Sebastian Beaumont nennt diesen Wein seinen »No rules Blend« aus den Trauben alter Rebstöcke. Als er den Wein das erste Mal kreierte, schrieb er »New Baby« auf die Fässer. Der Name blieb! Dieses Jahr besteht die Cuvée aus rund 50 Prozent Chenin Blanc (1974 & 1978 gepflanzt) mit 25 Prozent Sauvignon Blanc (1983 gepflanzt) und 25 Prozent Colombard (1978 gepflanzt). Jede Rebsorte wird einzeln vergoren und dann bald nach der Lese zusammengeführt. Nur elf 400 Liter fassende Fässer wurden 12 Monate lang ausgebaut, hauptsächlich gebrauchtes französisches Holz aus dem Burgund mit 30 Prozent Neuholzanteil. Leuchtendes Zitronengelb mit einem Hauch Silber und etwas Grün. Die Nase ist intensiv gelbfruchtig und im Vergleich zum zuvor probieren Hope Marguerite des Weinguts aromatisch intensiver und exotischer – sie ist fabelhaft verführerisch! Eingelegte Zitronenfilets, Mirabellen, saftig reifer Pfirsich, duftende Alphonso Mango und auch ein paar grüne Noten wie grüne Pflaume, geschnittenes Gras, etwas Heu, Vanille, Zimt, braune Gewürze. Alles ist schwebend und duftend, aber schon beim Riechen steigt die für Beaumont so typische, salzige Kalkstein-Mineralik aus dem Glas. Im ersten Moment kommt der Holzausbau tatsächlich momentan noch etwas deutlicher zum Tragen als beim Hope Marguerite. Im Mund ist dieses neue Baby attraktiv, cremig und würzig zugleich. Spannungsgeladene Eleganz, mit einer fein würzigen Note von weißem Pfeffer, Pink Grapefruit und gebratener Quitte. Die wunderbar vielschichtige, lange nachhallende Würze offenbart sich in Wellen auf der Zunge. Absolut genialer schicker Stoff, der zu Recht in Südafrika für seine Individualität gefeiert wird und garantiert mit etwas Flaschenreife noch harmonischer wird und zudem an Komplexität zulegen wird.