Die Reben stammen aus dem Elsass und haben schwachwüchsige Unterlagsreben, Anfang der 90er Jahre gepflanzt, auf Schieferverwitterung mit höherem Lehmanteil, deshalb für Riesling nicht so sehr geeignet. Da die Reben aus Frankreich stammen nennt Carl Loewen den Wein Pinot Blanc und auch der Ausbaustil ist frankophil mit der Vergärung und dem Ausbau im neuen (ein Drittel) und gebrauchten Moselfuder von 1000 Litern ohne Toasting. Das sensationelle an diesem Wein ist, dass ich mittig der Verkostung auf die Preisliste geschaut habe und ich war im Geiste beim Probieren preislich völlig woanders. Das ist der schiere Wahnsinn, denn das ist ein wirklich hochklassiger Pinot Blanc. Die Reben sind jetzt in einer Art Altersbalance angekommen. Eher spät gelesen, um die tiefe, vollreife, gelbfruchtige Aromatik zu erzielen. Loewens lesen immer recht spät, aber dann extrem schnell. Sie sind meistens die letzten die anfangen, aber dennoch die ersten die fertig sind dann. Der Wein wächst auf stark verwittertem Schiefer, dort wo auch Quant und Varidor wachsen. Aber Loewens versuchen hier auch eine volle Reife zu erreichen, dass auch das volle Aroma bis in die gelbe Frucht entfaltet wird. Weißburgunder braucht immer etwas mehr Reife, damit er nicht zu schwach wird. Das ist auch etwas das sie erst lernen mussten, weil sie am Anfang gearbeitet haben wie beim Riesling mit moderaten Oechslegraden, die beim Weißburgunder aber einfach nicht ausreichen. Er braucht mehr Reife, mehr Bumms, um zu voller aromatischer Intensität und Fülle zu kommen. Obwohl Loewens eigentlich keine grüne Lese machen, haben sie sich beim Weißburgunder in 2025 dazu entschlossen, weil nach dem Frostjahr 2024 der Traubenansatz einfach etwas zu hoch war. Um mehr Substanz reinzubekommen, wurde der Ertrag dann deutlich verringert. Maischestandzeit für drei Stunden, quasi als Ganztraube eingemaischt, damit er etwas mehr Druck bekommt. Die Vergärung findet zu einem Drittel in gebrauchten Fudern, sowie jeweils einem Drittel neuen Fudern und Edelstahl statt. Auch intensiver Hefekontakt. Die Fruchtintensität von 2025 ist berauschend, geht von Ananas über Mirabelle bis Orange. Im Mund kommt auch ein Touch Mandarine hinzu. Das ist ein Supercharmeur, cremig, saftig, verspielt, duftig. Das hat unglaublich viel Kraft. Ein genialer Weißburgunder und sicher einer der besten des Jahres an der Mosel, weil er so eine Delikatesse ist.