Der S ist, wie alle Weine bei diesem Weingut, aus der Hand des schon von der Krone berühmten Peter Perabo. Das S steht für den dichtesten Wein aus ältesten Reben. Es ist der älteste Spätburgunder-Weinberg des Gutes. Wie schon beim normalen Pinot hier das gleiche Thema: gelber Schiefer mit Löss-/Lehmanteilen. Wärmerer Boden, besser versorgt, das ergibt wuchtigere Weine. Im offenen Holzgärständer vergoren und Ausbau zu rund einem Drittel im neuen Holz, burgundische Barriques und 300 Liter Fässer. Peter Perabo scherzt gerne, dass sein gesamtes Rotwein-Equipment günstiger ist als ein neuer Fermenter in einigen berühmten Rheingauer Weingütern. Alles handmade, da ist Weinbau noch ein Handwerk, minimalster Technikeinsatz und maximales Ergebnis. Peter Perabo ist eben alte Schule und einer der genialsten Rotweinwinzer Deutschlands. Den 2022er Jahrgang hat Peter Perabo quasi komplett im Alleingang gemacht, er war Kellermeister und Außenbetriebsleiter in Personalunion. Trotz der satten Reife des Jahres ist das brillant und geschliffen ohne Ende. Der Rüdesheimer hat eine köstliche Minzefrische über der Frucht liegen. Er ist rötlicher und saftiger in der Auslegung als das dunkle Assmannshausen. Salzige Himbeere, Herzkirsche, Lavendel, rote Johannisbeere, wahnsinnig viel samtiges Tannin. Der Rüdesheim S ist wie immer der charmantere und zugänglichere Wein, er zeigt und bietet mehr right out of the gate. Assmannshausen ist dunkler und fordernder. Wer von einem Burgunder verführt werden will, der muss mit dem Rüdesheimer S gehen. Das ist eine Art Volnay aus dem Rheingau. Dass er so schön ist sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in 2028 noch viel besser sein wird als heute. Peter Perabo macht stets Weine für die Strecke, auf ganz lange Sicht, das sind keine schnellen Konsumweine und so sollten sie auch verstanden werden. Wow, sind das intensive, herausragende Spätburgunder in 2022 von Peter Perabo. Für ihn der beste Pinot Jahrgang dieses Jahrtausends.