La Reine Claude ist Charly Rols sehr persönliche Hommage an seine Mutter Claude – und zugleich der Auftakt zu einer neuen Blaufränkisch-Ära im Kamptal. Die Trauben stammen aus einem alten, in den 1970ern gepflanzten Weingarten am Steinberg, direkt an der Grenze zum Käferberg. Ein steiniger Hang, geprägt von Glimmerschiefer und Quarzit, kaum Erde, viel Mineralität. Ein karger, fordernder Boden, der naturgemäß tiefe Wurzeln und winzige Erträge hervorbringt. Nur zwei Fässer gibt es von dieser Rarität – seltener geht es kaum. Vinifikation wie immer mit burgundischer Seele: Ganztraubengärung semi-carbonique im offenen Bottich, zwölf Tage, dann behutsam gepresst mit einer alten Burgunder-Handpresse. 18 Monate im Holz: ein einjähriges Pièce aus Gevrey und ein besonderes Akazienfass. Die Nase ist kühl, tief und erstaunlich präzise: Schwarzkirsche, Sauerkirsche, dunkle Zwetschge, etwas Schlehe. Dazu Veilchen, ein Hauch Rosa Pfeffer, steinig-kühle Mineralität, fast metallisch. Feine Kräuter, Thymian, Bergminze und ein leicht balsamischer Unterton. Nicht laut, aber extrem klar und eindringlich. Am Gaumen sehnig, saftig, mit packendem mineralischem Zug. Rote und dunkle Kirsche, leicht herbe Cassis, eine vibrierende Salzigkeit vom Steinberg. Tannin ultrafein, gleichzeitig mit festem Griff – burgundisch in der Textur, aber deutliche Blaufränkisch-Würze- und Steincharakter. Der Akazieneinfluss zeigt sich nur als feiner Kräuter- und Honigschimmer, nie süß, nur aromatisch. Der Nachhall ist lang, kühl, salzig und würzig, mit einem klaren roten Fruchtdruck. Ein enorm eigenständiger Blaufränkisch, intensiv, präzise, absolut charakterstark – und aufgrund der winzigen Menge eine echte Rarität. La Reine Claude markiert den Auftakt einer neuen, hochspannenden Blaufränkisch-Linie bei Charly Rol.