Le Génie ist der Zweitwein des legendären Bella Oaks, 22 monatiger Ausbau in zu 70 Prozent neuen Barriques. Undurchsichtiges Rubinrot mit Violett mit violetten Tränen am Glasrand. Die Nase ist feinmaschig, druckvoll und dicht. Saftige Pflaumen und Schwarzkirschen, aber auch immens viel Würze. Schwarzer Pfeffer, Muskatnuss, Zedernholz und getrocknete Veilchen. Auch ein Hauch weißer Honig kommt hinzu. Je länger der Wein im Glas steht, desto intensiver wird die Mineralität und desto eleganter der Le Génie. Zarte Aromen von Gartenkräutern und etwas Minze tauchen auf. Dieser Wein fängt das Terroir wirklich grandios ein – ich schließe die Augen, rieche am Glas und bin direkt auf dem traumhaft schönen Estate gebeamt. Im Mund ist der Wein einnehmend, ohne dabei zu fordern. Dunkle Schokolade, Blaubeeren und konzentrierte Schwarzkirschen rauschen mit Karacho durch den Mund. Lakritz, ein Hauch Kaffee, Mokka und zart rauchige Mineralität hinterlassen das Gefühl von frisch zerschlagenem Schieferstein im Mund. Die Tannine sind so fein wie Puderzucker und die vibrierende Frische verleiht dem Génie Flügel! Im Nachhall bleiben verführerische Strawberries and Cream mit einem Hauch Vanille und saftiger Himbeere im Mund. Dieser Wein ist eine Klasse für sich und macht wirklich große Freude. Zugleich kann er auch ganz locker 15-20 Jahre im Keller verschwinden. Er hat das Zeug zu reifen. Echt Grandios!
Nach drei trockenen Jahrgängen (2020, 2021 und 2022) startete das Jahr 2023 in Kalifornien für die Reben endlich wieder mit ausreichend viel Niederschlag während der Wintermonate, durch den die Wasserreserven der Weinberge größtenteils wieder aufgefüllt werden konnten. Die Temperaturen blieben im Frühjahr lange kühl, was den Austrieb der Reben extrem verzögerte. Zudem beeinträchtigten diese kühlen Frühlingstemperaturen den Fruchtansatz, was je nach Weinberg auf natürliche Art und Weise zu einer niedrigen Erntemenge und somit zu einer größeren Konzentration führte. Durch die Wachstumsperiode hinweg fielen 2023 in guten Abständen Niederschläge, und es gab keinerlei Trockenstress. Der Sommer verlief im Gegensatz zum heißen Vorjahr 2022 mild und die Trauben konnten langsam und gleichmäßig ausreifen. Zugleich konnten sie eine optimale Balance aus Tanninreife, Frucht und Säure erreichen. Im Herbst wurden die angenehmen Tagestemperaturen durch kühle Nächte ausgeglichen – dies bot nahezu perfekte Bedingungen für die Ausbildung eines komplexen Aromenspektrums. Die Weinlese verlief relativ entspannt und konnte ohne Zeitdruck bei idealer Reife durchgeführt werden. Bereits bei der Gärung legten viele Weine eine beeindruckende Intensität an den Tag, wie man sie nur ganz selten erleben kann. 2023 gilt nach 2021 und 2019 wieder als herausragender, großer Jahrgang.