wow, das ist schon immens schicker Stoff! Multikomplex und doch irgendwo zart. Möchte ich gar nicht spucken, so furchtbar lecker ist das. Tänzelnd fein mit kalkiger Textur und schiebender, salziger Vibration.,,Besitzer von Château Angélus ist der charismatische Winzer Hubert de Boüard, der mit Bellevue, Fleur de Boüard und Clos Boüard mehrere Eisen im Feuer hat. Die Weinberge von Angélus befinden sich an den unteren Hängen des Mazerat-Tals auf kalkhaltigem Lehm und auf gemischten Lehm- und Sandböden in bester Südlage. Nur die ältesten Reben von über 60 Jahren Alter finden hier Einzug. Für Angélus – wie für alle Top-Châteaus in Saint-Émilion – wird die Cabernet Franc Stück für Stück zur Dominante in den Cuvées. Der Ausbau geschieht auf Angélus inzwischen extrem reduktiv, besonders bei der Cabernet Franc wird nur noch im 3200 Liter Holzfass ausgebaut. Die Weine sind so deutlich reduktiver, sie zeigen deutlich mehr Veilchen und Blumigkeit, weniger schwarze Frucht. *** ,,Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.