Dieser Falletto hat nichts mit der Ortschaft Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach der 13 Hektar großen Monopollage des Weingutes in Serralunga benannt. Die gesamte Weinbergsfläche von Giacosa umfasst hier 13 Hektar, in einem Amphitheater in Süd-Südwest-Exposition. Diesen Wein gibt es als Falletto (di Serralunga), aus der Lage direkt unterhalb der großen Cru Lage Vigna Le Rocche di Falletto und wie in diesem Fall als Vigna Le Rocche aus dem oberen Teil der Lage. Bruno fand bereits in den 1990er-Jahren, dass die Trauben im oberen Teil sogar noch elegantere Weine ergeben und dadurch besonders für den längeren Ausbau geeignet sind und ein besseres Reifepotenzial haben. Deshalb schuf er einen separaten »Cru im Cru«, der in den besten Jahrgängen mit dem ikonischen »Red Label« auf den Markt gebracht wird. Der Wein aus dem oberen Teil der Lage wird jedoch immer separat ausgebaut, und somit kommen aus der Lage Falletto di Serralunga immer zwei verschiedene Weine. Im Moment ist der Ort Serralunga übrigens der absolute Brennpunkt von Barolo, die besten Erzeuger von Giacomo Conterno, Altare, Vietti bis hin zu Gaja sind alle hier in Serralunga unterwegs, weil das Terroir dort so einzigartig ist. Und weil Serralunga diesen Spagat schafft, aus der maskulinen Seite von Castiglione Falletto und der Weichheit, der Eleganz aus Monforte. Der Wein wird in Tini vergoren, das sind traditionelle 50 hl fassende Holzfässer, die nach oben hin schmal zulaufen. Danach geht er für 34 Monate in große Eichenfässer von Gamba aus französischem Holz und Stockinger aus slowenischem Holz. Nach weiteren sechs Monaten Flaschenlager kommt der Barolo Falletto di Serralunga dann als White Label auf den Markt. Im Juli 2025 abgefüllt, ich probiere im Oktober 2025 auf meiner Piemont Tour, der Wein kommt im Januar 2026 auf den Markt. Leuchtendes Rubinrot. Die Nase schiebt druckvoll und imposant mit wilden Kirschen, Schlehen und Pflaumen, sogar ein zarter Hauch schwarzer Johannisbeere kommt hinzu. Elegant und perfekt »weinig« hat der Wein eine selbstbewusste, erhabene und anmutige Aura. Zart duftende Gewürze über schwebenden Blüten legen sich darüber. Beim Riechen scheint dieser Stoff bereits in einem wunderbar attraktiven, zugänglichen Stadium zu sein. Veilchen und Kräuter schweben mit Lakritz, etwas Vanille, würzigen Wacholderbeeren und Nelken über dieser reichhaltigen Frucht. Im Mund trifft die knallrote Kirsche mit tänzelnder roter Johannisbeere und auch der fein-griffigen Tanninstruktur roter Johannisbeeren auf die Zunge – der Wein leckt sie mit der Haptik einer Katzenzunge. Hagebutten, Nelken, ein Hauch würziges Lorbeerblatt mit Salbei und auch würzigen, fleischigen Aromen sowie zart schmelzender Milchschokolade. Die Mineralik ist dunkel, rauchig und dabei beinahe graphitartig im Nachhall und die Säurestruktur des Weins ist auffallend frisch und bietet dieser monumentalen, opulenten Frucht ein mega tolles Gegengewicht. Dennoch brauchen die vielen Tannine ein paar Jahre Flaschenreife, um in die reichhaltige Frucht integriert zu werden. Ein schicker, sehr klassisch anmutender, druckvoll schiebender Barolo!