Hier gehen nur Reben aus selbst gepflanzter Selection Massale von hundertjährigen, alten Mosel-Rieslingstöcken. Zusammen mit der Hochschule Geisenheim haben Loewens in den 1990er Jahren angefangen die besten 80 bis 100-jährigen Stöcke zu selektieren und nur noch bunt gemischtes, altes Mosel-Rebmaterial nachzupflanzen. Der Quant und der Varidor stammen zwar aus jüngeren Reben, aber aus diesen extrem hochwertigen Selektion Massale-Reben. Das ist schon ein Hammer für diese sehr preiswerten Gutsweine. Der Wein stammt aus besten Lagen in Leiwen, Detzem, Longuich und Lorch. Somit eigentlich schon fast an einen Ortswein heranreichend, obwohl er eigentlich den Gutswein darstellt. Komplett auf Devonschiefer gewachsen, alles spontan vergoren. Seit den 1990er Jahren wird hier spontan vergoren. Der Varidor stammt aus einer vor 25 Jahren neugepflanzten Selektion Massale aus alten Reben der Laurentius Lay und den 1896 gepflanzten Reben im Herrenberg. Selektiert wurde sehr penibel nach Reife, Vitalität und anderen qualitativen Merkmalen. Man verfeinert hier weiter den Rebbestand aus diesen alten, allerbesten Reben des Weingutes. Man möchte keine uniformen Klone bei Loewen. Das Besondere ist auch, dass dieser Varidor (steht für Variation d’Or, also Variation der goldenen Beeren) komplett gleichzeitig geerntet wird, das heißt wir haben durch die genetische Vielfalt eine bunte Mischung aus Trauben höherer Reife, höherer Säure, mehr und weniger Wüchsigkeit und so weiter, um die maximale Vielfalt aus mehr als 100 Jahren genetischem Rebenmaterial im Wein abbilden zu können. Dieser Wein kostet fast das gleiche wie der Gutswein Quandt. Und was ich schon beim Pinot Blanc bemerkte, trifft auch hier zu. Wie kann diese Top Selection Massale aus diesem 25-jährigen Weinberg so preiswert sein? Das übertrifft die breite Masse an Weinen in diesem Preisbereich bei weitem und stellt ja die hochwertigste Rebenselektion der Loewens. Auf dem Papier ist der Jahrgang 2025 sehr ähnlich zu 2015, hohe Reife, hohe Extrakte, hohe Säuren, kleine Erntemenge. Die Säuren sind total seidig und reif, die Texturen fast cremig, sehr dicht, dazu aber die kräuterig-steinige Aromatik eines kühlen Jahres. Wirklich ein faszinierender Jahrgang, wie eine moderne Version von 2015 mit Power und Vibration. Wir gehen weg von der reinen Zitrusfrucht und gehen in Richtung Steinobst mit zarter Exotik. Strahlende Frucht mit duftiger Melone, weiße Johannisbeere, Zitronengras. Im Mund eine enorm hohe Spannung, kühler, saftiger Fluss mit einer wahnsinnig animierenden Säure, die fast ein bisschen Umami-Charakter hat in diesem Jahr. Das Wasser läuft im Mund zusammen, der Speichel fließt in Strömen. Nichts Spitzes, total reif und charmant, aber mit dem gewissen Extra im Finish, diesem kleinen Salzkick. Einfach mehr auf salziger Mineralität und Stein laufend. Quant hat mehr fruchtigen Charme. Der Varidor ist nochmal komplexer in der Art, er zeigt mehr mineralische Intensität und Vibration. Super!