Bodegas Telmo Rodriguez Ribera del Duero: Matallana 2022

Bodegas Telmo Rodriguez Ribera del Duero: Matallana 2022

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Albillo, Diverse, Garnacha, Tempranillo, Valenciana
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2048
Verpackt in: 6er OHK
fruchtbetont
voluminös & kräftig
seidig & aromatisch
Lobenberg: 98–99/100
Parker: 96/100
Suckling: 96/100
Colin Hay: 97+/100
Jane Anson: 97/100
Decanter: 96/100
Spanien, Ribera del Duero
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Matallana 2022

98–99
/100

Auf dem Etikett dürfen die Parzellen, aus denen die Trauben des Matallana stammen, nach den offiziellen Appellations Regeln nicht genannt werden. Sturkopf Telmo Rodriguez schrieb sie dennoch aufs Etikett, nur um sie anschließend dick wieder durchzustreichen – daher kommen die schwarzen Balken über den elf Lagen El Bosque, La Guirueda, Cascajoroa, Carrahoyales, Los Grijos, La Requina, Herrera, Los Mochos, La Cal, Hoyo Lucas und La Pardilla. Telmo möchte diesen insgesamt 21,5 Hektar Rebfläche mit langer Weinbautradition alle Ehre erweisen. Die Lagen sind auf fünf Ortschaften verteilt, vom nördlichen Sotillo de la Ribera mit den kalkreichen Hanglagen bis zu den rötlichen Bergen von Pardilla im Süden sowie Roa, Fuentecén und Fuentemolinos unterscheiden sich alle Ortschaften bedeutend. Im Blend sind hauptsächlich Tempranillo (in Ribera del Duero wird er Tinto Fino genannt), im Blend mit den anderen Rebsorten der Region wie Navarro, Valenciano und Albillo. Nach der sorgfältigen Handlese spontan im Holz vergoren und anschließend 14 Monate lang in französischen Barriques ausgebaut. Mittleres, leuchtendes Violett. Schon die Nase dieses Matallana ist eine aromatische Explosion! Intensive reife Brombeeren, Boysenbeeren und Cassis mit würzigem grünem und schwarzem Tee, zarten Aromen von frischer marokkanischer Minze, Lavendel Bonbons, Himbeer Likör, Lakritz, Wacholderbeere, dunkler Schokolade, Teer und einem Hauch würzigem Kalkstein und Graphit. Diese herrliche Opulenz ist vielschichtig und zugleich aromatisch wunderbar verlockend. Ein verführerisches Spiel aus Saftigkeit und Würze. Nichts erinnert an einen süßen, schweren Ribera! Mit viel Luft kommen dann auch Amarenakirsche, reife Pflaume, süße Feige und tiefe, würzige schwarze Heilerde hinzu. Im Mund ist die Pflaume- Brombeer-Blaubeerkomponente des Weins intensiv und vibrierend klar. Ich bin begeistert von der Kombination aus Intensität und ehrlicher Geradlinigkeit. Wieder keinerlei Süße, sondern eher erdig und mineralisch. Lakritz, 100-prozentige Schokolade und würzige mediterrane Kräuter. Dieser Stoff ist verlässlich, hedonistisch und überwältigend lecker. Frisches Gesteinsmehl mit Graphit, pfeffriger Würze und Salzigkeit im Nachhall. Reife Schwarzkirsche, süße Maulbeere und dann sogar noch mit der Frische roter Johannisbeeren mit dieser ultimativen Frische im Nachhall. Die Tannine sind fein geschliffen und beinahe sandig, dennoch sind sie schon integriert und dieser Wein ist beinahe bei der Probe im Juli 2025 schon zugänglich. Für Ribera del Duero hat Matallana eine eigene Dimension in dieser wollüstigen, vollmundigen, erotisch duftenden und frischen Finesse. Gegensätze, die fast nicht vereinbar scheinen. Aber der Wein ist so super poliert. Diese geniale Frische kann fast nicht der Region Ribera del Duero zugeordnet werden. Oder doch? Dominio del Aguila und Pingus lassen grüßen! Ein intensiver, superfeiner Finesse-Blockbuster. Der Wein steht auf jeden Fall zusammen mit einigen anderen Erzeugnissen an der Spitze der Region, da ist der urwüchsige Naturfreak Dominio del Aguila und der modernere Pingus durchaus nicht so weit! Ein superbes, ultra komplexes und harmonisches Meisterwerk mit extrem zurückhaltendem, perfektem Holzeinsatz!

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

96
/100

Parker über: Matallana

The current release from Ribera del Duero is the 2022 Matallana, the only wine they produce in the appellation, mixing origins and soils from five different villages—Sotillo de la Ribera, Roa, Fuentecén, Fuentemolinos and Pardilla. It fermented in oak and stainless steel vats and matured in French oak barrels of different ages for 14 months. It's a serious and traditional Ribera, with power, the concentration from the year and the elegant rusticity from the zone. But it doesn't feel like a wine from a warm vintage, and IT WAS warm, extremely warm. The harvest started eight days earlier than in 2021, denoting a warmer year. The grapes—a Tempranillo-based field blend that also contains some Garnacha, Bobal and Albillo—delivered a wine with 14.5% alcohol, a pH of 3.72 and 4.34 grams of acidity. It's serious, harmonious and very balanced, with fine-grained tannins. It's a triumph over the adverse conditions of the year. 23,883 bottles produced. It was bottled in May 2024.,,

96
/100

Suckling über: Matallana

Dark-fruited with subtle chocolate, this Ribera del Duero opens with layers of blackberries, pepper and graphite. The palate is full-bodied and composed, with finely etched, dusty yet refined tannins that frame the velvety fruit without overpowering it. It is broad but with precision and tension. A great effort in one of the warmest and driest vintages in recent history. It can be drunk now, but best from 2027.

Verkostungsnotiz
97+
/100

Colin Hay über: Matallana

(Ribera Del Duero DO; from a blend of Tinto Fino, Navarro, Valenciano, Albillo and other varietals sourced from the best sites in Sotillo de la Ribera, Roas, Fuentecén, Fuentemolinos and Pardilla; fermented in oak vats and tanks with indigenous yeasts; aged for 14 months in French oak barrels; 14.5% alcohol). Much more closed aromatically than Dolio at first. Introvert. Very soft and gentle with an incredibly sensuous and pixilated raspberry and loganberry fruit; a little mulberry and black berry with aeration in the mouth. Plump, substantial and, above all, spherical in form in the mouth. The soft tannins caress the palate all the way to a distant horizon. Lovely.

97
/100

Jane Anson über: Matallana

A little reserved at this early stage, you can feel the hew and heft of the tannins keeping everything in check. There is a sense of precision and crafted architecture, concentrated but with the lightest of touches. Energy and power, dark black fruits, exceptional quality. 21.5ha across eleven vineyards, winemakers Telmo Rodriguez and Pablo Eguzkiza. Harvest September 22 to October 6 after an exceptionally dry season, native yeast fermentation in oak vats and stainless steel tanks.

96
/100

Decanter über: Matallana

Balsamic nose, rose petals, blackcurrants with Maraschino cherries. Tannic and grippy but not dry, this has flesh but turns more savoury than overtly fruity giving liquorice, vanilla cream, cola and tobacco touches. It’s quite a serious wine with less charm on offer right now but lots of energy and precision to make up for it. Needs a while for the wood to integrate and to shake some of the seriousness off but there's no faulting the precision to each and every element and the fruit is amazingly pure. Owner/winemaker pair Telmo Rodriguez and Pablo Eguzkiza.,

Mein Winzer

Bodegas Telmo Rodriguez Ribera del Duero

Der aus Irun stammende Baske Telmo Rodriguez begann seinen steilen Aufstieg zum vielseitigsten, umtriebigsten und vielleicht besten spanischen Winzer als "junger Wilder" und "Wein-Revoluzzer" zu Beginn der 90er Jahre. Gerade fertig mit dem Önologiestudium in Bordeaux übernahm er die Verantwortung...

Matallana 2022