Seit dem Jahrgang 2020 ist der Liebenstein ein reinsortiger Chardonnay. Die Trauben stammen aus einer Lage auf 300 Höhenmetern, von über 30 Jahre alten Rebanlagen. Ganztraubenpressung und dann direkt im Holz mit wilden Hefen vergoren. Für ein Jahr in einer Mischung aus 1.200 Liter und Tonneaux ausgebaut, immer auf der Vollhefe. Der Wein steht in zartem, leuchtenden Goldgelb im Glas. Schon in der Nase ist die Mineralität dieses Weins einfach mind-blowing. Nackter, karger, salziger Kalkstein. Unterhalb des Schlossberg, einer Gletschermoräne, ist der Boden tatsächlich sehr kalkhaltig. Zarte Kräuter von Salbei hin zur Zitronenmelisse und getrockneten Alpenkräutern schweben darüber. Linear und nobel erhaben. Perfekt ausgereiftes Steinobst von Marillen hin zu Quitten tummeln sich mit duftendem Geißblatt und blühendem Klee im Glas. Schon die Aromatik ist ultrafein, hier ist nichts laut, sondern alles ist schwebend und versammelt. Aromen von Vanille, Zimt, einem Hauch Marzipan und Bienenwachs sowie noch warmer Kerze kommen nach und nach hinzu. Auch der Mund hält, was die Nase verspricht! Cremig rollt der Wein mit seiner wundervollen, üppigen Textur und Würze erstaunlich geradlinig mineralisch über die Zunge. Aber auch hier ist nichts schwer, denn der Wein verfügt zugleich über seine knackige, balancierende Frische. Im Vergleich zum Vorjahr 2020, der barocker und opulenter daher kam, ist der Jahrgang 2021 eher athletisch und klar definiert. Ich bin begeistert, bei diesem jungen, aufsteigenden Winzer von Anfang an voll mit dabei zu sein – man wird von Anton ohne Zweifel noch viel hören. Denn Anton macht Quantensprünge von einem Jahr aufs nächste, die absolut mind-blowing sind. Sein Ziel, sich mit den besten Weißwein Winzern aus dem Burgund zu messen, verfolgt er unnachgiebig und zielstrebig. Dieser wirklich sehr schicke Wein kann sich sehen lassen!