Falletto hat nichts mit der Ortschaft Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach der 13 Hektar großen Monopollage des Weingutes in Serralunga benannt. Die gesamte Weinbergsfläche von Giacosa liegt in einem Amphitheater in Süd-Südwest-Exposition. Bruno fand bereits in den 1990er-Jahren, dass die Trauben im oberen Teil sogar noch elegantere Weine ergeben und dadurch besonders für den längeren Ausbau geeignet sind und ein besseres Alterungspotenzial haben. Deshalb schuf er einen separaten »Cru im Cru«, der in den besten Jahrgängen mit dem ikonischen »Red Label« auf den Markt gebracht wird. Diese Riserva ist im An- und Ausbau fast genau gleich wie das weiße Etikett. Sie bleibt sechs Monate länger im Holz, das heißt, nach der Malo im Stahltank folgen circa drei Jahre Ausbau im großen Holzfass, und dann folgt ein langes Flaschenlager von 30 Monaten. Ich probiere den Wein im Oktober 2025 auf meiner Piemont Tour, er wird im Januar 2026 auf den Markt kommen. Mittleres Rubinrot mit Orange. Die Nase ist der ultimative Inbegriff der Eleganz! Was für ein Charmeur! Verführerisch duftende, reife Erdbeeren mit Sahne strömen im ersten Moment aus dem Glas. Ich schließe die Augen und halte einen Moment inne. Dann geht auch schon diese gnadenlos schöne, erdige Würz-Orgie los! Braunes Leder, Herbstlaub, Nelken, abgehangenes Fleisch, auch etwas Fleischbrühe, dann wieder konzentrierte süße Kirsche, beinahe Kirschlikör, auch etwas dunkle Himbeere im Spiel mit feinem Orangenabrieb. Später kommen metallartige mineralische Noten, gefolgt von tiefdunkler, mysteriös anmutender, rauchiger Mineralität hinterher. Schon beim Riechen hat diese Riserva eine wunderbare Tiefe und Komplexität sowie auch diese unendlich schöne, schwebende Duftigkeit. Der Mundeintritt ist seidig, tänzelnd und zugleich schwebend leicht. Erst nach dem Schlucken bauen sich die unendlich feinen, zart geschliffenen Tannine immer weiter auf. Wenn andere Weine schon abgeklungen sind, kommt diese opulent saftige Le Rocche Riserva erst in Fahrt und zu ihrem Höhepunkt im Mund. Die erstaunliche Frische bildet im Hintergrund ein Gegengewicht zur saftigen, charmanten Frucht und lässt diesen Wein zart daherschweben. Das ist der absolute Wahnsinn! Sehr fein, und dennoch sooo lange im Mund. Dieser Wein ist zudem schon bereit zum Genuss, aber natürlich wird er mit ein paar Jahren mehr im Keller noch zulegen. Eine große, elegante Schönheit, die das begehrte Rote Label voller Stolz tragen darf und kann!