Rosalie, benannt nach Bernhard Otts Tochter, ist eine eigenständige Cuvée aus Pinot Noir und Zweigelt. Komplett auf Rosé gedacht und vinifiziert. Kein Abfallprodukt aus der Rotweinbereitung, sondern ein Wein mit klarer Idee und eigener Handschrift. Die Stilistik lehnt sich lose an Frankreich an, aber ohne dogmatisch zu sein. Hier geht es nicht um Klischees, sondern um Balance, Trinkfluss und Ausdruck. Ein Rosé, der über seine feine Struktur und Saftigkeit kommt. In der Nase direkt animierend und klar. Walderdbeere, frische Himbeere, dazu ein Hauch roter Johannisbeere. Dahinter eine feine Kräuterfrische, etwas Blutorange und ein ganz leichter mineralischer Touch. Alles wirkt kühl, präzise und einfach so einladend. Am Gaumen dann genau diese Mischung, die Rosalie so besonders macht: trocken, elegant und unglaublich saftig. Die rote Frucht bleibt frisch und lebendig, wird von einer feinen Würze begleitet und von einer dezenten Salzigkeit unterlegt. Die Säure sorgt für Zug, bleibt aber immer geschmeidig eingebunden. Was richtig Spaß macht, ist dieser Flow. Der Wein hat Struktur und Anspruch, bleibt aber völlig unverkopft und zugänglich. Funktioniert solo genauso gut wie am Tisch – ein Rosé, der mehr kann als nur Aperitif. Im Finale saftig, frisch und mit feiner mineralischer Spur. Verspielt, aber präzise, und vor allem: unglaublich trinkfreudig.