Bodegas Antídoto – Bertrand Sourdais: La Hormiga Tempranillo 2022
100
- Tempranillo 100%
- rot, trocken
- 14,5% Vol.
- Trinkreife: 2027–2045
- voluminös & kräftig
- fruchtbetont
- Lobenberg: 96–97/100
- Jeb Dunnuck: 96/100
- Galloni: 94/100
- Spanien, Ribera del Duero
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Bodegas Antídoto, Carretera Atauta, 63B, 42330 San Esteban de Gormaz (Soria), SPANIENZutaten:
Trauben Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224)100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 88 kcal / 368 kJ Kohlenhydrate 0,9 g Eiweiß 0,2 g Zucker 0,2 g
Heiner Lobenberg über:
La Hormiga Tempranillo 2022
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Oberhalb des Flagship-Weins angesiedelt, eine Einzellage auf 1000 Höhenmetern. Über 100 Jahre alte Reben, wurzelecht. Das war der Grund diese Bodega zu gründen, Bertrand fand diesen verlassenen Schatz 1999. Lehmboden mit etwas Sand und Kalksteinbrocken dazwischen. Heiß im Sommer mit kühlen Nächten, die Grundlage der besten Ribera-Weine, fette Beerenfrucht mit Blaubeerschalen und Lakritze über Bitterschokolade ist oft das Ergebnis. Auch hier! Zum Teil als Ganztraube im Holz fermentiert, satte 30-40 Tage, dann mit der Feinhefe unfiltriert in französisch Barriques, lange 18 Monate. 30% Neuholz. Das Ergebnis ist so ungemein dicht und reich, beerig und voll, samtig aber nicht fett. Wahnsinnig billig für das Ergebnis, wie kann das sein?
Jahrgangsbericht
Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.
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Jeb Dunnuck über: La Hormiga Tempranillo
The 2022 La Hormiga comes from limestone rock and red clay soil and 100% Tempranillo planted in the early 1900s at high altitude in limestone rock and red clay soils. Fermentation is all in stainless steel and aging in larger French oak barrels, 25% new, for 14 months. Medium-bodied, it offers complex layers of salty, spicy texture and ample length, rigidity, and grip. But it’s the enduring freshness you’ll remember. Drink now through 2042.
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Galloni über: La Hormiga Tempranillo
The 2022 La Hormiga comes from 71-year-old vines in the Sierra de La Hormiga paraje in Soria, Ribera del Duero. It was fermented over 40 days and aged for up to 16 months in Bordeaux barrels, 30% of which were new. This is a darker expression compared to the estate’s other wines, with ripe plum and blackberry aromas, a hint of herbs and a background of cedar, coconut and vanilla. The palate is juicy and flavorful, with soft warmth, polished tannins and a delicate texture. Despite the chalky profile, the tannins remain supple.,
Weingut über: La Hormiga Tempranillo
It is described as classic, voluptuous and with tactile sensory perceptions, but with the features of the ungrafted hundred-year-old vines in Soria, at almost 1000 metres above sea level. This wine is made with tinto fino and maceration lasts around 30 days. It is aged in French oak barrels (Bordeaux’s barriques). It is an elegant, expressive and tasty wine, which reflects the climate of Soria.
Bodegas Antídoto – Bertrand Sourdais
1999 reiste der archetypische (leicht verrückt, leicht abgehoben, leicht verschwurbelt, leicht arrogant, hochsympathisch) französische Loire-Winzer Bertrand Sourdais durch Ribera del Duero. Leicht gelangweilt und vor allem unterfordert vom familieneigenen Loire-Weingut in Chinon, war er auf der...